Experten-Talk – Microsoft 365 Cloud-Architektur: Jenseits der digitalen Insellösung

Shownotes

In diesem umfassenden Experten-Talk sprechen wir über die psychologischen und architektonischen Hürden des digitalen Alltags, das Phänomen digitaler Insellösungen und wie Unternehmen durch Microsoft 365 echtes, kollaboratives Wissensmanagement etablieren.

• Das Erschöpfungs-Phänomen am Bildschirm: Warum ständiges Context-Switching zwischen isolierten Chat-, E-Mail- und Dokumenten-Apps zu digitaler Überforderung führt

• Die Illusion der isolierten Tool-Nutzung: Weshalb die unkoordinierte Einführung von Teams, OneDrive oder SharePoint ohne Gesamtarchitektur zu unübersichtlichen Datensilos führt

• Das unsichtbare technische Fundament: Warum der echte Produktivitätsgewinn in M365 nicht im Einzelwerkzeug liegt, sondern in der nahtlosen Verknupfung über gemeinsame Identitäts- und Sicherheitsstrukturen

• Die OneDrive-SharePoint-Versteckmechanik: Wie Microsoft Teams im Hintergrund arbeitet und warum ein Dateiaustausch im Gruppenchat im Hintergrund physisch in SharePoint-Bibliotheken landet

• Das Problem mit der verteilten Wahrheit: Wie das unkontrollierte Erstellen von vier verschiedenen Versionen eines Berichts über Mail, Chat und Server das Unternehmenswissen zersplittert

• Governance als Fahrbahnmarkierung statt Kontrollzwang: Warum klare Leitplanken und Zuständigkeiten keine Bürokratie darstellen, sondern das nötige Vertrauen für sicheres Arbeiten aufbauen

• Microsoft Lists als zentrale Datenbank: Wie komplexe geschäftskritische Excel-Mastertabellen durch Listenstrukturen abgelöst und direkt mit Teams-Benachrichtigungen verknüpft werden

• Microsoft Loop und dynamische Komponenten: Wie das Aufbrechen starrer Word-Container zu fließenden, in Echtzeit synchronisierten Datenblöcken (Tabellen, Aufgaben) in E-Mails, Chats und Websites führt

• Das Ende des geistigen Eigentums als isoliertes Dokument: Wie kollaboratives Arbeiten das kollektive Unternehmenswissen stärkt und den Verlust von Informationen bei Personalwechseln verhindert

Weiterführende Informationen

Diese Episode basiert auf unserem ausführlichen Architektur-Leitfaden für die Microsoft 365 Cloud.

Den vollständigen Leitfaden finden Sie hier:

https://rohinie.com/pillar-microsoft36-cloud/

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zurück zu unserem heutigen Deep Dive.

00:00:02: Schön, dass du wieder dabei bist!

00:00:04: Wenn Du wie die meisten von uns Dein Lebensunterhalt irgendwie an einem Schreibtisch verdienst oder halt von nem Laptop dann kennst du sicher dieses eine ja ganz spezifische Gefühl.

00:00:16: Ohja... Dieses Gefühl der totalen Überforderung.

00:00:20: Absolut!

00:00:21: Du startest auf deinen Bildschirm und fühlst dich ein bisschen wie so'n digitaler Jean-Léon dem eigentlich jeden Moment sämtliche Bälle auf den Kopf fallen müssten?

00:00:30: Das ist ein sehr passendes Bild, ja.

00:00:31: Weil wir springen den ganzen Tag von einer App zur nächsten eine schnelle Chatnachricht hier dann ein Dokument dort suchen drüben noch schnell ne Liste aktualisieren und achja zwischendurch nochmal eben Mails checken.

00:00:43: Und genau dieses permanente hin-undher das nennt man eben Context Switching

00:00:49: Richtig!

00:00:50: Und dass saugt uns nicht nur irgendwie die Energie aus dem Gehörn das kostet halt auch massiv Zeit im Alltag.

00:00:57: Wahnsinnig viel Zeit Ja

00:00:59: Und unser heutiges Thema setzt exakt an diesem Schmerzpunkt an.

00:01:03: Wir haben unsere heutige Recherche nämlich auf einen wirklich extrem detaillierten Strategieleitfaden von Volker Bundtrock gestützt.

