Experten-Talk – Green Governance – Nachhaltigkeit beginnt im Datenmodell
Shownotes
In diesem Experten-Talk sprechen wir über den Zusammenhang zwischen Datenarchitektur, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit moderner IT-Landschaften.
• Nachhaltigkeit beginnt im Datenmodell: Warum Cloud-Dienste, Speicher und Datenverarbeitung reale Ressourcen verbrauchen und effiziente Datenstrukturen immer wichtiger werden
• Green Governance und Compliance: Weshalb Transparenz über Datenbestände, Anwendungen und Prozesse für Governance- und Nachhaltigkeitsanforderungen zunehmend an Bedeutung gewinnt
• Cloud-Nutzung mit Augenmaß: Warum nicht jede gespeicherte Information dauerhaft aufbewahrt werden sollte und welche Auswirkungen Datenwachstum auf Kosten und Ressourcen haben kann
• Data Hoarding und Data Swamps: Wie unkontrolliert wachsende Datenbestände die Auffindbarkeit, Qualität und Nutzbarkeit von Informationen beeinträchtigen
• Effiziente Architektur statt Dauerlast: Weshalb ereignisgesteuerte Prozesse häufig ressourcenschonender arbeiten als permanente Hintergrundabfragen
• KI und Datenqualität: Warum moderne KI-Lösungen von gepflegten, strukturierten und nachvollziehbaren Datenbeständen abhängig sind
• Green Governance als Führungsaufgabe: Wie Unternehmen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Governance in ihrer IT-Strategie miteinander verbinden können
Weiterführende Informationen
Diese Episode basiert auf unserem ausführlichen Fachbeitrag.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier:
Transkript anzeigen
00:00:00: Stell dir mal vor, du baust ein brandneues absolut hochmodernes Haus.
00:00:04: Also so richtig perfekt durchdacht.
00:00:06: Intelligente Thermostate an den Wänden, effiziente Wärmepumpen, Solarzellen auf dem Dach – ein absoluter architektonischer Traum!
00:00:14: Und dann kommt der Tag des Umzugs und anstatt jetzt vorher mal richtig auszumisten nimmst Du jeden einzelnen ungeöffneten Umzugskarton aus deinem alten feuchten Keller.
00:00:26: Oh ja, das kenne ich.
00:00:27: Genau!
00:00:27: Kisten voller kaputter Kabel, alter Zeitung und Dinge die du seit zehn Jahren nicht mal mehr angesehen hast Und die stapelst du einfach ungesehen mitten in dein neues glänzendes Wohnzimmer.
00:00:38: Und jedes Mal wenn Du den Raum dann heizen willst muss die Fußbodenheizung quasi gegen diese massiven nutzlosen Barrikaden aus alte Mill ankämpfen.
00:00:46: Dein super smartes Haus verbraucht dann plötzlich mehr Energie als die alte Bruchbude vorher.
00:00:50: Exakt.
00:00:52: Und damit herzlich willkommen zu unserem heutigen Deep Dive.
00:00:55: Schön, dass du dabei bist.
00:00:57: Wir schauen uns heute eine Entwicklung an bei der genau dieses Prinzip der ungeöffneten Umzugskartons auf die Unternehmenswelt trifft.
00:01:05: Wir haben das Jahr zwanzig sechsundzwanzig und diese schöne bequeme Illusionen der ätherischen komplett sauberen Cloud ist endgültig geplatzt.
00:01:15: Absolut!
00:01:16: Und wir stützen uns da heute auf ein sehr aufschlussreiches Strategiepapier – das nennt sich Beitrag sechsunzwanzIG.
00:01:27: und die Mission unseres Deep Dives heute ist, mal herauszufinden warum IT-Effizienz plötzlich eine absolute Sea Level Priorität ist.
00:01:37: Echt so faszinierend wie brisant?
00:01:39: Es analysiert nämlich die harte Realität der Corporate Sustainability Reporting Directive, kurz CSRD.
00:01:46: Das ist diese EU-Richtlinie, die Unternehmen jetzt im Jahr zwanzig sechsundzwanzig zwingt ihre Nachhaltigkeit genauso rigoros und transparent zu bilanzieren als ihre
00:01:55: Finanzen.".
00:01:56: Und das Dokument fokussiert sich auf einem Bereich, der bisher – also finde ich – oft total unter dem Radarflug aber in fast jedem großen Unternehmen in der Dachregion irgendwie läuft!
