Experten-Talk – Power Platform – Investitionsschutz statt Komplettaustausch

Shownotes

In diesem Experten-Talk sprechen wir über Strategien zur Modernisierung gewachsener IT-Landschaften mit der Microsoft Power Platform.

• Bestehende Investitionen schützen: Warum viele Legacy-Systeme nicht ersetzt, sondern gezielt erweitert und modernisiert werden können

• Risiken von "Rip and Replace": Weshalb vollständige Systemablösungen häufig hohe Kosten, lange Projektlaufzeiten und zusätzliche Risiken mit sich bringen

• Intelligent Layering mit der Power Platform: Wie Unternehmen moderne Anwendungen und Prozesse über bestehende Systeme legen können, ohne bewährte Kernsysteme aufzugeben

• On-Premises Data Gateway: Welche Rolle die sichere Anbindung lokaler Datenquellen an Cloud-Lösungen spielt

• Dataverse als Integrationsschicht: Wie Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammengeführt und für moderne Anwendungen, Automatisierungen und KI-Szenarien nutzbar gemacht werden können

• Moderne Benutzererfahrung: Wie Power Apps den Zugriff auf bestehende Systeme über Webbrowser, Tablets und mobile Geräte vereinfachen können

• Sicherheit und Governance: Wie Microsoft Entra ID, Data Loss Prevention (DLP) und zentrale Verwaltungsmechanismen dabei helfen, bestehende Systeme sicher in moderne Plattformen einzubinden

Weiterführende Informationen

Diese Episode basiert auf unserem ausführlichen Fachbeitrag.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier:

https://rohinie.com/investitionsschutz-legacy/

Transkript anzeigen

00:00:00: Stell dir mal vor, du hast da dieses Haus.

00:00:03: Es ist fünfzig Jahre alt vielleicht hat es noch dein Großvater gebaut.

00:00:09: das Fundament ist absolut massiv die Wände sind metadick

00:00:12: Richtig stabil also

00:00:14: Genau!

00:00:14: Es hat Stürme und Unwetter überstanden.

00:00:17: aber jetzt willst Du dort einziehen und sagst Dir hey ich brauche einen Smart Home System.

00:00:21: Ja schnelles WLAN in jedem Raum

00:00:23: Richtig!

00:00:24: Du willst die Heizung per App steuern?

00:00:26: Und das Dach soll voll mit intelligenten Solarpendels sein.

00:00:30: Und wenn du jetzt einen typischen Architekten fragst, schaut er sich das an und sagt wahrscheinlich Puh.

00:00:35: Weißt Du was?

00:00:36: Reist das Ding ab!

00:00:38: Genau Bau komplett neu.

00:00:40: Das ist für mich viel einfacher.

00:00:42: Und warum genau dieser Reflex?

00:00:44: also diese Abrissböerne zu holen in der Realität fast immer eine furchtbar schlechte Idee ist, dass schauen wir uns heute in unserem Diebdivern

00:00:53: Ja, denn wenn wir diese Hausmetapher mal direkt auf die IT-Welt übertragen landen wir bei einem der größten Kopfschmerzthemen überhaupt.

00:01:00: Absolut!

00:01:01: Das ist wirklich das was aktuell die Chefetagen im Dachraumextrem umtreibt.

00:01:05: Wir knöpfen uns dazu heute eine sehr detaillierte Analyse aus dem IT-Sektor vor.

00:01:10: Dies von Volker Bundrock aus dem Jahr zwanzig sechsundzwanzig erschienen bei Beitrag fährenzwanziger und das zentrale Thema dort ist der Investitionsschutz durch Legify Integration speziell eben mit der Microsoft Power Platform

00:01:23: ein extrem wichtiges Feld.

00:01:26: wir wollen dir heute nämlich zeigen wie Unternehmen diesen fast schon paradoxen Spagat schaffen.

00:01:31: Auf der einen Seite hast du diese jahrzehntelang gewachsenen IT-Systeme, also das stabile aber alte Haus.

00:01:38: Ja!

00:01:39: Und auf der anderen Seite drückt der Markt enorm – alles muss agil sein, alles muss in die Cloud, KI und Automatisierung sind plötzlich absolute Pflicht.

00:01:48: Genau, dass ist kein nice to have mehr.

00:01:51: Richtig!

00:01:51: Und das alles muss passieren ohne dass sich das Unternehmen durch ein gigantisches IT-Projekt komplett in den Ruinen treibt?

00:01:59: Das ist der springende Punkt.

00:02:00: Also lass uns direkt bei der Abrissbirne bleiben, wenn wir alte Systeme haben die keine modernen Schnittstellen bieten Warum ist dieser radikale Neustart dieses sogenannte Rip and Replace dann eigentlich so gefährlich?

00:02:14: Auf dem Papier klingt zu einem sauberer Neu-Anfang doch wahnsinnig verlockend.

00:02:17: Offenpakier definitiv, da hast du dann eine komplett saubere einheitliche Architektur alles aus einem Guss.

00:02:25: Klingt

00:02:25: super!