00:01:10: Da geht es um die Microsoft-Dreifumundsechzig Cloud Architektur und unsere Mission für dich heute ist klar, lass uns das mal aufdröseln!

00:01:18: Wir wollen herausfinden warum dieses ständige Wechseln zwischen den ganzen Arbeitsapps uns kollektiv in den Wahnsinn treibt...

00:01:25: ...und vor allem wie wir da wieder rauskommen?

00:01:27: Genau Wie Unternehmen diesen extrem nervigen, digitalen Knoten endlich durchschlagen können.

00:01:34: Der Schlüssel ist da nämlich Microsoft-Dreifemundsechzig nicht mehr einfach nur als so einen dicken unübersichtlichen Softwarekatalog zu sehen wo man sich mal eben bedient

00:01:44: Sondern eben als ein echtes lebendiges Ökosystem.

00:01:47: Richtig!

00:01:48: Ein Ökosesystem das von Grund auf vernetzt ist.

00:01:53: Stell dir mal deinen ganz normalen Arbeitsalltag vor.

00:01:56: Du öffnest morgens Microsoft Teams, um schnell mit den Kollegen das Daily-Standup zu machen.

00:02:01: Der absolute Klassiker ja?

00:02:03: Danach wechselst du rüber zu SharePoint weil du ein ganz bestimmtes Projektdokument von letzter Woche suchst.

00:02:09: Spärter lädest du dann vielleicht noch einen Entwurf für eine Präsentation in dein OneDrive auch

00:02:14: Weil es erst mal nur deine eigenen noch unfertigen Dateien sind?

00:02:17: Ganz genau!

00:02:19: Und wenn man mal ehrlich ist fühlt sich das an als würdest du auf vielen kleinen völlig isolierten Inseln arbeiten.

00:02:25: Jede dieser Inseln hat zwar eine klare Aufgabe, aber du brauchst quasi ständigen Boot um von der einen zu anderen zu kommen.

00:02:32: Und das kostet unfassbar viel Nerven!

00:02:34: Was hier besonders faszinierend ist dieses Denken in digitalen Inselns ist exakt der grundlegende Architekturfehler den eigentlich fast alle Unternehmen da draußen völlig unbewusst machen.

00:02:47: Unbewusst?

00:02:48: Also die machen das nicht mit

00:02:49: Absicht?!

00:02:50: Nein, natürlich nicht.

00:02:51: Wenn wir uns die Realität in den Firmen mal anschauen, passiert die Einführung von solchen Cloud-Lösungen wie Microsoft-Dreifemundsechzig ja so gut wie nie mit einem großen Knall

00:03:00: oder mit einem perfekten fünfjährigen Masterplan, schätze ich.

00:03:04: Genau!

00:03:05: Das wächst meistens total organisch aus einem ganz konkreten drängenden Bedarf heraus.

00:03:11: Irgendjemand im Management sagt dann – Wir müssen im Homeoffice besser kommunitieren Leute Lasst uns sofort Teams einführen!

00:03:18: Ja,

00:03:18: das habe ich in der Pandemie gefühlt hundertmal gehört.

00:03:20: Und dann ein halbes Jahr später meldet sich plötzlich die IT und sagt, unser alter lokaler Data-Server platzt übrigens aus allen Nähten.

00:03:28: wir lagern unsere Dokumente jetzt mal eben nach SharePoint aus.

00:03:32: Das heißt aus so einer rein operativen Sichtweise ist das Vorgehen ja eigentlich logisch oder?

00:03:37: Völlig

00:03:37: nachvollziehbar man löst halt akute Brände.

00:03:40: Das Problem ist nur, der wahre Mehrwert einer derart komplexen Cloud-Architektur entsteht niemals durch das isolierte Werkzeug.

00:03:48: Egal

00:03:48: wie gut das einzelne Tool funktioniert?

00:03:50: Ganz genau!

00:03:51: Der echte Produktivitätsgewinn, der entsteht ausschließlich durch das gemeinsame technologische Fundament im Hintergrund – das Fundament dass all diese Werkzeuge eben nahtlos miteinander verbindet.

00:04:03: Das ist wirklich ein interessanter Punkt, weil oft wird diese ganze Plattform in den Chefetagen oder auch bei den Anwendern selbst ja einfach nur als so eine Art moderne bunte Version der klassischen Bürosoftware missverstanden.