00:02:07: nämlich die Microsoft Power Platform.
00:02:09: Okay, lass uns das mal aufdröseln!
00:02:12: Wenn ich früher an den CO²-Fußabdruck von so einem Unternehmen dachte dann dachte ich an die Flotte der Firmenwagen
00:02:19: Ja oder an Flugreisen Richtig Oder an große Fabrikschornsteine.
00:02:23: Wenn es um IT ging, dachte man vielleicht noch An diese brummenden Serverräume im Keller wo die Klimaanlage auf Hochtouren lief.
00:02:30: Aber dann kam ja irgendwann die Cloud und alles wurde scheinbar schwerelos.
00:02:35: Die IT-Infrastruktur lag plötzlich irgendwo im Nögendwo aus den Augen, aus dem Sinn.
00:02:41: Ja und genau dieser Aus-den-Augen-Aus-dem-Sin-Effekt war echt einer der teuersten Irrtümer der jüngeren IT-Geschichte!
00:02:48: Die Cloud ist halt alles andere als schwerelos.
00:02:51: Jeder Mausklick in so ner Power App, jeder automatisierte Flow, der da im Hintergrund läuft... ...und jede Terabyteabfrage im Dataverse landet am Ende in einem physischen Rechenzentrum.
00:03:03: Also in echten Gebäuden?
00:03:04: Genau Diese gigantischen Hallen voller Server, das sind quasi die Kraftwerke des einundzwanzigsten Jahrhunderts.
00:03:12: Die brauchen Unmengen an physischem Strom erst mal um die reinen Rechenoperation überhaupt durchzuführen und dann nochmal massiv Energie, um diese ganze entstehende Abwärme wieder herunterzukühlen.
00:03:23: Wahnsinn!
00:03:24: Ja und das Papier macht eben deutlich, der digitale Müll den wir aus der analogen Welt oft völlig unreflektiert in die Cloud geschoben haben.
00:03:33: Der erzeugt dort einen messbaren physischen Energieverbrauch.
00:03:37: Wir sprechen hier von einem echt massiven digitalen CO-Zweischatten.
00:03:42: Was mich an den Quellen da direkt gefesselt hat ist die Anatomie von diesem Datenmüll.
00:03:48: Also jahrelang predigten Berater ja in den Vorstandsetagen dieses Mantra, Daten sind das neue Öl.
00:03:56: Ja, den Spruch kennt wohl jeder?
00:03:57: Genau!
00:03:58: Man müsse alles sammeln, alles horten denn irgendwann würde man schon den Wert darin finden.
00:04:04: aber das Papier dreht diesen Spieß jetzt komplett um.
00:04:08: Öl verschmutzt die Umwelt wenn es unkontrolliert ausläuft und unkonto lierte Daten tun das eben digital.
00:04:16: Die Autoren nennen das Data Hording Also das zwanghafte Horten von Daten.
00:04:20: Was dann direkt zu sogenannten Storage-Emissions führt?
00:04:24: Wir sehen hier in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktuell eine Situation, in der echt viele Unternehmen auf einem regelrechten Data Swamp sitzen – also einem Datensumpf!
00:04:33: Ein
00:04:33: Datensupf?!
00:04:34: Okay...
00:04:35: Ja, stell dir ganze Tabellenmonolite vor.
00:04:37: Teilweise Millionen von Zeilen an komplett veralteten Protokolldaten die einfach aus alten On-Premises Systemen in moderne Cloud Umgebungen gekippt wurden und zwar oft nur aus einer ja so einer diffusen Angst heraus man könnte irgendwann mal eine wichtige Information verlieren.
00:04:53: Aber
00:04:53: Moment Mal da hake ich direkt kritisch nach wenn Ich auf meine privaten Cloud Abos schaue.
00:04:58: also Speicherplatz kostet heute im Jahr zwanzig sechsundzwanzig doch wirklich fast nichts mehr das Inzentbeträge.
00:05:05: Warum in aller Welt sollten wir riskieren, alte Geschäftsdaten zu löschen?
00:05:09: Vielleicht brauchen wir genau diese fünf Jahre alten Excel-Exporte morgen für irgendeine KI-Analyse.
00:05:17: Das widerspricht doch eigentlich allem was uns in der Big Data Era beigebracht wurde.
