Experten-Talk – Microsoft Lists – Das Problem ist selten die Technik
Shownotes
In diesem Experten-Talk sprechen wir über einen der häufigsten Gründe, warum Digitalisierungsprojekte hinter den Erwartungen zurückbleiben: fehlende Struktur in Informationen und Daten.
• Struktur vor Technologie: Warum neue Software bestehende Organisations- und Datenprobleme selten von allein löst
• Investitionen mit Augenmaß: Weshalb erfolgreiche Digitalisierung nicht mit dem Softwarekauf beginnt, sondern mit klaren Informationsstrukturen
• Die Realität hinter Software-Demos: Warum viele Lösungen mit perfekten Beispieldaten überzeugen, im Unternehmensalltag aber von der Qualität der vorhandenen Daten abhängen
• Datenqualität als Erfolgsfaktor: Weshalb unvollständige, doppelte oder uneinheitliche Informationen Prozesse, Auswertungen und Entscheidungen erschweren
• Microsoft Lists in der Praxis: Wie strukturierte Datenerfassung für mehr Transparenz, bessere Prozesse und nachvollziehbare Informationen sorgt
• KI und Automatisierung benötigen Ordnung: Warum moderne Technologien nur so leistungsfähig sein können wie die zugrunde liegenden Datenstrukturen
• Digitalisierung als Organisationsaufgabe: Weshalb nachhaltige Verbesserungen häufig durch Struktur, Standards und klare Prozesse entstehen
Weiterführende Informationen
Diese Episode basiert auf unserem ausführlichen Fachbeitrag.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier:
https://rohinie.com/lists-strukturproblem/
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Transkript anzeigen
00:00:00: Weißte, normalerweise haben wir ja – wenn wir über Unternehmenssoftware sprechen – diese fast schon naive Erwartung von so einer Art sofortiger Erlösung.
00:00:11: Hm, ja!
00:00:12: Wieso ein Pflaster das alles direkt heilt?
00:00:14: Exakt!
00:00:16: Es ist eigentlich genau wie bei einem neuen Fitnessgerät.
00:00:18: also du kaufst dir das teuerste Laufband, dass du überhaupt finden kannst.
00:00:23: Natürlich!
00:00:24: Das mit dem riesigen Touchscreen
00:00:25: oder?!
00:00:26: Richtig, mit Touchscreen der ganzen Cloud-Anbindung und diesen virtuellen Laufstrecken.
00:00:32: Und dann stellst du dir das voller Motivation ins Wohnzimmer?
00:00:35: Ja!
00:00:36: Dann denkst Du dir ernsthaft, also wirklich ernsthaft.
00:00:38: allein durch die Anwesenheit dieses Geräts werde ich jetzt automatisch fit.
00:00:42: Tja... Da verwechselt man dann quasi die Investition in ein Werkzeug mit der eigentlichen Arbeit, die man reinstecken muss.
00:00:49: Genau das!
00:00:50: Man hat das Budget freigegeben.
00:00:51: also zack muss das Problem ja jetzt gelöst sein Ist
00:00:54: es aber leider meistens nicht?
00:00:57: Überhaupt nicht.
00:00:58: wenn wir uns die Realität an mal so ein Ei bis Jahr später anschauen steht dieses naja metaphorische Laufband nur noch darum.
00:01:05: Es dient eigentlich nur noch als extrem teurer Kleiderstände für getragene Jacken.
00:01:09: Oh ja...das Bild kenne ich nur zu gut.
00:01:11: Also lass uns das mal aufschlüsseln, denn das bringt uns direkt zu dem Thema dass wir heute für dich auf den Tisch legen wollen.
00:01:17: Genau!
00:01:17: Egal ob du dich liebe Zuhörerinnen oder lieber Zuhörer gerade auch so ein richtig zähes Strategiemieting vorbereitest... ...oder ob du einfach nur genervt bist von diesem Puh unfassbaren täglichen Softwarechaos in deinem eigenen Büro.
00:01:31: Wir haben dafür unsere heutige Analyse einen Artikel gelesen der den Finger so richtig tief in die Wunde legt.
00:01:37: Und wie der das tut?
00:01:39: E-Text heißt nämlich Struktur statt Technologie der wahre Erfolgsfaktor.
00:01:44: Und als ich das durchgearbeitet habe, dachte ich wirklich nur endlich sagt es mal jemand!
00:01:48: Wir werfen Unsummen in neue Software aber ähm...der Alltag wird irgendwie trotzdem nicht leichter.
00:01:54: Nee, wird er nicht.
00:01:55: und weißt du warum?
00:01:56: Weil wir da an der völlig falschen Stelle ansetzen.
00:01:59: Wenn wir ehrlich auf die heutige Wirtschaft blicken dann mangelt es absolut nicht an Technologie.
00:02:03: Wirklich nicht.
00:02:04: Ne, Tools haben wir mehr als genug.
00:02:06: Eben
00:02:07: Die modernen Werkzeuge, die ganzen Cloud-Lösungen, diese Kollaborationsplattformen sind in nahezu jedem Unternehmen längst vorhanden.