00:02:25: Aber die Realität in den Unternehmen hier in Deutschland, Österreich und der Schweiz sieht halt komplett anders aus.

00:02:32: Diese Legacy-Systeme, also die Altlasten bilden oft das absolute Rückgrat der Wertschöpfung.

00:02:39: Okay, also wir reden nicht von der kleinen Urlaubsapp der HR Abteilungen?

00:02:42: Nein überhaupt nicht!

00:02:44: Wir reden hier von komplexen Logistiksystems, von den Kernfinanzstrümen oder von Produktionssteuerungen.

00:02:50: Systeme, die über zwanzig dreißig Jahre gewachsen sind.

00:02:53: Wahnsinn

00:02:54: Wenn externe Dienstleister hier zum kompletten Austausch raten wird das fast immer zu einem strategischen Hochrisikoprojekt

00:03:01: Kosten völlig aus dem Ruder laufen.

00:03:03: Äh, ja die Budgets explodieren fast immer und die Zeitpläne werden sowieso gerissen.

00:03:09: aber das eigentliche oft völlig übersehende Risiko liegt woanders?

00:03:12: Wo denn?

00:03:13: Im Wissen!

00:03:14: In diesen alten Systemen steckt jahrzehntelanges implizites Wissen der Mitarbeiter Tausende kleine Sonderregeln Ausnahmen für bestimmte Großkunden spezifische Workflows

00:03:24: Die wahrscheinlich nur irgendwo aufgeschrieben sind oder?

00:03:26: Exakt Die sind nirgendwo dokumentiert, sondern die wurden irgendwann mal fest in den alten Code gegossen.

00:03:32: Reißt du das System jetzt ab?

00:03:34: Zerstörst du dieses unsichtbare Netz an Prozesssicherheit!

00:03:38: Das leuchtet ein...

00:03:39: Das führt in der Praxis zu massiven operativen Störungen – da sind Betriebe nach so einer Unstellung teilweise wochenlang nicht lieferfähig.

00:03:47: Das ist natürlich ein Albtraum.

00:03:49: Absolut!

00:03:50: Und deshalb rückt Bundrock in seiner Analyse ganz klar von diesem radikalen App ab, er fordert einen völlig anderen Weg nämlich intelligente Evolution statt vollständige Ablösung.

00:04:01: Intelligente Evolution?

00:04:03: Genau der Fachbegriff den er da prägt oder nutzt lautet intelligent layering.

00:04:08: Okay Barte lass uns das Konzept des intelligent layering mal kritisch hinterfragen.

00:04:14: Gerne

00:04:15: Wenn wir feststellen, dass dieses alte System extrem star ist.

00:04:19: Dass es völlig isoliert arbeitet und einfach komplett veraltet ist.

00:04:22: Ja

00:04:23: Und jetzt lege ich da eine moderne digitale Schicht drüber.

00:04:27: Ist das nicht irgendwie nur Kosmetik?

00:04:29: Schminken wir hier nicht sprichwörtlich ein Schwein Der Motor unter der Haube ist doch immer noch alt und stottert vor sich hin.

00:04:37: Die Skepsis verstehe ich total Aber genau da hinkt dein Bild vom stotternen Motor

00:04:42: Echt Wieso?

00:04:44: Das ist die entscheidende Nuance bei der Sache.

00:04:47: Das Problem bei diesen Legacy-Systemen, ist in den seltensten Fällen der Motor selbst!

00:04:52: Die tiefe Geschäftslogik, die hochkomplexen Kalkulationsmodelle, diese absolute Zuverlässigkeit im Backend – das funktioniert ja meistens fehlerfrei und dass auch in rasender Geschwindigkeit.

00:05:04: Das ist ein massiver unersetzbarer Wert.

00:05:07: Also der Motor stottert gar

00:05:08: nicht?!

00:05:09: Nein überhaupt nicht... Um ein Bild zu bleiben, wir haben da unten im Maschinenraum einen massiven extrem zuverlässigen Schiffstiesel stehen.

00:05:17: Der tut seit dreißig Jahren klaglos sein Dienst.

00:05:20: Das Problem ist nicht dieser Motor!

00:05:23: Das Problem is', das veraltete Armaturenbrett, dass heute niemand mehr ablesen kann und es fehlt das Getriebe um diese Kraft auf moderne neue Räder zu übertragen.

00:05:33: Ah, verstehe...das heißt beim Intelligent Layering geht es gar nicht um Kosmetik an einem kaputten System?

00:05:40: Richtig.

00:05:41: Sondern es geht darum, einen eigentlich hervorragend funktionierenden Kern zu isolieren und nutzbar zu machen.

00:05:47: Exakt!

00:05:48: Wir bewahren den unersetzbaren Kernwert des Unternehmens aber wir kapseln die sogenannte technische Schuld ein.

00:05:55: Technische Schuld?

00:05:56: Was meinst du damit genau?

00:05:57: In diesem Fall bedeutet technische Schuld furchtbare Bedienbarkeit starre Prozesse und eben fehlende Schnittstellen nach außen.