00:04:14: Ja leider!

00:04:15: Man hakt geistig einfach so ne Liste ab.

00:04:18: Genau Teams ist unser neues Telefon.

00:04:20: Check SharePoint is unser neues Archiv.

00:04:23: Check Microsoft-Lists nehmen wir für strukturierte Infos check.

00:04:28: Das ist eigentlich so, als würde man sich ein brandneues unfassbar teures Smartphone kaufen.

00:04:33: Und

00:04:34: hunderte Euro dafür ausgeben?

00:04:36: Ja

00:04:36: und es dann im Alltag ausschließlich als Taschenrechner nutzen.

00:04:39: Man tippt auf den Tasten rum, rechnet ein paar Prozentzahlen aus und freut sich wie ein Schneekönig, wie schnell das funktioniert.

00:04:45: Ohne

00:04:46: auch nur im Ansatz zu realisieren was da noch geht!

00:04:48: Genau, ohne zu merken dass das Betriebssystem im Hintergrund das Potenzial hat die Kamera des GPS das Internet perfekt zu vernetzen um dir wirklich echte Arbeit abzunehmen.

00:04:59: Das ist eine fantastische Analogie ja!

00:05:01: Aber hier muss ich jetzt mal kurz aus der Rolle fallen und aus der harten Praxis sprechen wenn das okay ist?

00:05:07: Gerne hau raus.

00:05:08: Ich verstehe die Theorie aber lass uns realistisch sein.

00:05:11: Stell dir vor, ich bin Projektmanager.

00:05:13: Ich habe heute fünfzig brennende Themen auf dem Schreibtisch.

00:05:16: Kundenrufen ununterbrochen an, Deadlines rücken näher.

00:05:19: Der ganz normale Wahnsinn also?

00:05:21: Absolut!

00:05:22: Mir ist die in Anführungszeichen zugrunde liegende Architektur im Alltag völlig egal.

00:05:27: Wenn ich eine Datei mit meinem Team teilen will dann ziehe ich die einfach in den Teams Chat, drücke auf senden und fertig.

00:05:34: Was ist denn eigentlich so schlimm daran?

00:05:36: Ist es nicht am Ende für uns alle viel effizienter und auch weniger überwältigend, wenn wir einfach die Scheuklappen aufsetzen und uns nur auf die App konzentrieren, die für uns in dem Moment funktioniert?

00:05:47: Wenn wir das große Ganze betrachten ist aus der Perspektive eines gestressten Projektmanagers natürlich eine völlig verständliche Überlebensstrategie.

00:05:56: Man will einfach Reibung reduzieren!

00:05:57: Eben ich will einfach nur meine Arbeit machen.

00:06:00: Aber genau hier müssen wir uns einmal ansehen wie diese Technologie unter der Haube wirklich funktioniert Also auf architektonischer Ebene.

00:06:08: Wenn du nämlich sagst, ich ziehe die Datei einfach in den Teams Chat und ignoriere den Rest?

00:06:12: Ja Dann hast Du eine fundamentale Mechanik von Microsoft Dreifundundsechzig noch nicht durchschaut.

00:06:18: Microsoft Teams speichert nämlich gar keine eigenen Dateien.

00:06:21: Warte

00:06:21: mal!

00:06:22: Was?!

00:06:22: Teams speicher keine Dateien?

00:06:24: Eins zu eins Chat in Teams ziehst dann legt das System diese Datei im Hintergrund physisch in deinem persönlichen OneDrive ab.

00:06:32: Ah Und es gibt deinem Chat-Partner lediglich die Berechtigung darauf zuzugreifen.

00:06:37: Wenn du aber dieselbe Datei in einen öffentlichen Teamskanal ziehst,

00:06:41: dann landet sie woanders?

00:06:42: Genau!

00:06:43: Dann speichert das System Sie im Hintergrund auf einer SharePoint Seite ab, die extra für dieses Team angelegt wurde.

00:06:50: Das heißt egal ob ich's ignorieren will oder nicht... Ich nutze bereits OneDrive und SharePoint

00:06:55: Exakt.