00:05:21: Was hier echt faszinierend ist, ist die Verschiebung der Metriken.
00:05:25: Es geht halt schon lange nicht mehr um die reinen Eurokosten für die Festplatte – es geht um die Rechenleistung, die man braucht, um diese ganzen Datenmassen überhaupt zu verwalten!
00:05:34: Das Papier prägt dafür den Begriff der «relationale Eleganz».
00:05:38: Relationale Eleganze klingt gut aber was heißt das mechanisch?
00:05:44: Lass es mich so erklären.
00:05:45: Wenn du riesige, flache und strukturierte Listen hast anstatt intelligenter verknüpfter Datenmanken dann muss ein Server bei jeder einzelnen Suchabfrage diese gesamte Liste sequenziell durchkämmen.
00:05:57: Das heißt der Prozessor arbeitet sich da echt Zeile für Zeile durch Millionen von Einträgen nur um einen bestimmten Kunden zu finden.
00:06:07: Völlig richtig!
00:06:08: Und jede dieser Lese-Operationen erfordert elektrische Impulse.
00:06:12: Die Prozessoren müssen extrem hart arbeiten, um durch diesen Sumpf zu warten – und es bleibt ja nicht bei der Suche.
00:06:19: Jedes Gigabyte an redundanten Daten wird permanent gespiegelt, das wird durch automatische Backups in andere Regionen kopiert...
00:06:26: Oh, an die Backups habe ich gar nicht gedacht….
00:06:28: Ja, und all das muss gekühlt werden.
00:06:30: Sobald Daten indiziert oder gesichert werden, rattet der digitale Stromzähler.
00:06:35: Das ruiniert den ökologischen Score im CSRD-Reporting massiv.
00:06:40: Die Lösung aus dem Papier ist daher radikal, Datenminimierung, strikte Zweckbindung und automatisierte Perchzyklen – also Löschkonzepte.
00:06:49: Temporäre Daten müssen gnadenlos gelöscht werden sobald ihr Zweck erfüllt
00:06:54: ist.".
00:06:54: Okay verstehe….
00:06:56: die schiere Masse an totem Material macht das System also träge und hungrig?
00:07:01: Aber wenn schon die bloße Existenz dieser Daten ein gewaltiges Problem ist, wie sieht es dann aus, wenn wir diese Datenmassen in Bewegung versetzen?
00:07:10: Das bringt uns zum nächsten Konzept aus den Quellen.
00:07:13: Green Architecture
00:07:15: Ein sehr wichtiges Thema.
00:07:16: Die fordern den Wechsel von verschwenderischen Standardlogiken hin zu einer eventgesteierten Architektur und ein Begriff der da als absoluter Klimasünder gebrannt wird, ist das Polling.
00:07:28: Genau, das Polling ist aus architektonischer Sicht echt ein Desaster für die Energiebilanz.
00:07:33: Um das mal kurz technisch einzuorten Ein Polling-Prozess fragt in regelmäßigen oft sehr kurzen Abständen ein anderes System ab ob neue Informationen vorliegen.
00:07:43: Das
00:07:43: klingt für mich irgendwie wie ein ungedolthiges Kind auf der Rückbank.
00:07:46: Sind wir schon da?
00:07:47: Sind wir jetzt da?
00:07:48: Wie sieht's jetzt aus?
00:07:49: Perfekte Beschreibung.
00:07:51: Oder um bei Autos zu bleiben Für mich klingt dieses ständige Nachfragen von Power Automate Flows wie jemand der morgens den Motor von seinem Auto startet, ihn in die Einfahrt stellt und einfach vierundzwanzig Stunden am Tag im Leerlauf druckern lässt.
00:08:06: Nur für den Fall dass er am Dienstagnachmittag spontan zum Bäcker fahren
00:08:09: möchte.".
00:08:10: Diese Analogie veranschaulicht echt perfekt was auf den Servern passiert!
00:08:14: Dieser ununterbrochene digitale Leerlauf blockiert echte Serverkapazitäten.
00:08:19: Jeder Check auch wenn die Antwort nein keine neue Datei da lautet Verbraucht CPU zyklen
00:08:25: Und Netzwerkressourcen.
00:08:26: natürlich auch Green Governance verlangt stattdessen konsequent Webhooks und native Tricker.