00:02:14: Wir haben heute mehr technologische Rechenleistung und Vernetzungsmöglichkeiten als jemals
00:02:18: zuvor.".
00:02:19: Ja das ist Wahnsinn eigentlich!
00:02:20: Aber das wahre Problem warum wird trotzdem in diesen ineffizienten Prozessen ersticken?
00:02:26: Das liegt einfach viel tiefer...und dass es schmerzhaft einzusehen.
00:02:30: Weil es bedeutet, dass man das Problem nicht einfach weg kaufen kann oder?
00:02:33: Exakt Du kannst dir den Ausweg nicht einfach mit einer Kreditkarte erkaufen.
00:02:38: Das ist der Punkt, an dem wir heute wirklich mal in die Tiefe gehen müssen.
00:02:42: Die Kernbeobachtung aus unserem Text ist ja fast schon tragikomisch.
00:02:47: also Unternehmen kaufen permanent neue Software richtig?
00:02:52: Ohja gefühlt jedes Jahr!
00:02:54: Genau sie rufen alle zwei Jahre das nächste große revolutionäre Digitalisierungsprojekt aus
00:03:00: und dann
00:03:01: Naja, am Ende des Tages verlagern sie eigentlich nur ihr altes bestehendes Chaos auf eine ja etwas modernere buntere Plattform.
00:03:10: Mhm!
00:03:10: Mit schöneren Farben und runden Ecken
00:03:13: Richtig Aber die Informationen bleiben halt genauso unstrukturiert wie vorher.
00:03:18: Und da frage ich mich warum ist das so?
00:03:20: Warum glauben wir immer noch dass das neue Tool die Arbeit automatisch für uns strukturiert
00:03:25: Weil es uns so verkauft wird?
00:03:26: ehrlich gesagt
00:03:27: Ich meine Wenn ich meine Kleidung zu Hause jeden Tag chaotisch auf den Boden werfe, ja?
00:03:33: Und dann kaufe ich mir einfach einen doppelt so großen Kleiderschrank mit einer schicken LED-Beleuchtung.
00:03:41: Dann bin ich ja nicht plötzlich ordentlicher nur wegen des Schranks!
00:03:44: Ich habe buchstäblich nur ein teureres Möbelstück für mein Chaos gekauft.
00:03:48: Was hier faszinierend ist – das ist genau diese psychologische Falle!
00:03:52: Der Kleidersschrank ist da ein exzellentes Bild für…
00:03:55: Echt?!
00:03:55: Ja, absolut!
00:03:57: Das Management tabt hier ständig in die Falle Hülle und Inhalt zu verwechseln.
00:04:01: Weißt du?
00:04:02: Die Softwarehersteller verkaufen dir in ihren Hochglanz-Präsentationen immer das perfekte Endresultat.
00:04:08: Aha diese Demos ja?
00:04:09: Genau – in der Demo siehst Du wunderschöne Dashboards ganz klare Grafiken, nahtlose Prozesse alles klickt ineinander.
00:04:16: Sieht immer super easy aus
00:04:18: Aber was Dir in dieser Demoheit.
00:04:20: niemand sagt Diese Dashboards funktionieren dort nur deshalb so perfekt, weil sie mit markellosen völlig synthetischen Demodaten gefüttert werden.
00:04:31: Und in der Realität schütten wir dann unsere völlig unstrukturierten kroatigen echten Daten da rein?
00:04:38: Ganz genau!
00:04:38: Die Technologie ist immer nur die Hülle – der Artikel bringt das auf einen sehr schmerzhaften aber wahren Nenner…
00:04:46: Und der wäre?
00:04:47: Die eigentliche Herausforderung entsteht genau dort, wo Informationen unstrukturiert erfasst, völlig uneinheitlich gepflegt und dann in isolierten Datensammlungen verwaltet werden.
00:04:58: Okay warte, gib mir da mal ein Bild für….
00:05:01: Stell dir vor du hast ein hochmodernes vollautomatisiertes Lagerhaus gebaut – mit Robotern und allem!
00:05:07: Okay klingt teuer …
00:05:09: ist es auch.
00:05:11: Aber wenn deine Mitarbeiter die Kisten weiterhin unbeschriftet lassen, falsche Barcodes draufkleben und sie einfach wahllos in irgendwelche Gänge werfen, dann nützt ihr die allerbeste Roboterlogistik der Welt absolut gar nichts.
00:05:23: Weil der Roboter einfach nicht weiß was in der verdammten Kiste ist?
00:05:26: Exakt!
00:05:27: Die Maschine ist blind – Wenn Daten weiterhin so schlampig behandelt werden verpufft jede noch so teure IT-Investitionen.
00:05:35: Struktur… Ist eben nicht das automatische Ergebnis von Digitalisierung
00:05:39: … sondern
00:05:41: Sie ist ihre absolute, nicht verhandelbare Grundvoraussetzung.
00:05:44: Wahnsinn!
00:05:46: Hier wird es nämlich wirklich interessant.
00:05:48: Lass uns das mal von dieser abstrakten Ebene holen und direkt in den operativen Alltag reinzoomen.