00:06:56: Du bist schon mittendrin, die Dienste greifen alle auf ein und dieselbe Basis zu – dieselben Identitäten, dieselben Sicherheitsmechanismen und eben dieselben Berechtigungsstrukturen!

00:07:07: Und wenn ich das ignoriere?

00:07:09: Wenn ein Unternehmen das ignoriert und einfach sagt ja nutzt halt das Tool dass euch optisch am besten gefällt dann züchtet man sich ein unfassbares Chaos heran.

00:07:18: Wow

00:07:19: okay Das ist für mich jetzt echt ein massiver Aha-Moment.

00:07:23: Teams ist also eigentlich nur eine Art Fernbedienung für die anderen Programme im Hintergrund.

00:07:28: Eine sehr komplexe Fernbedingungen, aber ja!

00:07:31: Und wenn ich das nicht weiß, baue ich mir meine eigenen digitalen Labyrinthe.

00:07:35: Dann bekomme ich genau dieses berüchtigte Silo-Denken – nur halt nicht in den Köpfen der Mitarbeiter sondern quasi hart verdratet in den Servern.

00:07:43: und genau das führt dann zu den Problemen im Arbeitseiltag, die wir alle kennen.

00:07:47: Lasst uns das mal an einem konkreten Beispiel durchspielen wie dieses Chaos aussieht.

00:07:51: Wir alle kennen doch das Drama um den berüchtigten Quartalsbericht.

00:07:55: Ach ja, das perfekte Beispiel!

00:07:57: Kollege A stellt das Ding in Word und nennt es Q-Drei-Report V-I und schickt es per Mail an Kollegin B

00:08:03: Und Kollegin B speichert es dann woanders ab?

00:08:06: Genau Sie lädt diese Mailanlage in einen Teamschat hoch weil sie kurz Feedbank von Kollege C holen will.

00:08:12: Kollege C ändert drei Zahlen, nennt das Dokument Q-III Report VII Final und legt es auf dem allgemeinen Sharepoint Laufwerk der Abteilung ab.

00:08:22: Wo ist dann für immer ein Vergessenheit gerät?

00:08:24: Bis eine Woche später!

00:08:26: Da lädt sich der Chef genau diese Datei auf seinen lokalen Desktop herunter, um – was du im Zug in Ruhe daran zu arbeiten…

00:08:32: Ohne Internetverbindung natürlich.

00:08:34: Natürlich!

00:08:35: Und Zack wir haben jetzt vier verschiedene Versionen derselben Wahrheit verteilt über Mail Server, Chat Verläufer, Cloud Speicher und lokale Festplatten.

00:08:43: Niemand im ganzen Unternehmen kann dir mir mit Sicherheit sagen, welches Dokument eigentlich der endgältige Stand ist.

00:08:49: Und das ist genau das was ich mit dem Züchten von Chaos meinte?

00:08:53: Das ist redundante Informationshaltung in Rheinkultur!

00:08:57: Das ist digitale Unordnung die wir uns völlig selbst erschaffen.

00:09:00: Exakt!

00:09:01: Das kollektive Wissen des Unternehmens wird durch dieses fehlende architektonische Verständnis komplett zersplittert und –was man dabei nicht vergessen darf– die technischen Funktionen Also einen neuen Teams-Kanal aufzumachen oder so?

00:09:15: Das geht ja heute in Sekunden.

00:09:16: Richtig,

00:09:17: ein Klick und der Raum ist da!

00:09:19: Aber die organisatorischen Fragen, die hinter diesem Klick stehen, werden fast immer komplett ausgeblendet – bis die Leute irgendwann ein Drittel ihrer Arbeitszeit nur noch mit dem Suchen von Informationen verbringen

00:09:31: was uns unweigerlich zu einem bestimmten Konzept bringt.

00:09:34: Wir haben nämlich darüber sprechen, Struktur in dieses selbstgemachte Chaos zu bringen.

00:09:38: Dann müssen wir jetzt leider ein Wort in den Raum werfen das kein besonders guten Ruf genießt.

00:09:44: Ich ahne schon worauf du hinaus willst.

00:09:46: Ja ich nenne es mal das böse G-Wort Governance.

00:09:50: Ein sehr schwieriges Wort für viele!