00:08:31: Das heißt, der Motor ist aus, das Auto schläft komplett ins Eintritt.
00:08:37: Erst wenn eine neue Datei abgelegt wird oder sagen wir ein Kunde auf kaufen klickt sendet das System einen Signal diesen WebhOOK und weckt den Prozess auf – das ist effizient!
00:08:48: Und es gibt da noch ein weiteres riesiges architektonisches Problem.
00:08:52: Lass mich raten
00:08:53: Die Netzwerklast durch mangelhafte Filterung.
00:08:57: Oh ja, das kenne ich.
00:08:58: Das ist dieses Phänomen wo Entwickler einfach mal eine riesige Datenbank-Tabelle mit Zehntausend Einträgen komplett auf Smartphone oder den Laptop pumpen nur um dann lokal im Gerät nach diesem einen Namen zu filtern dem man sucht.
00:09:11: Exakt!
00:09:12: Das Papier spricht hier von der Notwendigkeit einer OData Präzision oder serverseitiger Filterung.
00:09:18: Wie genau verändert dass die Energiebilanz?
00:09:20: Wenn wir das mit dem großen Ganzen verbinden Dann sehen wieder eine enorme Hebelwirkung Bei einer schlechten Architektur, wo die Filterung auf dem Endgerät stattfindet müssen diese Zehntausend Datensätze komplett durch die Cloud.
00:09:34: Über das Internet – vielleicht über schwache Mobilfunknetze – auf ein kleines Endgeräte.
00:09:40: Das erzeugt massive Operationen an der Datenbank und verstopft die Netze!
00:09:45: Logisch!
00:09:46: Bei einer präzisen OData-Abfrage hingegen formuliert die App eine intelligente Frage an den Server.
00:09:53: Der Server, der ja ohnehin über gigantische Rechenkraft verfügt durchsucht die Datenquelle effizient direkt vor Ort und erschickt dann nur diesen einen winzigen Datensatz über das Netzwerk zurück.
00:10:05: Das entlastet also nicht nur die Cloud an der Quelle sondern auch die komplette Infrastruktur dazwischen.
00:10:11: Also wenn ich mir jetzt jemanden vorstelle der in einem Zug zwischen Wien und Berlin sitzt, oft mit richtig wackeliger Mobilfunkverbindung.
00:10:18: Oh ja!
00:10:19: Wenn die App da versucht zwanzig Megabyte an Rohdaten zu laden dann glüht das Smartphone förmlich?
00:10:27: Der Akku wird leergesaugt Die Funkzelle wird ewig belastet Und der Nutzer starte minutenlang auf so einen drehenden Ladebildschirm.
00:10:34: Und genau das ist der Punkt.
00:10:36: Architektur ist angewandte ökologische Verantwortung, jeder Megabyte, der nicht über ein LTE-Netzwerk gesendet werden muss spart physischen Strom an den Sendemasten.
00:10:45: Wahnsinn!
00:10:47: Hier wird es für mich jetzt wirklich interessant denn wir verlassen jetzt mal die reine Server und Netzwerkebene und schauen uns den menschlichen Faktor an.
00:10:56: Wir sprechen über die Mitarbeiter, die diese ganzen Werkzeuge tagtäglich bauen und nutzen In den Anfangstagen der Power Platform hieß es doch meistens Quick and Dirty.
00:11:06: Hauptsache, der Kollege aus der Buchhaltung baut sich schnell eine App die sein Problem löst egal wie der Code dahinter aussieht.
00:11:13: Das war lange die Realität ja Aber
00:11:15: heute braucht es laut der Quelle Lean Low Codes und sogenannte Green Maker.
00:11:20: Was bedeutet das für die Praxis?
00:11:23: Der Fokus verschiebt sich fundamental weg von der reinen Funktionalität hin zu strukturellen Effizienz.
00:11:29: Es reicht nicht mehr, dass eine App einfach nur irgendwie funktioniert.
00:11:33: Sie muss ressourcenschonend programmiert sein.
00:11:36: Das Papier fordert daher intensive Bewusstseinsbildung.
00:11:40: Eine einfache flache Logik schlägt immer die komplexe Verschachtelung.
00:11:44: Jede gesparte Ebene im Code spart direkt Rechenpower
00:11:48: Und ein Hindernis das dabei genannt wird ist ja die berüchtigte Schatten-IT.