00:05:53: Sehr gerne!
00:05:54: Denn das ist ja das was du und ich – und jeder der uns gerade zuhört – jeden verdammten Tag im Büro erlebt.
00:05:59: Ohja, dass tägliche leiden….
00:06:01: Nehmen wir mal ein ganz klassisches Beispiel so eine normale Projektliste... Da gibt's ... Ein wichtiges Kundenprojekt ….
00:06:07: Aber Und jetzt kommt's.
00:06:09: Diese eine Wahrheit existiert plötzlich in fünf verschiedenen Dimensionen.
00:06:13: Mindestens fünf?
00:06:14: Genau, also das Marketing-Team hat so ein Board in irgendeinem bunten Cloudtool.
00:06:18: Da wird der Kunde als heißer Lied geführt.
00:06:21: Dann hat er vertrieb seine eigene heilige Excel-Tabelle auf irgendeim versteckten lokalen Laufwerk wo derselbe Kunde unter einem ganz anderen Namen läuft und die Buchhaltung hat ihn dann nochmal ganz anders.
00:06:33: in ihrem alten System.
00:06:34: Jede Abteilung bastelt sich quasi ihre komplett eigene Realität zusammen.
00:06:38: Das ist ein riesiges Problem.
00:06:40: Was richtet dieses spezifische Chaos eigentlich an, wenn wir das mal wirklich bis zum Ende durchdenken?
00:06:44: Wenn wir das mit dem Gesamtbild verknüpfen dann sehen wir dass es das Fundament jeglicher unternehmerischer Entscheidungsfindung komplett zerstört.
00:06:51: Echt so dramatisch?
00:06:53: Ja
00:06:53: wirklich!
00:06:54: Das Phänomen das du da gerade beschreibst das entsteht meistens ganz schleichend Mit dem organischen Wachstum von so einem Unternehmen.
00:07:01: Also je größer die Firma desto schlimmer.
00:07:03: Genau Mit zunehmender Größe wächst nicht nur die Anzahl der Prozesse, sondern eben auch die schiere Menge dieser erfassten Informationen.
00:07:11: Und die Leute wollen ja eigentlich nur arbeiten?
00:07:13: Eben!
00:07:14: Die versuchen einfach nur ihren Job zu machen.
00:07:17: und wenn das zentrale System zu star ist oder was oft passiert gar nicht existiert dann fangen sie an sich Workarounds zu bauen
00:07:25: ihre eigenen kleinen Inseln.
00:07:26: richtig Sie erfinden eigene Begriffe.
00:07:29: die eine Abteilung nennt es dann Kunde.
00:07:32: Die andere sagt Auftragsgeber und die Dritte, wie du meintest, nennt es Lied?
00:07:36: Ja
00:07:37: Und plötzlich hast du da kein Unternehmen mehr das wirklich an einem Strang zieht.
00:07:42: Du hast dann das was der Text sehr treffend als isolierte Inseln beschreibt.
00:07:47: Du hast diese extrem gefährlichen Abteilungswahrheiten Natürlich!
00:08:02: Denn für ihren eigenen isolierten kleinen Arbeitsablauf funktioniert sie ja auch wunderbar.
00:08:07: Stimmt, aus deren Sicht ist alles fein.
00:08:09: Aber wenn wir jetzt mal eine Etage höher auf die Management-Ebene schauen – was passiert denn?
00:08:13: Wenn die Geschäftsführung fragt, wie viele aktive Kunden haben wir eigentlich
00:08:17: gerade?!
00:08:17: Oh Gott, ja….
00:08:19: dann bekommt sie wahrscheinlich drei völlig unterschiedliche Zahlen.
00:08:21: Mindestens Das
00:08:22: ist doch völlig absurd!
00:08:24: Das Management fragt nach einem simplen Statusbericht und das Marketing sagt hey, wir haben fünfzig.
00:08:30: Der Vertrieb sagt, nee ne es sind dreißig.
00:08:33: Und die Buchhaltung funkt dazwischen?
00:08:34: Genau!
00:08:35: Die Buchhaltungen sagt dann Leute es sind zwölf die auch wirklich bezahlt haben.
00:08:40: und das schlimmste an der Sache ist jede Abteilung kann ihre Antwort sogar mit ihren eigenen Daten belegen
00:08:46: weil die Tabelle es ja hergibt.
00:08:48: richtig.
00:08:48: man sitzt dann im Meeting und diskutiert plötzlich überhaupt nicht mehr über Strategien oder wie man wachsen kann.
00:08:54: Man verbringt eine Stande damit darüber zu streiten Wessen Excel-Tabelle weniger falsch ist
00:09:00: Unfassbar frustrierend.
00:09:01: Aber exakt, das ist die Realität in tausenden Unternehmen jeden Tag!
00:09:06: Kennzahlen verlieren dadurch einfach komplett ihre Aussagekraft.
00:09:10: Klar wenn man sich auf nichts verlassen kann...
00:09:12: Wenn du als Chef ein Management-Dashboard hast dass aus drei verschiedenen sich permanent widersprechenden Quellen gefiltert wird dann steuerst du dein Unternehmen im Grunde im Blindflug
00:09:24: Und das kostet doch auch Unmengen an Zeit oder?
