Quick-Briefing: Warum Microsoft Access nicht totzukriegen ist
Shownotes
Unternehmen scheitern bei der Modernisierung selten an fehlender Cloud-Technologie – sie scheitern an unbemerkter Geschäftslogik. Während IT-Strategien auf künstliche Intelligenz, Power Apps und moderne Plattformen setzen, hält tief in den Serverräumen oft ein unerwarteter Überlebenskünstler das operative Geschäft am Laufen: Microsoft Access.
In diesem Quick-Briefing tauchen wir tief in die strategische Dimension von Microsoft Access ein und zeigen, warum das 90er-Jahre-Relikt sich hartnäckig weigert zu sterben und wo die realen Fallstricke bei der Migration liegen:
Graswurzel-IT statt Top-Down: Warum Fachabteilungen Access-Lösungen als pragmatische Schatten-IT bauten, statt monatelang auf teure Standardsoftware zu warten – und warum dieses „Schweizer Taschenmesser“ bis heute stabilen Geschäftswert liefert.
Die Architektur-Falle: Warum das All-in-One-Prinzip (Backend, Frontend und VBA-Logik in einer einzigen Datei) einerseits rasend schnelle Anpassungen ermöglicht, aber andererseits die Migration in moderne Cloud-Systeme massiv erschwert.
Das Problem mit dem Stammeswissen: Warum bei einer reinen Verschiebung nackter Datenzeilen in die Cloud essenzielle Geschäftsregeln verloren gehen, wenn undokumentierte VBA-Makros im Hintergrund unbemerkt bleiben.
Der technische Kipppunkt: Ab welchen konkreten Anforderungen (standortübergreifende Zusammenarbeit, Cloud-Workflows, mobiler Zugriff per Smartphone) die dateibasierte Struktur von Access zwingend abgelöst werden muss.
Pragmatismus vor Hype: Warum das Alter einer Software kein Kriterium für den Mülleimer ist, solange sie ohne laufende Abo-Gebühren zuverlässig ihren operativen Zweck erfüllt.
Weiterführender Fachartikel:
Den ausführlichen Leitfaden und vertiefende Architekturbeschreibungen finden Sie direkt im Themenportal:
👉 Zum Fachartikel: Microsoft Access im Unternehmen zum nachlesen: https://rohinie.com/access-01
Transkript anzeigen
00:00:00: Alle reden heute ja irgendwie nur noch von künstlicher Intelligenz, Cloud-Infrastruktur und diesen ganzen schicken Power Apps.
00:00:09: Aber wenn du mal ganz tief in die Server von so einem modernen Unternehmen reinschaust dann findest du da oft einen völlig unerwarteten Überlebenskünstler Einen der heimlich das halbe Geschäft am Laufen hält
00:00:21: Nämlich Microsoft Access.
00:00:25: Ja, das ist schon echt verrückt.
00:00:26: Absolut und willkommen zu unserer heutigen Analyse!
00:00:29: Wir wollen nämlich anhand aktueller Strategie-Papiere herausfinden, warum dieses Software-Relikt aus den Neunzigern sich so hartnäckig weiger zu sterben?
00:00:38: Und warum die IT-Abteilungen das oft so zähne Knirschen dulden müssen?
00:00:43: Man verbindet Access ja sofort mit diesen naja klobigen grauen Windows-ficenten Fenstern.
00:00:49: Aber unsere Quellen zeichnen da ein extrem spannendes Bild.
00:00:52: Diese Datenbanken sind fast nie das Ergebnis von so einer großen Top-Down IT Strategie.
00:00:57: Also ist es eher eine klassische Schatten-IT, oder?
00:01:01: Genau!
00:01:01: Eine absolute Graswurzelbewegung.
00:01:03: Die Fachabteilungen hatten halt einfach ein akutes Problem.
00:01:06: Sagen wir mal die Verwartung von tausenden Kundendaten und spezifischen Qualitätsprüfungen in der Fertigung.
00:01:13: Und die konnten oder wollten eben nicht monatelang auf so eine sinnhaft teure Standard-Software warten.
00:01:19: Richtig, und um zu verstehen warum das so erfolgreich war müssen wir uns kurz anschauen wie Excess technisch überhaupt funktioniert?
00:01:26: Bei modernen Systemen was du ja diese strikte Trennung also ne Datenbank auf dem Server, ne Benutzeroberfläche und die Logik irgendwo dazwischen.
00:01:34: Excess wirft das alles in einen einzigen Topf.
00:01:36: Ah okay!
00:01:38: Ja Du hast das Backend für die Daten, das Frontend for die Formulare und diese ganze Programmierlogik über VBA-Markus in einer einzigen handlichen Datei.
00:01:45: Das
00:01:46: ist ja quasi wie so ein alter perfekt eingetragener Wanderschuh!
00:01:49: Er gewinnt jetzt definitiv keinen Designpreis mehr aber er drückt halt nirgends weil man direkt loslegen konnte.
00:01:56: Aber ich frag mich da schon, reicht es den Führungskräften?
00:01:59: Denen ist das völlig egal.
00:02:01: Also dem Management ist das Alter der Technologie aufm Etikett echtwurscht.
00:02:06: Solange diese kleine Datei einen messbaren Geschäftswert liefert und einfach funktioniert, erfüllt sie ihren Zweck.