00:09:52: Ich wette bei den meisten die jetzt gerade zuhören rollen sich da reflexartig die Fußnägel hoch Weil Governance klingt für den normalen Angestellten doch einfach nur nach der ultimativen Spaßbremse

00:10:02: Nach ganz viel Bürokratie

00:10:04: Genau.

00:10:05: Nach Kontrollzwang, nach starren IT-Richtlinien die einen bei der täglichen Arbeit eigentlich nur blockieren.

00:10:12: Man denkt da sofort an endlose Formulare die man beim IT Support einreichen muss und dann wartet man drei Wochen auf eine Freigabe nur weil man einen simplen Projektordner erstellen möchte.

00:10:24: Das ist leider exakt das Image-Problem, unter dem der Begriff leidet.

00:10:29: Aber wir müssen dieses Konzept im Kontext von so einer modernen Cloud-Architektur völlig neu definieren!

00:10:38: Ja genau.

00:10:40: Governance bedeutet in diesem Ökosystem eben nicht nur Zugriffskontrollen oder wer welches Passwort bekommt – es geht um etwas viel Größeres.

00:10:49: Es geht um den gesamten Lebenszyklus von Informationen.

00:10:52: Es geht um die nachhaltige Qualität von Daten und vor allem, das ist der Kern.

00:10:58: Es geht über die Verantwortlichkeit für Inhalte.

00:11:01: Ah!

00:11:02: Okay, verstehe.

00:11:03: Dass uns bei deinem Beispiel bleiben.

00:11:06: ein neues Projekt startet, jemand klickt auf Neues Team erstellen.

00:11:10: Geht super schnell.

00:11:12: Aber was passiert eigentlich wenn das Projekt nach acht Monaten erfolgreich abgeschlossen ist?

00:11:17: Meistens gar nichts.

00:11:18: Das Team liegt da einfach rum.

00:11:19: Genau Wer ist verantwortlich dafür, dass dieser virtuelle Raum archiviert wird?

00:11:25: Wer entscheidet, dass die Dokumente darin zwar noch lesbar bleiben aber nicht mehr bearbeitet werden dürfen damit nichts überschrieben wird.

00:11:32: Ja

00:11:33: ohne klare Regeln passiert dann genau das was jeder von uns kennt.

00:11:36: du scrollst durch deine Teamseitenleiste und siehst da noch Projekt Alpha-.

00:11:46: Governance bedeutet also, von dieser unkontrollierten Bereitstellung wegzukommen hin zu einer klugen weitsichtigen Steuerung der gesamten Umgebung.

00:11:56: Das leuchtet absolut ein!

00:11:58: Weil wenn ich eine riesige Datenbank habe aber nicht sicher weiß ob die Umsatzzahlen da drin vom gestern Nachmittag oder vor drei Jahren sind dann ist die gesamte Datenbank ja wertlos.

00:12:08: Ich kann hier nicht vertrauen.

00:12:09: Richtig Vertrauen ist das absolute Stichwort hier.

00:12:12: Ich habe da auch direkt ein Bild im Kopf, um das vielleicht ein bisschen griffiger zu machen.

00:12:16: Also wenn wir Governance von diesem Spaßbremsen-Image befreien wollen dann dürfen wir es nicht betrachten wie einen Blitzer auf der Autobahn, der dich ausbremst und bestraft.

00:12:25: Sehr schöner Vergleich!

00:12:26: Sondern Governance in einem digitalen Ökosystem ist viel mehr als die Fahrbahnmarkierung oder die Leitplanke.

00:12:34: Wenn du nachts auf einer völlig unbeleuchteten Straße fährst, auf der es keine weißen Linien gibt, fährste ja automatisch extrem langsam

00:12:41: weil du Angst hast in den Graben zu rutschen, ganz genau.

00:12:44: Richtig!

00:12:45: Die Leitplanken und Markierungen sind nicht dazu da dich einzuschränken – sie sind überhaupt erst der Grund dafür dass du dich traust sicher aufs Gaspedal zu treten.

00:12:56: Sie nehmen dir das Nachdenken ab, passt das?

00:12:59: Das ist eine hervorragende Analogie denn sie trifft wirklich exakt den Kern der Sache.

00:13:04: Eine wirksam aufgesetzte Governance schafft am Ende des Tages nicht mehr Bürokratie, sondern eben mehr Vertrauen.

