Quick-Briefing: MS-SharePoint-Metadaten Teil 7/7: Der perfekte Start
Shownotes
Willkommen zum 7. und finalen Teil unserer Serie rund um das Thema Microsoft SharePoint Metadaten!
Neues System eingeführt, alle hochmotiviert – und nach drei Monaten herrscht wieder das blanke Chaos? In dieser Abschlussfolge gehen wir der Ursache auf den Grund. Das Scheitern von Dokumentenmanagement-Initiativen liegt fast nie an der Technik, sondern an überfrachteten Konzepten, die den Arbeitsalltag der Anwender ignorieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit strukturierter Einfachheit starten und ein System etablieren, das von Ihren Teams tatsächlich geliebt und gepflegt wird.
Was Sie in dieser Folge lernen:
- Die Foto-App-Falle: Warum Anwender kapitulieren, wenn jedes Dokument mit unzähligen Tags und Pflichtfeldern überladen wird.
- Nutzerakzeptanz als Maßstab: Der sichtbare Mehrwert beim Suchen und Finden muss den Eingabeaufwand beim Hochladen immer spürbar übersteigen.
- Rückwärts denken: Wie Sie Spaltenstrukturen ausschließlich an konkreten, alltäglichen Suchfragen (z. B. „Welche Verträge laufen dieses Jahr aus?“) ausrichten.
- Freitext als Sollbruchstelle: Warum unkontrollierte Eingabefelder die Suche sabotieren und feste Auswahllisten verlässliche Datenqualität sichern.
- Der Pilot-Ansatz: Warum Sie niemals das ganze Unternehmen auf einen Schlag umstellen sollten, sondern mit einer einzigen Bibliothek starten, um Multiplikatoren zu gewinnen.
- Die Gretchenfrage: Dient der Mitarbeiter dem System oder unterstützt das System die Produktivität der Mitarbeiter?
Weiterführende Links zur Folge:
Blogartikel zum Nachlesen: Den vollständigen Fachartikel „Microsoft SharePoint: Metadaten – Der perfekte Start“ finden Sie hier: 👉 https://rohinie.com/microsoft-sharepoint-meta-start/
Praxiskurs: Sie möchten Schritt für Schritt lernen, wie SharePoint Metadaten eingerichtet und optimal in der Praxis genutzt werden? Alle Details zu unserem Kurs „Microsoft SharePoint – Grundlagen und Praxis“ gibt es hier: 👉 https://rohinie.com/sharepoint-kurs/
Transkript anzeigen
00:00:00: Du kennst das bestimmt.
00:00:01: Man führt so ein neues System ein, alle sind total motiviert und nach so drei Monaten herrscht dann wieder das absolute Chaos.
00:00:08: Oh ja!
00:00:10: Das ist ein echter Klassiker.
00:00:12: Genau.
00:00:12: Und in diesem siebten und damit auch finalen Teil unserer siebenteiligen Serie über Microsoft SharePoint Metadaten gehen wir genau dem auf den Grund.
00:00:22: Willkommen also zu dieser tiefgehenden Analyse.
00:00:25: Wir wollen heute klären, warum scheitern eigentlich so viele Dokumenten-Managementprojekte?
00:00:29: Also wenn man sich die aktuellen Best Practice Guides da mal ansieht dann zeigt sich ein wirklich klares Muster.
00:00:36: es liegt nämlich fast nie an der Technik.
00:00:38: Echt nicht!
00:00:39: Weil man schiebt's ja gerne auf die Software Ja
00:00:41: absolut
00:00:42: Aber die Software im Hintergrund funktioniert eigentlich tadellos.
00:00:46: Die Projekte fahren gegen die Wand weil die Konzepte dahinter oft völlig überladen sind.
00:00:51: Verstehe!
00:00:52: Einer strukturierten Einfachheit.
00:00:54: Um das mal kurz für dich als Zuhörer greifbar zu machen, Metadaten sind ja an sich ein genialer Ausweg oder?