00:09:27: Oh ja, das führt dann zu diesen extrem aufwendigen manuellen Nacharbeiten.
00:09:32: Da sitzen hochbezahlte Analysten oder Fachkräfte tagelang nur daran irgendwelche Tabellen zusammenzukopieren.
00:09:39: Nur um Duplikate zu finden?
00:09:41: Duplikte
00:09:41: finden, Fehler bereinigen, Formate anpassen... Der Autor unseres Artikels betont hier einen ganz zentralen Paradigmenwechsel den man verstehen muss.
00:09:51: Welchen genau?
00:09:52: Erfolgreiche Unternehmen haben verstanden, dass Daten kein lästiges Nebenprodukt von Geschäftsprozessen sind.
00:09:59: Sondern?
00:09:59: Daten sind ein strategisches Assets und ein Asset also einen Vermögenswert.
00:10:05: den muss mal organisieren schützen und pflegen wie das eigene Bankkonto.
00:10:09: Okay
00:10:10: wow
00:10:11: Das Chaos ist also etabliert.
00:10:13: das Fundament wackelt gewaltig Und wir haben jetzt verstanden dass der neue teure Kleiderschrank das Problem nicht lösen wird.
00:10:20: Richtig Was bedeutet das nun alles?
00:10:23: Wie kommen wir aus dieser Nummer wieder raus.
00:10:26: Der Artikel spricht da ja ganz deutlich von Standardisierung als Ausweg.
00:10:30: Das ist der einzige Weg, ja
00:10:32: Erfordert quasi das komplette Ende dieser individuellen Datensammlungen.
00:10:37: Die Lösung soll sein dass das Unternehmen glasklar definiert was erfasst wird und vor allem in welcher Form.
00:10:43: Genau die form ist entscheidend.
00:10:46: die Quelle nennt hier explizit tools wie Microsoft Lists als ein Beispiel für so eine Plattform, die Daten nach ganz strengen Regeln erfasst anstatt den Leuten einfach diese endlosen Freitextfelder zu geben.
00:10:58: Richtig!
00:10:59: So soll dann aus einer banalen Liste ein steuerbares Informationssystem werden.
00:11:04: Aber... also da muss ich jetzt wirklich mal kurz einhaken.
00:11:06: Nur zu?
00:11:08: In der Theorie klingt das ja super elegant aber in der Praxis nimmt diese ganze strenge Standardisierung den Mitarbeitern nicht komplett ihre Autonomie.
00:11:18: Wie meinst du das genommen?
00:11:19: Naja, wenn ich da an einen richtig erfahrenen Vertriebler denke.
00:11:23: Der seit fünfzehn Jahren sein eigenes perfekt auf ihn zugeschnittenes System hat.
00:11:28: Oh ja der berühmte Lone Wolf!
00:11:30: Genau.
00:11:31: Der geht doch sofort auf die Barrikaden, wenn man ihm sagt so Heinz Du darfst jetzt keine eigene Notizen mehr machen.
00:11:37: Du musst ab sofort alles in dieses vorgegebene Drop-Down Menü quetschen.
00:11:41: Das stimmt, dieser Widerstand ist auch völlig normal wenn dann sowas einführt.
00:11:45: Ist ja auch irgendwie verständlich?
00:11:46: Absolut!
00:11:47: Das hat ganz viel mit diesem Gefühl von Kontrollverlust zu tun.
00:11:51: Die eigene kleine Tabelle gibt dem Mitarbeiter halt das Gefühl her über seine eigenen Informationen zu sein.
00:11:56: Sein
00:11:57: kleines Königreich?
00:11:58: Genau.
00:11:59: Aber jemissen wir uns den Mechanismus hinter diesen Werkzeugen mal genauer ansehen.
00:12:04: Warum fordert der Text denn dass Ende der Freitextfelder so vehement?
00:12:08: warum?
00:12:09: Weil ein Computer und damit letztendlich das ganze Unternehmen mit einem Freitextfeld einfach nichts anfangen kann.
00:12:18: Nimm wir an, du hast einen Feld in einer Tabelle, d.h.
00:12:21: Status.
00:12:22: Mitarbeiter A schreibt da rein – Inbearbeitung.
00:12:25: OK klingt logisch!
00:12:26: Mitarbeiter B schreibt wird gemacht.
00:12:29: Mitarbeiter C schreibt fast fertig Und Mitarbeiter D weil er es eilig hat macht einfach nur ein X rein.
00:12:36: Naja, aber für einen Menschen der das liest ist doch völlig klar dass alle vier genau dasselbe meinen oder?
00:12:41: Richtig!
00:12:42: Für dich und mich als Menschen isst das logisch.
00:12:45: Aber für eine Datenbank... Ah!
00:12:48: ...für die Datenbank sind das vier völlig unterschiedliche absolut unverknüpfbare Zustände.
00:12:54: Du kannst daraus kein Diagramm generieren
00:12:56: Stimmt
00:12:56: Du kannst keinen automatischen Prozessanstoßender.