00:11:53: Genau Diese ganzen kleinen Insel-Apps, die in den Fachabteilungen wuchern und von denen die zentrale IT oft überhaupt nichts weiß.
00:12:01: Die entziehen sich jeglicher Effizienzkontrolle!
00:12:05: Die müssen in offizielle Strukturen überführt werden.
00:12:07: Aber wenn wir alles offiziell machen stoßen wir auf das nächste Problem, dass im Text beschrieben wird.
00:12:13: Plattformen gleichen oft digitalen Dachböden vollgestopft mit äh sogenannten Zombie-App's.
00:12:20: Oh ja ein riesiges Problem.
00:12:23: Stell dir das mal vor, jemand baut eine App um das Catering für ein einmaliges Sommer fest zu organisieren.
00:12:30: Die App wird drei Tage genutzt danach gerät sie in Vergessenheit liegt aber weiter auf dem Server – für immer!
00:12:36: und sie verbraucht fleißig weitere Ressourcen.
00:13:00: Aus genau diesem Grund drängt das Papier auf automatisierte Inaktivitätschecks!
00:13:05: Es kann ja nicht die Aufgabe der Admins sein, da manuell hinterher zu telefonieren.
00:13:10: Das System muss nach – sagen wir mal – neunzig Tagen automatisch beim Ersteller anklopfen.
00:13:15: Braust du das noch?
00:13:17: Genau!
00:13:18: Und wenn nach dreißig Tagen keine Reaktion kommt… löschen oder archivieren.
00:13:24: Genauso mit Sandbox-Umgebungen, die sich nach dem Testen einfach selbst zerstören sollten.
00:13:29: Der Center of Excellence, das COE bekommt hier als Filter eine völlig neue Rolle.
00:13:34: Aber wie kriegt man die Mitarbeiter dazu, damit zu machen?
00:13:37: So ein Kulturwandel lässt sich ja nicht einfach durch eine Vorstandsmail verordnen.
00:13:41: Richtig!
00:13:42: Nachhaltigkeit entscheidet sich am Cursor des Citizen-Developers.
00:13:46: Wenn Unternehmen das intern auszeichnen – stell dir vor du wirst vor dem ganzen Team gelobt weil du die API Aufrufe um fünfzig Prozent reduziert hast dann wird Nachhaltigkeit plötzlich zum stolz der Entwickler.
00:13:58: Okay… Das klingt super Aber da muss ich jetzt als neugieriger höre mal puschen.
00:14:04: Die Frage, die jetzt jeder Finanzchef stellt?
00:14:07: Dass alles – diese ganzen Schulungen, die Governsstrukturen das Umbauen – das kostet doch erstmal in Vermögen!
00:14:13: Ja, das ist der klassische Einwand.
00:14:16: Bisher hieß es doch immer Nachhaltigkeit sei eine Art Luxusteuer.
00:14:20: für ein gutes Gewissen.
00:14:21: Du sagst mir jetzt im Jahr zwanzig sechsundzwanzig ist das Gegenteil der Fall
00:14:25: Ganz genau.
00:14:26: Wer in den Jahren ist es noch zu teuer, der versteht moderne IT-Architektur nicht.
00:14:34: Ökologische Optimierung senkt direkt die operativen Kosten.
00:14:38: Weniger API Aufrufe durch saubere Webhooks bedeuten weniger Lizenzkosten, Müllvermeidung spart teuren Dataverse Speicherplatz – das Papier zeigt dass Infrastrukturkosten im ersten Jahr oft um fünfzehn bis fünfundzwanzig Prozent sinken!
00:14:56: Und das ist nur die direkte Ersparnis.
00:14:59: Hinzu kommen ja die Vermeidung von Carbon Taxes, also CO-Zweisteuern oder echten Strafzahlungen bei der CSAD und umgekehrt gibt es bessere Konditionen bei Krediten durch sogenannte Green Loans.
00:15:13: Und als Nebeneffekt laden die Apps für die Sachbearbeiter in Wien oder Zürich auch noch deutlich schneller.
00:15:20: Richtig!
00:15:21: Transparenz ist nun mal die harte Währung für Wirtschaftsprüfer.
00:15:25: Wir sehen Dashboards mit dem Echtzeit-CO-Zwei-Fußabdruck direkt beim Aufsichtsrat!