00:01:02: Auf jeden Fall
00:01:03: Anstatt also einen Dokument in so einer endlosen, starren Ordnerstruktur wie keine Ahnung Abteilung, Jahrprojekte Entwurf, Final-Final II Zu begraben Da heften wir dem Dokument einfach bestimmte Eigenschaften an.
00:01:17: Genau Das ist ja also.
00:01:19: das ist der absolute Kern für Bereiche wie das Qualitätsmanagement oder auch die Vertragsverwaltung.
00:01:24: Man sucht dann nicht mehr mühsam nach dem genauen Ort eines Dokuments, sondern man filtert einfach blitzschnell nach Inhalt, Status oder eben der Kategorie.
00:01:32: Ja aber da stoße ich in der Praxis oft an der Grenze.
00:01:38: Für mich fühlt sich schnell an wie so eine völlig übermotivierte Foto-App.
00:01:45: Wie meinst du das genau?
00:01:46: Naja, wenn ich nach einem Urlaub jedes einzelne Bild mit so fünfzehn verschiedenen Tags versehen muss.
00:01:53: Also Datum der exakte Ort die Stimmung, die Wetterlage...
00:01:57: Ja ok!
00:01:58: Ich sehe, worauf du ihn auswirst.
00:01:59: Dann halte ich das vielleicht drei Tage lang durch und danach gebe ich völlig entnervt auf.
00:02:03: Das ist eine super Analogie für einen Unternehmenskontext weil die Case Studies zeigen exakt dieses Bild.
00:02:10: Metadatenstrukturen werden oft exklusiv für die Administratoren entwürfen.
00:02:15: Oder für diese extrem strengen Compliance-Anforderungen, oder?
00:02:19: Richtig!
00:02:20: Ganz genau.
00:02:20: Da sitzen dann so Teams am Whiteboard und überlegen was man theoretisch...
00:02:25: Also was man alles lückenlos erfassen könnte.
00:02:27: Exakt.
00:02:28: Und wenn der normale Nutzer aber pro Dokument sagen wir acht bis fünfzehn Felder ausfüllen muss, dann bricht die Akzeptanz natürlich sofort ein.
00:02:36: Ja logisch da hat ja keiner Zeit für im Alltag.
00:02:39: Eben Der sichtbare Nutzen für den Einzelnen, der muss den Pflegeaufwand immer wirklich immer übersteigen.
00:02:46: Ansonsten scheitert das Projekt.
00:02:50: Okay verstehe also weniger Fedder aber wie entscheide ich dann überhaupt welche Eigenschaften überleben dürfen und welche wir besser streichen?
00:03:00: Da beginnt man dem Prozess am besten komplett von der anderen Seite nicht mit so einer abstrakten Architektur
00:03:06: sondern
00:03:07: mit echten ganz alltäglichen Suchfragen aus der Praxis.
00:03:11: Okay, also nicht so was wie.
00:03:12: Wie klassifizieren wir unsere Dokumente?
00:03:14: maximal detailliert?
00:03:16: Genau das nicht!
00:03:17: Sondern ganz pragmatisch.
00:03:18: zum Beispiel welche Verträge laufen dieses Jahr aus?
00:03:24: oder welche Dokumete zu Projekt Alpha sind eigentlich noch in der Prüfung?
00:03:28: solche praxisnahen Sachen halt.
00:03:30: man baut die Struktur also ausgehend vom gewünschten Suchergebnis quasi rückwärts auf
00:03:35: Ganz genau.
00:03:36: Dabei fällt mir aber sofort ein Problem aus der Praxis ein, dass gute alte Freitext fällt.
00:03:42: Oh
00:03:42: ja das ist die absolute Solbruchstelle vieler Systeme!
00:03:45: Weil jeder schreibt was er will oder?
00:03:47: Richtig wenn jemand sagen wir Sales und die Kollegen Vertrieb in so ein leeres Feld tippt dann sieht die Datenbank zwei völlig isolierte Welten.
00:03:55: Klar die Suchmaschine versteht gar keine Semantik oder so.
00:03:59: Nein die gleich nur stumpf Zeichenfolgen ab.
00:04:02: Wenn du dann später nach Vertrieb filterst, dann fallen alles Sales-Dokumente komplett durchs Raster.