00:13:11: Und Vertrauen führt dann zu Geschwindigkeit im Alltag.

00:13:14: Ganz genau!

00:13:15: Wenn die Regeln im Hintergrund intelligent im System verankert sind, muss der Einzelne eben nicht mehr jedes Mal fünfzehn Minuten darüber nachgrübeln, darf ich diese Datei jetzt mit einem externen Dienstleister teilen?

00:13:26: Oder wo genau muss sich das finale Protokoll ablegen?

00:13:29: Richtig... oder wer hat eigentlich Zugriff auf diesen

00:13:33: Ordner?!

00:13:34: Das System regelt das.

00:13:35: Und gleichzeitig gibt diese Governance den Führungskräften der verlässliche Informationsbasis.

00:13:41: Ohne so einen Rahmen ist eine digitale Skalierung überhaupt nicht möglich!

00:13:45: Okay, also ich ziehe einmal ein erstes Fazit – wir müssen dringend weg von diesem isolierten App denken weil im Hintergrund ohnehin alles zusammenhängt und wir brauchen diese unsichtbaren Leitplanken, also eine smarte Governance um zu verhindern dass wir in unseren eigenen Datenbergen erstecken.

00:14:01: Perfekt zusammengefasst

00:14:03: Aber lass uns das jetzt mal vom theoretischen Reisbrett in die harte praktische Realität holen.

00:14:09: Was bedeutet dieses Umdenken ganz konkret für mich im Arbeitsalltag?

00:14:13: Das wird jetzt richtig spannend!

00:14:15: Wir haben uns in der Recherche ja zwei ganz spezifische Module aus diesem Microsoft-Universum genauer angesehen, die zeigen nämlich exemplarisch wie dieses integrierte Arbeiten aussieht wenn das Fundament mal richtig steht.

00:14:28: Ich sprech davon von Microsoft Lists und Microsoft Loop

00:14:32: Zwei unfassbar mächtige Werkzeuge, ja.

00:14:35: Lass uns mal mit Lists anfangen!

00:14:37: Ich erkläre ganz kurz das Problem, dass wir alle kennen.

00:14:40: Irgendwo – meistens in der Buchhaltung oder im HR-Bereich – liegt diese eine gigantische Excel-Tabelle

00:14:46: Die berüchtigte Master-Tabelle.

00:14:48: Genau Sie heißt irgendwie Urlaubsplanung oder Hardwarebestellungen.xlsx Und diese Tabelle wird jede Woche per Mail an vierzig Leute geschickt.

00:14:58: Jeder trägt was ein, ständig sind irgendwelche Markruß zerschossen und wenn du sie öffnen willst kommt diese tolle Meldung Dokument gesperrt von Kollege Müller.

00:15:06: Ein absoluter Albtraum für die Produktivität!

00:15:09: Lest Sets genau hier an oder?

00:15:11: Also es geht nicht um eine kleine private To-Do-Liste, sondern darum solche geschäftskritischen Infos aus Excel rauszuholen und in eine zentrale Datenbank an sich zu überführen.

00:15:21: Richtig?

00:15:22: Völlig richtig!

00:15:23: Und da ist der Punkt wo die zugrunde liegende Architektur wieder ins Spiel kommt... Wenn du nämlich einen Prozess in Microsoft-Lists baust, dann ist diese Liste tief mit dem Rest des Ökosystems verknüpft.

00:15:35: Das heißt da passieren Dinge im Hintergrund?

00:15:37: Genau!

00:15:37: Du kannst da automatisierte Workflows dahinter legen.

00:15:40: Wenn in der Liste ein neuer Eintrag für eine Hardwarebestellung gemacht wird, kann das System automatisch eine Benachrichtigung im Teamskanal der IT posten.

00:15:49: Ohne dass ich extra eine Mail schreiben

00:15:51: muss?

00:15:51: Exakt Die IT kann dann den Status direkt in der Liste ändern und der Besteller bekommt daraufhin automatisch eine E-Mail.

00:15:59: Die Daten sind zentral, standardisiert – und für alle nutzbar!

00:16:03: Das ist also der Unterschied zwischen dieser isolierten Softwarenutzung und dem echten Ökosystemdenken.

00:16:09: Niemals wieder eine zerschossene Excel-Datei per Mail verschicken.