00:12:59: zum Beispiel sagt Wenn Status gleich in Bearbeitung dann schicke automatisch eine E-Mail an den Kunden
00:13:05: Weil das System wird gemacht, einfach nicht als denselben Status erkennt.
00:13:09: Exakt!
00:13:10: Das System versteht das nicht.
00:13:12: Standardisierung durch relationale strukturierte Listen wie eben Microsoft Lists oder ähnliche Datenbank-Tools zwingen die Nutzer sich auf ein domeinsames Vokabular zu einigen.
00:13:21: Man
00:13:22: hat dann also keine Wahl mehr?
00:13:23: Genau – du hast dann eben nur noch einen Dropdown-Menü mit exakt drei Optionen und eine davon musst Du wählen.
00:13:29: Okay, das verstehe ich aus einer technischen Sicht total….
00:13:32: Aber wie erklärst du das denn jetzt dem frustrierten Vertriebler, dass das angeblich auch für ihn besser ist?
00:13:38: Der sieht ja im ersten Moment nur, dass er massiv eingeschränkt wird.
00:13:41: Du erklärest es ihm indem du ihm zeigst was er im Gegenzug für diese kleine Einschränkung eigentlich bekommt!
00:13:47: Und das wäre?
00:13:48: Denk doch mal nach – woher kommt der meiste Frust im Büroalltag?
00:13:52: Naja oft von der ewigen Sucherei nach Dingen…
00:13:55: Genau.
00:13:56: Er kommt davon, dass man ewig nach dem aktuellen Stand von irgendeinem Projekt suchen muss oder davon, das man für das wöchentliche Reporting freitags um siebzehn Uhr noch mal schnell Exeltabellen aus drei verschiedenen Abteilungen zusammen basteln muss.
00:14:08: Oh ja!
00:14:09: Das Wochenreporting des Krauens.
00:14:11: Wenn du aber eine zentral strukturierte Liste hast und jemand im Marketing ändert den Status eines Leads über dieses vorgegebene Dropdown auf Vertriebsübergabe Ja
00:14:20: Dann ändert sich das in exakt derselben Sekunde überall im ganzen Unternehmen.
00:14:25: Das ist die absolute Magie von relationalen Daten.
00:14:28: D.h.,
00:14:28: jeder sieht sofort den neuen Stand!
00:14:30: Es
00:14:30: gibt da nur noch einen einzigen Datensatz, auf den alle schauen... Die Transparenz, die dadurch entsteht macht diese endlosen Abstimmungs-, Meetings- und Status-Calls einfach komplett überflüssig.
00:14:41: Ah,
00:14:41: und das ist dann die Zeit, die der Vertriebler gewinnt?
00:14:44: Genau.
00:14:45: Die gewonnene Zeit ist der eigentliche Freiraum zu dem Mitarbeiter – das echte Arbeiten nicht das Basteln der siebzehnten eigenen Echseltabelle.
00:14:53: Das
00:14:53: ist wirklich ein sehr starkes Argument.
00:14:55: Im Grunde zwingen wir das Unternehmen also dazu, endlich mal eine gemeinsame Grammatik zu lernen.
00:15:00: Schön gesagt!
00:15:01: Ja wenn alle dasselbe Vokabular nutzen dann fließen die Informationen reibungslos anstatt dass wir für jeden Datenaustausch zwischen Marketing und Vertrieb erst noch einen Dolmetscher brauchen.
00:15:10: Exakt
00:15:11: so ist es.
00:15:12: Und das bringt uns zu einem Punkt wo wir kurz über die eigentliche Architektur sprechen müssen.
00:15:16: Wir reden hier ja nicht zwingend davon, dass jetzt jede kleine mittelständische Firma sofort ein massives ERP-System braucht oder?
00:15:22: Nein.
00:15:23: Überhaupt nicht!
00:15:24: Lass uns das kurz für alle greifbar machen die vielleicht nicht so tief in der IT stecken.
00:15:29: Ein ERP System also Enterprise Resource Planning Das sind diese gigantischen unternehmensweiten Betriebssysteme
00:15:35: Wie SAP zum Beispiel
00:15:37: Genau SAP Die kosten ja oft Millionen und versuchen von der Buchhaltung bis zur Produktion wirklich alles in einem einzigen riesigen Programm abzubilden
00:15:46: Und das ist für viele Firmen einfach völliger Overkill.
00:15:49: Richtig,
00:15:50: der Artikel impliziert ja auch eher dass man die Prinzipien von Struktur auch im Kleinen anwenden kann?
00:15:55: Absolut!
00:15:55: Du brauchst nicht sofort den riesigen Millionen schweren SAP-Rollout.
00:16:01: Es geht viel mehr um die Methodik dahinter.
00:16:03: Okay also wie fange ich an?
00:16:05: Du kannst mit vergleichsweise simplen aber eben gut konfigurierten Tools arbeiten Solange, und das ist wichtig – die Spielregeln stimmen.
00:16:14: Die gemeinsame Grammatik?
00:16:15: Genau!
00:16:16: Es geht darum, dass die Fachabteilung vor der Erstellung von so einer Liste oder Datenbank ganz klar definiert welche Datenformate brauchen wir überhaupt.