00:04:06: Das ist natürlich fatal!
00:04:08: Absolut – die Guides betonen deshalb immer wieder man soll Auswahlfelder nutzen.
00:04:13: Ah ok... Das zwingt das System nämlich von Sekunde eins an in eine saubere Datenqualität weil die Leute nur vorgegebene Begriffe anklicken können.
00:04:21: Aber warte mal…das widerspricht doch eigentlich allem was IT Abteilungen normalerweise so machen
00:04:26: Inwiefern?
00:04:27: Naja, müssten wir dann nicht konsequenterweise das ganze Unternehmen auf einmal umstellen.
00:04:32: Also so ein richtig harter Schnitt!
00:04:34: Damit diese Auswahlfelder sofort überall zu hundert Prozent einheitlich sind...
00:04:38: ...damit man keinen Flickenteppich hat, meinst
00:04:40: du?
00:04:40: Ja genau
00:04:41: Da waren die Quellen extrem deutlich vor.
00:04:45: Genau diesem Ansatz.
00:04:47: Man soll wirklich niemals zehn Bibliotheken gleichzeitig optimieren
00:04:51: Echt?!
00:04:51: Oder das ganze Unternehmen auf einen Schlag umkrempeln Das geht fast immer schief.
00:04:55: Ach so, weil man sonst die Designfehler, die man am Anfang ja unweigerlich macht direkt ins ganze Unternehmen skaliert.
00:05:01: Genau der Punkt!
00:05:03: Auf dem Papier sieht das ja immer alles wahnsinnig logisch aus.
00:05:06: Ja in der Theorie schon.
00:05:08: Aber wenn man mit einer einzigen Bibliothek startet und diese mit echten Dokumenten und echten Anwendern testet dann merkt man sofort wo es eigentlich hakt
00:05:17: Und man kann noch rechtzeitig gegensteuern.
00:05:19: Richtig Und sobald die ersten Nutzer dann durch diese cleveren Ansichten erleben, dass sie einen Dokument plötzlich in, sagen wir Sekunden statt in Minuten finden...
00:05:29: Dann werden die quasi zu echten Fans des Systems.
00:05:32: Exakt!
00:05:33: Sie werden zum Multiplikatoren für das neue System im gesamten Unternehmen.
00:05:37: Wow, das fasst es eigentlich perfekt zusammen.
00:05:40: Der größte Mehrwert entsteht durch wenige aber dafür wirklich konsequent genutzte und relevante Informationen?
00:05:47: Ja
00:05:47: Einfachheit schlägt definitiv das theoretisch perfekte, aber viel zu komplexe Konstrukt.
00:05:53: Was mich zu einem ziemlich provokanten Gedanken bringt!
00:05:58: Den kannst du dir nach unserer heutigen Analyse gerne mal so durch den Kopf gehen lassen?
00:06:04: Da bin ich mal gespannt...
00:06:05: Wenn die Pflege deiner Dokumentenstruktur mehr Zeit frisst als die eigentliche Arbeit mit dem Dokument selbst, dienst Du dann noch dem System oder dient das System
00:06:16: DIR?!
00:06:17: Oh, das ist wirklich die allesentscheidende Frage.
00:06:20: Und wer das Ganze jetzt in die Tat umsetzen möchte und sehen will wie man das System wieder für sich arbeiten lässt... Ja?
00:06:26: Da haben wir was für euch!
00:06:27: Genau.
00:06:27: Die exakte Funktionsweise und die praktische Umsetzung zeigen wir dir im Kurs Microsoft SharePoint.
00:06:33: Grundlagen und Praxis.
00:06:35: Super wichtig.
00:06:36: schaut da rein
00:06:37: Den Link dazu.
00:06:37: den findest du direkt unten in den Show Notes.
00:06:41: Besser kann man diese Serie eigentlich gar nicht abschließen.
00:06:44: Es war mir eine absolute Freude.
00:06:47: Danke, dass du bei dieser siebenteiligen Reise und dieser tiefgehenden Analyse dabei warst.
00:06:52: Mach's gut und bis zum nächsten
00:06:55: Mal!
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