00:16:13: Das ist das Ziel ja?

00:16:15: Und noch einen Schritt faszinierender wird es wenn wir uns das zweite Beispiel ansehen… Microsoft Loop.

00:16:21: Ich habe mich da im Vorfeld ein bisschen reingelesen und also ich war wirklich erstaunt, wie das funktioniert.

00:16:27: Da geht es ja um sogenannte dynamische Komponenten

00:16:30: Ein ganz wichtiger Begriff für die Zukunft der Arbeit.

00:16:32: Ja

00:16:33: Weil wenn wir mal ehrlich sind Wir sind es seit Jahrzehnten gewohlt in völlig starren Dokumenten zu denken.

00:16:39: Ein Word-Dokument ist wie ein Container Ein Absatztext oder eine Tabelle ist in diesem Dokument quasi eingesperrt.

00:16:46: Genau Wenn du die Tabelle woanders brauchst, machst Du Copy Paste.

00:16:50: Und hast sofort zwei unterschiedliche Versionen, die auseinander laufen.

00:16:55: Aber Loop bricht diesen Container auf oder?

00:16:58: Stell dir vor, du hast eine Tabelle mit aktuellen Projektzielen.

00:17:02: Mit Loop ist diese Tabelle kein Teil eines Word-Dokuments mehr sondern eine eigenständige dynamische Komponente.

00:17:09: Es ist

00:17:09: fast wie ein kleines Widget, genau.

00:17:11: Ja –

00:17:11: wie ein Widget!

00:17:12: Ich kann diese Tabelle nehmen sie in einen Teamschat mit dir kopieren Sie gleichzeitig in eine Outlook-Email einfügen und sie auf einer SharePointseite einbetten.

00:17:22: Und jetzt kommt die eigentliche Magie.

00:17:24: Wenn du jetzt in unserem Chat eine Zahl in dieser Tabelle änderst dann aktualisiert sich diese Zahl in exakt derselben Sekunde auch in der E-Mail, die ich gerade verschickt habe und auf der Website.

00:17:36: Die Information löst sich also komplett von dem Gefäß, in dem sie mal erstellt wurde.

00:17:40: Das ist wirklich Wahnsinn!

00:17:42: Genau dieses Aufbrechen von starren Containern ist das revolutionäre Element für modernes Wissensmanagement.

00:17:50: Durch diese dynamischen Komponenten gibt es keine Version eins oder Version zwei mehr

00:17:55: Keine Kopien mehr, die mühsam zusammengeführt werden müssen.

00:17:58: Genau!

00:17:59: Es gibt nur noch diese eine fließende lebendige Information auf die alle gleichzeitig schauen völlig egal in welcher Apps sie sich gerade befinden.

00:18:09: Und hier schließt sich jetzt der Kreis zu unserem Anfangsthema ne?

00:18:12: Absolut

00:18:13: Jeder dieser Dienste – egal ob Teams, SharePoints, OneDrive, Lists oder Loop – jeder erfüllt an der Oberfläche eine eigene Aufgabe Aber sie entfalten ihren produktiven Nutzen erst im Zusammenspiel.

00:18:26: Gestürzt auf diese gemeinsame Architektur?

00:18:28: Richtig!

00:18:29: Wenn du Lists für deine harten Fakten nutzt und Loop für die dynamische Zusammenarbeit – und beides durch eine saubere Governance geregelt ist, dann löst sich dieser Knoten endlich.

00:18:40: Dann muss niemand mehr zwischen getrennten Werkzeugen hin- und herwechseln, weil die Information quasi zu mir kommt, dorthin wo ich gerade arbeite.

00:18:48: Niemand muss Daten mehr doppelt pflegen.

00:18:51: Das System übernimmt die Synchronisierung.

00:18:53: Das ist wirklich das Kernstück, dass wir aus dieser Recherche mitnehmen können!

00:18:57: Lass uns das für dich, der du uns gerade auf dem Weg zur Arbeit oder am Schreibtisch zuhörst noch einmal ganz prägnant auf den Punkt bringen.

00:19:05: Gern – wenn Du das nächste Mal genervt oder völlig frustriert eine Präsentation in diesem riesigen Microsoft-Universum suchst und Dich durch fünf Apps klickst, dann erinnere Dich daran.