00:16:26: Was ist ein Datum?
00:16:28: Was ist eine Währung?
00:16:29: Was isst ein fester
00:16:30: Statusbegriff?!
00:16:31: Wenn diese Informationsarchitektur einmal steht dann reduziert das die Fehlerquote enorm
00:16:37: Und das spart am Ende das Geld
00:16:39: Und es eliminiert diese schrecklichen Medienbrüche.
00:16:42: Weißt du dieses nervige, manuelle Abtippen von einer E-Mail in eine Liste und von dort dann wieder in ein weiteres Tool?
00:16:49: Das frisst so unglaublich viel Zeit!
00:16:52: Aber weißt Du – wenn wir das Fundament jetzt nicht bauen, dann rennen wir mit Vollgas in das nächste noch viel größere Problem….
00:17:00: Oh ja...
00:17:01: Der große Hype.
00:17:02: Und das ist der Moment, wo mich der Text bei der Vorbereitung wirklich gepackt hat.
00:17:06: Wir müssen jetzt über künstliche Intelligenz und Skalierung sprechen
00:17:09: Das absolute Lieblingsthema jedes Vorstandsgrade!
00:17:13: Wirklich alle Firmen stürzen sich aktuell wie verrückt auf KI.
00:17:16: Jeder CEO will plötzlich Datengetrieben arbeiten.
00:17:20: Alles soll am besten gestern automatisiert werden.
00:17:22: Hauptsache AI steht irgendwo drauf
00:17:25: Genau.
00:17:25: Aber der Artikel warnt hier mit einer Schärfe die man echt selten liest.
00:17:29: Die Kernausage ist da Automatisierte Prozesse können fehlerhafte Daten nicht korrigieren.
00:17:35: Das ist der Schlüsselsatz!
00:17:36: Was
00:17:36: heißt das denn ganz konkret, wenn ich jetzt KI auf mein unaufgeräumtes chaotisches Unternehmen loslasse?
00:17:41: Das wirft eine wichtige Frage auf.
00:17:43: ja... Es bedeutet schlichtweg eine Katastrophe mit Ansage.
00:17:47: Eine
00:17:47: Katastrofe?!
00:17:48: Ja viele Entscheider glauben leider Skalierbarkeit oder diese sogenannte KI-Readyness sei so ein Feature dass man einfach bei einer Agentur einkaufen kann Wie
00:17:58: ein Update.
00:17:59: Genau Die denken, unsere Prozesse sind langsam und voller Fehler.
00:18:03: Also kaufen wir jetzt für viel Geld eine KI die das alles für uns repariert.
00:18:07: Aber das funktioniert so nicht!
00:18:09: Es ist ein fundamentaler Irrtum.
00:18:11: Eine KI verarbeitet nur Muster, sie kann eine fehlende Logik nicht einfach aus dem Nichts erfinden.
00:18:17: Okay, verstehe.
00:18:18: Wenn du KI jetzt auf dieses Gartenchaos loslässt, auf all diese verschiedenen Abteilungswaheten und diese unstrukturierten Freitextfelder die ihr vollen besprochen haben...
00:18:27: Was passiert dann?
00:18:27: ...dann optimiert die KI im schlimmsten Fall einfach nur dein Chaos.
00:18:31: Oh Gott!
00:18:31: Oder sie trifft in Millisekunden völlig falsche Entscheidungen weil Sie den Kontext deiner chaotischen der Mitarbeiter überhaupt nicht versteht.
00:18:40: Weißt du, ich habe mir beim Lesen dazu so eine Metapher überlegt.
00:18:43: Lass hören!
00:18:44: Wenn wir unsere schlechten und strukturierten Daten automatisieren dann ist das buchstäblich so als würde man einen Hochleistungsraketenantrieb an ein kaputtes rostiges Fahrradschrauben.
00:18:57: Okay?
00:18:58: Ja, denk mal drüber nach... Der Raketenantrieb, also die KI repariert dir ja weder die Plattenreifen noch die gerissene Kette.
00:19:05: Nee absolut nicht!
00:19:06: Er sorgt einfach nur dafür dass das kaputte Konstrukt sehr viel schneller nach vorne schießt.
00:19:10: man kommt damit nicht schneller ans Ziel der Crash passiert einfach nur extrem viel früher und die Zerstörung am Ende ist wesentlich spektakulärer.
00:19:18: Die Metapher trifft es wirklich absolut perfekt
00:19:20: Danke.
00:19:21: Lass uns das mal an einem Fallbeispiel kurz durchstehen.
00:19:24: gerne
00:19:25: Stell dir vor, du hast einen automatisierten Bestellprozess eingeführt.
00:19:29: In der Vergangenheit hat da immer noch ein Mensch auf diese chaotische Exeliste geschaut.
00:19:39: Zehn, aber erst nächsten Monat.
00:19:41: Ah,
00:19:41: klassischer Mitarbeitereintrag!
00:19:43: Genau – ein Mensch liest das, versteht den Freitext sofort und wartet mit der Bestellung einfach ab.