00:02:14: Aber das bringt uns doch direkt zum Elefanten im Raum!
00:02:16: Ich meine die Cloud ist doch heute allgegenwärtig.
00:02:19: Warum migrieren die Unternehmen nicht einfach?
00:02:22: Man zieht die Tabellen daraus und ab in die Cloud.
00:02:24: damit
00:02:25: Weil genau diese nahtlose Architektur von Exister zur krassen Falle wird.
00:02:30: Es geht bei so einer Ablösung eben nicht nur um das Verschieben von nackten Datenzahlen
00:02:35: Sondern
00:02:35: Da steckt oft jahrelanges Stammeswissen dran.
00:02:39: Du meinst dieses Wissen von Mitarbeitenden, das nie irgendwo offiziell dokumentiert wurde?
00:02:44: Richtig!
00:02:44: Stell dir vor du migrierst jetzt erfolgreich hunderttausend Zeilen Kundendaten in so eine moderne Cloud.
00:02:50: Was du aber auf dem alten Rechner vergisst ist das winzige VBR-Skript dass der Klaus aus der Buchhaltung irgendwann zwetausend zwölf geschrieben hat.
00:02:58: Oh
00:02:58: je...
00:02:59: Ja genau das Skript das vollautomatisch Risikobunitäten markiert.
00:03:03: Du hast also die Daten gerettet Aber du hast die komplette Geschäftslogik verloren.
00:03:07: Und dann scheitert das brandneue, teure System in der Praxis?
00:03:10: Exakt!
00:03:11: Weil diese kleine aber absolut entscheidende Funktion einfach fehlt.
00:03:14: Wobei das doch auch bedeutet dass das Unternehmen im Grunde die Geisel von Klaus Altem Code ist.
00:03:20: Ich mein wenn wir an so undokumentiertem Wissen festhalten blockieren wir doch die echte digitale Transformation.
00:03:27: Das Risiko muss doch für jede IT unerträglich sein.
00:03:30: Das
00:03:30: Risico ist immens gar keine Frage.
00:03:33: Diese Architektur wird sofort zum Flaschenhals, wenn das Unternehmen wächst.
00:03:37: Die Strategie-Papiere ziehen da eine sehr klare Linie.
00:03:40: Ab wann genau wird es denn kritisch?
00:03:43: Sobald du echte standortübergreifende Zusammenarbeit brauchst oder wenn du das System in Cloud Workflows integrieren willst und vor allem, wenn Mitarbeiter mobil per Smartphone darauf zugreifen müssen – da bricht Access einfach schlicht weg zusammen!
00:03:57: Die dateibasierte Struktur ist dafür nicht gemacht.
00:04:00: Es gibt also so einen richtig harten technischen Kipppunkt, ab dem man den Stecker ziehen muss.
00:04:06: Ja aber und das überrascht viele IT-Profis vor diesem Kipp Punkt hat Access durchaus noch eine echte Daseinsberechtigung.
00:04:13: Echt?
00:04:14: Sogar heute noch für was
00:04:15: Neues?!
00:04:16: Ja total!
00:04:18: Wenn du ne kleine lokale Nutzergruppe hast ohne diesen Cloudzwang dann ist Access selbst für neue Anwendungen manchmal noch echt attraktiv.
00:04:26: es lässt sich halt rasend schnell anpassen
00:04:28: Und du zahlst wahrscheinlich auch keine monatlichen Abogebühren an irgendwelche riesigen Cloud-Anbieter, ne?
00:04:34: Genau das.
00:04:35: Keine laufende Nutzergebühren!
00:04:37: Das heißt also... Die Kernregel lautet dieses pauschale Ersetzen ist ein Fehler.
00:04:43: Man darf nicht einfach in diesen Reflex verfallen, Software wegzuwerfen nur weil das Erscheinungsjahr alt ist.
00:04:49: Richtig!
00:04:50: Man muss wirklich objektiv bewerten welchen Geschäftswert das Tool liefert.
00:04:55: Löst es gerade ein Problem, dass eine teure Cloud-Lösung rechtfertigt?
00:04:58: Oder baut man am Ende wirklich nur Klausesmakro für wahnsinnig viel Geld in der Cloud nach.
00:05:03: Genau das ist der Punkt!
00:05:05: Excess ist eben weder eine hochtoxische Altlast die sofort gelöscht werden muss noch ist es das Tool der Zukunft.
00:05:12: Es ist und bleibt einfach ein pragmatisches Werkzeug
00:05:15: Definitiv.
00:05:17: Also bevor man dieses seltsam verschweister Schweizer Taschenmesser wegwirft, sollte man echt ganz genau wissen welche Klingen man im neuen Werkzeugkasten überhaupt braucht.
00:05:27: Das ist ein sehr schönes Fazit!
00:05:29: Danke dir und damit möchte ich dich lieber Zuhörer heute mit einem kleinen Gedanken für deinen eigenen Arbeitsalltag verabschieden.
00:05:37: überlegt mal kurz Welche scheinbar völlig veraltete Exeltabelle oder zusammengezimmerte Notlösung hält in deinem eigenen Team eigentlich heimlich alles zusammen?
00:05:48: Und was würde eigentlich passieren, wenn die morgen früh plötzlich abgeschaltet wird.
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