00:15:48: Äh, Schimmelpilz.
00:15:53: Fangen wir mit dem Rettaren!
00:15:55: KI ist ein gewaltiger Katalysator.
00:15:58: Sie hilft durch automatisches Refactoring Also Logik-Kompression, Queryoptimierung.
00:16:05: Die KI analysiert alte Flows und schreibt sie in energieeffizientere Strukturen um.
00:16:11: Sie räumt quasi für uns auf
00:16:12: Genau Und sie macht predictive Maintenance für Daten.
00:16:16: Das System greift ein bevor API Limits gesprengt werden.
00:16:21: Die KI ist quasi Mentor für den Entwickler in Echtzeit.
00:16:25: Aber, und das ist das große aber – die Falle der Schimmelpilzeffekt!
00:16:30: Wenn wir KI-Agenten auf unsaubere Architekturen loslassen….
00:16:33: Ein absoluter Albtraum.
00:16:35: Ich
00:16:35: vergleiche das mit einem übereifrigen Praktikanten.
00:16:39: Du gibst ihm die Aufgabe «Finde dieses eine Dokument».
00:16:42: Aber dein Archiv ist ein totales Chaos Und dieser Praktikant rennt los und jagt ohne nachzudenken jedes einzelne Blattpapier im Firmengebäude dreimal durch den Kopierer, nur um sicherzugehen dass er es auch findet.
00:16:54: Und das Ganze in Maschinenbeschwindigkeit?
00:16:57: Das wirft nämlich eine immens wichtige Frage auf Können wir einer KI vertrauen wenn das Fundament fehlt?
00:17:04: KI-Agenten die auf unsaubere Daten losgelassen werden produzieren exponentielle Serverlasten Die halluzinieren sinnlose Prozessschritte zusammen und verbrennen völlig unkontrolliert Azure Credits und Energie in Endlos schleifen.
00:17:20: Die fressen die ESG-Bilanz also quasi von Innen auf.
00:17:24: Exakt!
00:17:25: Die Hauptaufgabe eines Solution Architects ist heute eben nicht mehr nur das reine Prompten, sondern dass Einfangen dieser außer Kontrolle geratenen Algorithmen.
00:17:35: Ohne das Fundament der Green Governance ist KI ein ökologisches Risiko.
00:17:40: Das ist ein heftiger Gedanke, damit sind wir auch schon fast am Ende.
00:17:44: Die Ära der – ich nenn's mal Brute Force – Digitalisierung ist also wirklich vorbei.
00:17:49: Green Governance verbindet technologische Exzellenz mit ökologischer Verantwortung.
00:17:53: Architektur ist nicht mehr nur Technik sondern echte Sea-Level Führung für das kommende Jahr.
00:18:00: Absolut!
00:18:01: Und die Werkzeuge dafür liegen alle bereit?
00:18:04: Genau und bevor wir hier Schluss machen Wenn du, der uns gerade zuhört.
00:18:08: Das nächste Mal ein Prozess automatisierst oder eine App im Unternehmen öffnest Denk mal kurz an die physischen Serverlüfter Die in diesem Moment irgendwo anspringen um deine Anfrage zu kühlen.
00:18:18: Wir haben heute ja gelernt dass ineffiziente Apps messbaren digitalen Müll und CO-Zwei erzeugen.
00:18:24: Jetzt stell dir vor Du hättest auf deinem Unternehmens der Sport einen persönlichen Livezähler einen, der deinen ganz individuellen täglichen CO-Zwei-Ausstoß verursacht durch deine schlecht gefilterten Suchanfragen, deine im Hintergrund laufenden Flows und deine vergessenen Test-Apps in echte Euro umrechnet.
00:18:43: Und dieses Geld wird direkt von deinem eigenen Abteilungsbudget
00:18:46: abgezogen.".
00:18:48: Das würde das Verhalten extrem schnell ändern!
00:18:50: Oh ja – wie viele Zombie-App's würdest du heute noch vor Feierabend eigenhändig löschen wenn du diesen Zähler vor dir hättest?
00:18:58: Nimm diesen Gedanken gerne mit in dein nächstes IT-Projekt.
00:19:01: Ein toller Denkanstoß!
00:19:03: Danke, dass du heute dabei warst und wir hoffen die Analyse hat dir gefallen.
00:19:07: bis zum nächsten Mal.
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