00:19:48: Logisch Aber ein automatisiertes System fragt da nicht nach?
00:19:51: Es erkennt vielleicht einfach nur die Zahl, übersieht den ganzen Rest in der Klammer oder liest die Zelle komplett falsch aus
00:19:58: Und zack löst sofort einen falschen Bestärfüllgang
00:20:00: aus.
00:20:00: Richtig ….
00:20:01: und wenn du diesen kleinen Fehler jetzt über zehntausende Transaktionen am Tag skalierst Wow Dann brennt dein Unternehmen finanziell einfach ab.
00:20:09: Das ist heftig!
00:20:11: Was der Autor uns hier sagen will, was heute als banale kleine aber eben strikt standardisierte Liste beginnt – das es morgen die absolute unverzichtbare Basis für komplexe Workflows und KI-Entscheidungsprozesse.
00:20:26: Also ohne Struktur keine KI.
00:20:28: Skalierbarkeit entsteht einzig und allein durch die Fähigkeit Informationen dauerhaft konsistent zu organisieren nicht durch das neueste Tool.
00:20:36: Das bedeutet also, die Technologie ist letztlich einfach nur wie ein Verstärker für das was bereits da ist.
00:20:41: Exakt!
00:20:42: Wenn ich intern eine glasklare Ordnung und Struktur habe dann nimmt die KI diese Ordnung Und skaliert sie macht sie unfassbar effizient.
00:20:51: Richtig.
00:20:51: Aber wenn ich intern im völligen Chaos versinke Dann skaliert die KI halt mein Chaos ins Unermessliche.
00:20:58: Genau so ist es.
00:20:59: Wer diesen Grundsatz der Datenstrukturierung heute ignoriert und einfach blind irgendwelche KI-Tools lizenziert, der steht bei zukünftigen Digitalisierungsprojekten vor massiven extrem teuren Nacharbeiten.
00:21:14: Ohne diese Basistruktur baust du dein gesamtes digitales Haus im Grunde auf Sand!
00:21:19: Und das erfordert einen kompletten Paradigmenwechsel in den Köpfen des Managements.
00:21:23: Digitalisierung darf einfach nicht länger als so ein reines Technologieprojekt behandelt werden, dass man einfach über den Zaun an die IT-Abteilung wirft.
00:21:31: Frei
00:21:31: nach dem Motto hier IT ist das Budget führt man Tool X
00:21:34: ein.
00:21:34: Genau!
00:21:35: Das klappt nicht.
00:21:36: Ja aber das höre ich so oft in Firmen... Aber die IT Abteilungen kennt doch die ganzen fachlichen Prozesse im Vertrieb oder im Marketing gar nicht im Detail.
00:21:43: Stimmt?
00:21:43: Die können diese logische Struktur doch gar nicht von sich aus vorgeben,
00:21:46: oder?!
00:21:47: Richtig, das können die gar nicht.
00:21:48: Die strategische Intedration bedeutet dass die Geschäftsführung gemeinsam mit den Fachbereichen vor der Einführung eines jeden Tools ihre Hausaufgaben machen muss.
00:21:59: Also miteinander reden!
00:22:01: Genau Sie müssen definieren welche Informationen sind für uns als Unternehmen eigentlich kritisch?
00:22:08: Okay
00:22:09: Wer darf sie überhaupt anlegen?
00:22:11: wie müssen diese Daten von Abteilung A nach Abteilungen B fließen
00:22:15: Und wie stellen wir technisch sicher, dass sie fehlerfrei erfasst werden?
00:22:18: Exakt.
00:22:20: Erst wenn dieses gesamte Informationsdesign einmal klar auf dem Papier steht erst dann geht man los und sucht sich die Software aus, die genau diesen spezifischen Flow am besten unterstützt.
00:22:31: Die Technologie ist eigentlich nur noch der Ausführende Arm
00:22:34: Ganz genau!
00:22:35: Der Ausführende einer bereits durchdachten Strukturstrategie.
00:22:40: Das ist der massive Unterschied zwischen Digitalisierung als blindem Software-Rollout und Digitalisierung, als einer echten Tiefenunternehmensstrategie.
00:22:49: Okay, wow!
00:22:52: Es ist wirklich ein sehr mächtiger Gedanke – es geht um die Architektur der Informationen bevor man auch nur den allerersten digitalen Ziegelstein legt.
00:23:00: So ist's?
00:23:01: Das bringt uns schon langsam auf die Zielgrade von unserem Liebdalf heute Und ich möchte das nochmal ganz klar für dich wenn du gerade zuhörst destillieren.
00:23:08: Fassen wir es zusammen.
00:23:09: Wir haben heute mit der großen Illusion aufgeräumt, dass ein neues glänzende Software-Tool irgendwie automatisch kaputte Prozesse heilt.
00:23:17: Tut's nicht!
00:23:18: Wir haben gesehen warum diese isolierten Excel-Tabellen und Freitextfelder vielleicht kurzfristig bequem sind aber langfristig zu diesen fatalen Abteilungswahrheiten führen die das ganze Unternehmen lahmlegen können.