00:19:16: Das Problem ist nicht das Programm.

00:19:18: Teams ist nicht schuld, SharePoint ist nicht.

00:19:21: Das eigentliche Problem ist die fehlende strategische Gesamtsicht.

00:19:25: Genau, solange wir diese mächtigen Technologien behandeln wie einzelne Schraubenzieher in so einem analogen Werkzeugkasten werden wir die Potenziale nie ausschöpfen.

00:19:34: Ein funktionierendes stressfreies digitales Arbeitsumfeld braucht mehr als nur Lizenzen.

00:19:40: Es braucht klare Leitplanken und es erfordert zwingend dass wir aufhören ein Smartphone nur als Taschenrechner zu benutzen.

00:19:47: Weißt du, wenn wir diese Entwicklung zu so einem vollständig vernetzten Ökosystem betrachten – das wirft eine wichtige Frage auf.

00:19:55: Und zwar eine die weit über die rein technische Architektur hinausgeht!

00:20:00: Wir

00:20:03: haben ja gerade sehr ausführlich über diese dynamischen Komponenten in Microsoft Loop gesprochen, über Informationen die sich überall in Echtzeit synchronisieren.

00:20:12: Richtig!

00:20:13: Diese fließenden Informationsbausteine, die nicht mehr in Dokumenten festsitzen.

00:20:17: Genau Wenn Informationen künftig nicht mehr an statisch isolierten Dokument mit einem klaren Titelblatt und einem Datum liegen sondern völlig flüssig über Loop Teams und SharePoint hinweg miteinander verschmelzen?

00:20:31: Ja Wer ist dann eigentlich der Autor einer Idee?

00:20:35: Wow, das eine gute Frage.

00:20:37: Wenn sieben verschiedene Personen aus unterschiedlichen Abteilungen gleichzeitig aus verschiedenen Apps heraus an einer Komponente arbeiten, dann löst sich das klassische Konzept von geistigem Eigentum in der Büroarbeit doch völlig

00:20:50: auf!

00:20:51: Es gibt kein Geschrieben von Person X mehr

00:20:54: sondern nur noch das kollektive Wissen des Unternehmens.

00:20:57: Exakt Ein stetig mutierendes Wissen.

00:21:00: Das ist ein enorm wichtiger Aspekt und das hat ja auch ganz konkrete Auswirkungen darauf, wie so ein Unternehmen langfristig funktioniert weil wenn das Wissen nicht mehr sauber abgehäftet in einem Projektordner liegt den man bei der Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters einfach überreichen kann

00:21:15: sondern aus hunderten unsichtbar vernetzten Komponenten besteht

00:21:19: genau Was passiert dann eigentlich mit dem kollektiven digitalen Gedächtnis dieses Unternehmens, wenn die Personen, die diese Verknüpfungen ursprünglich mal angelegt haben, die Firma verlassen?

00:21:29: Das ist die große Herausforderung der nächsten Jahre.

00:21:32: Wenn die Technologie uns erlaubt so organisch und fließend zusammenzuarbeiten, dann müssen wir die Art und Weise wie wir Wissen bewahren völlig neu definieren!

00:21:42: Die Architektur des Server ist das eine aber die Architektor des Wissens ist die eigentliche Meisterprüfung.

00:21:48: Das ist ein fantastischer Gedanke zum Abschluss.

00:21:50: Es geht eben nicht nur darum, welche App man öffnet sondern wie wir das Wissen unserer Teams für die Zukunft sichern wenn sich die Informationen in den Netzwerken auflösen.

00:22:00: Ein absolut faszinierender Aspekt über den es sich definitiv nachzunenken lohnt, wenn du das nächste Mal in Teams einen ganz simplen Chat öffnest!

00:22:10: Damit sind wir am Ende unseres heutigen Deep Dives angekommen.

00:22:12: Wir danken dir sehr fürs Zuhören, fürs Mitdenken und dafür dass du dich mit uns durch dieses digitale Ökosystem navigiert hast.

00:22:19: Vergiss nicht die Programme auf deinem Rechner sind keine isolierten Inseln mehr?

00:22:23: Wie sind das ein großer Kontinent?

00:22:25: Nutze ihn auch so!

00:22:26: Bis zum nächsten Mal macht's gut.

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