00:23:31: Richtig
00:23:31: Wir haben diskutiert, dass Standardisierung eben keine Gängelung der Mitarbeiter ist.
00:23:36: Sondern eigentlich der einzige Weg um eine gemeinsame Sprache zu sprechen und die Reibungsverluste zu minimieren.
00:23:43: Und wir haben vor allem verstanden, Struktur ist kein nerviges technisches Detail.
00:23:48: Sie ist die unumstößliche Grundvoraussetzung, um überhaupt von Automatisierung und KI profitieren zu können.
00:23:55: Dem ist inhaltlich wirklich nichts mehr hinzuzufügen!
00:23:58: Es ist die harte Realität, der sich einfach jedes Unternehmen in den nächsten Jahren stellen muss.
00:24:03: Ob sie wollen oder nicht?
00:24:05: Technologie ist vielleicht der Motor aber die Struktur, die ist die Straße und ohne Straße dreht ihr das stärkste Motor einfach nur durch.
00:24:15: Wow!
00:24:15: Genau das.
00:24:17: Und deshalb habe ich jetzt zum Schluss eine kleine Aber sehr kontrete Aufgabe für dich lieber Zuhörer.
00:24:22: Da bin ich gespannt
00:24:23: Wenn in deiner Firma oder vielleicht sogar an deiner Abteilung das nächste Mal ein großes, schickes und wahrscheinlich extrem teures Software-Rollout angekündigt wird.
00:24:32: Dann bist du jetzt nach dieser Analyse derjenige im Raum, der die Hand hebt
00:24:36: Und die unbequeme Frage stellt.
00:24:39: Ganz genau Du räusperst dich und stellts diese eine ungemütliche Frage Hey!
00:24:44: Haben wir eigentlich unsere internen Datenstrukturen und Prozesse aufgeräumt bevor wir dieses Millionensystem jetzt einführen?
00:24:50: Da wird es ganz still im Raum.
00:24:52: Ja.
00:24:52: Du wirst im ersten Moment wahrscheinlich ein paar richtig genervte Blicke ernten, von denen die einfach nur schnell das coole neue Tool wollen.
00:24:59: Bestimmt!
00:25:00: Aber du wirst dein Unternehmen langfristig sehr viel Geld, Chaos und Schmerz ersparen.
00:25:05: Das ist sicher.
00:25:06: Aber bevor wir uns jetzt wirklich verabschieden möchte ich, dass wir den Blick noch ein kleines bisschen weiter nach vorne richten.
00:25:11: Wir haben ja heute viel darüber gesprochen wie wichtig saubere Daten für das Funktionieren von KI sind... ...aber da gibt es noch eine andere fast schon philosophische Ebene, die sich daraus ableitet und die mich ehrlich gesagt seit der Lektüre nicht mehr loslässt.
00:25:26: Okay, da bin ich jetzt sehr gespannt!
00:25:29: In der Softwareentwicklung gibt es ja diesen bekannten Begriff der Technical Depth also der technischen Schulden.
00:25:33: Kenne ich?
00:25:34: Das heißt wenn man heute schlamppig programmiert nur um Zeit zu sparen dann muss man später wahnsinnig teuer dafür bezahlen.
00:25:40: Genau, Zinsen auf schlechten Code.
00:25:43: Aber was wir heute besprochen haben ist ja eigentlich data debt Also Datenschulden.
00:25:48: Wenn ein Unternehmen jahrelang einfach zulässt, dass Abteilungen in Silos arbeiten eigene Wahrheiten erfinden und Wissen horten dann ist das nicht nur ein Datenproblem.
00:25:59: Was ist es denn?
00:26:00: Es ist ein kulturelles Problem.
00:26:02: Und das führt mich zu einem Gedanken den du liebe Zuhörerinnen oder lieber Zuhöhrer mal mit in den Feierabend nehmen solltest Hau raus!
00:26:09: Wenn wir jetzt beginnen, große KI-Modelle auf exakt diesen unstrukturierten historisch gewachsenen Abteilung spezifischen Datenbergen zu trainieren.
00:26:19: Erschaffen wir dann wirklich intelligente Assistenten?
00:26:22: Oh
00:26:22: ich ahne worauf du hinaus willst.
00:26:24: oder klonen wir damit nicht vielmehr unsere eigene tief verwurzelte organisatorische Dysfunktion?
00:26:31: Das ist ein starker Gedanke.
00:26:33: Wird die hochgelobte KI der Zukunft am Ende vielleicht einfach nur eine digitale Kopie der stoßen chaotischsten Abteilung sein, die wir jemals in der Firma hatten?
00:26:45: Nur dass sie ihre falschen Entscheidungen jetzt in Millisekunden trifft anstatt in Wochen.
00:26:50: Genau das!
00:26:51: Denkt da einfach mal drüber nach wenn du das nächste Mal eine eigene kleine Excel-Tabelle auf deinem Desktop abspeicherst.
00:26:57: Ein sehr gutes Schlusswort.
00:26:58: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:27:00: Wir hören uns bei den nächsten ausführlichen Analyse.
00:27:03: Mach's gut.
00:27:03: Bis dann!
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