00:06:05: Wir tauschen den Schiffsdiesel also nicht aus, sondern wir flanschen ein hochmodernes digitales Getriebe an damit er plötzlich mit der Cloud kommunizieren kann.

00:06:14: Das

00:06:14: leuchtet absolut ein – Der Diesel bleibt!

00:06:18: Aber wenn wir das alte Backhand behalten stehen wir doch vor einem massiven technischen Problem.

00:06:23: Welches meinst

00:06:24: du?

00:06:25: Naja wie genau verbinden wir denn ein verstaubtes System aus den Neunzigern?

00:06:33: Normalerweise sprechen diese Welten noch völlig unterschiedliche Sprachen, da passt doch kein Kabel ins andere.

00:06:39: Ja und genau an dieser Säubruchstelle positioniert sich die Microsoft Power Platform.

00:06:45: Bundruck arbeitet sehr präzise heraus dass man die Power Platform in diesem Kontext nicht einfach als ja ein weiteres Tool aus dem Katalog betrachten darf

00:06:54: sondern

00:06:54: sie fungiert als eine architektonische Klammer.

00:06:57: Sie zieht diese beiden völlig unterschiedlichen Welten zusammen.

00:07:01: Wie muss ich mir diese Klammer technisch vorstellen?

00:07:03: Also wie greift die ganz konkret in mein altes System ein?

00:07:06: Erst mal ganz pragmatisch durch die schiere Masse an Anbindungen.

00:07:10: Die Plattform bringt von Haus aus schon über tausend Standard-Konnektoren mit!

00:07:15: Tausend, das ist ordentlich.

00:07:17: Ja!

00:07:18: Damit kannst du direkt an veraltete SQL-Datenbanken alte SAP-Instanzen oder an ganz klassische Fileserver andocken.

00:07:26: Und was ist wenn ich jetzt ein komplett exotisches selbst gebautes System im Geller stehen habe?

00:07:30: Eines für dass es keinen Standard gibt.

00:07:33: Dann baut man sogenannte Custom Connectors.

00:07:36: Das Spannende daran ist aber Wir bewegen uns hier die ganze Zeit im Low Code Bereich.

00:07:41: Warte kurz Für alle die das nicht kennen.

00:07:43: Low-Code bedeutet, ich muss nicht mehr für jede kleine Datenabfrage wochenlang hoch bezahlte Entwickler abstellen.

00:07:49: Die Zehntausende Zeilencode tippen richtig?

00:07:52: Ganz genau!

00:07:53: Diese Schnittstellen werden viel eher visuell konfiguriert.

00:07:57: man klickt sich das im Grunde wie Bausteine zusammen anstatt alles hart zu programmieren.

00:08:02: Okay krass

00:08:03: Aber diese Verbindungen also diese Konnektoran Das ist nur die halbe Miete.

00:08:09: Der eigentliche architektonische Durchbruch, das absolute Herzstück dieser Klammer ist eine Komponente namens Dataverse.

00:08:19: Das klingt jetzt erstmal total nach einem Science-Fiction Begriff – was genau passiert in diesem Dataverse?

00:08:25: Dataverse ist im Kern einer Harmonisierungsschicht für Daten.

00:08:29: Das ist ein Konzept, dass wir uns wirklich mal genauer ansehen müssen.

00:08:32: Lass hören!

00:08:33: Historisch gewachsene Unternehmen haben fast immer das Problem der Datensilos.

00:08:37: Also Abteilung A nutzt ein altes CRM-System, Abteilungen B nutzt eine verstaubte Lagersoftware.

00:08:44: Ja, der Klassiker!

00:08:46: Beide Systeme kennen den gleichen Kunden aber im einen System heißt das Feld für den Namen vielleicht Kundenname und im anderen heißt es kryptisch KDNR Text.

00:08:57: Und wenn ich das jetzt einfach so zusammenwerfe, knallt es?

00:09:00: Genau Wenn du diese Daten einfach stumpf in die Cloud kopierst, hast du ein heiloses Chaos und alles liegt doppelt und widersprüchlich vor.

00:09:09: Und wie löst Dataverse das dann?

00:09:12: Die Daten werden oft gar nicht physisch verschoben – sie werden virtuell eingebunden!

00:09:17: Das heißt, die eigentlichen Daten bleiben tief unten im alten Schiffstiesel, werden aber von außen lesbar gemacht.

00:09:23: Richtig!

00:09:25: Und dabei nutzt Dataverse den sogenannten Common-Data-Model.

00:09:29: Es zwingt diese völlig unterschiedlich strukturierten Daten aus den ganzen Altsystemen in eine gemeinsame, standardisierte logische Struktur.

00:09:39: Egal wie crude das Datum im alten System formatiert war, Dataverse übersetzt es live in ein Format, dass der Rest des Unternehmens versteht.

00:09:49: So entsteht dann wahrscheinlich dieser viel beschworene Single Point of Truth?

00:09:53: Genau der!

00:09:55: Eine einzige verlässliche Wahrheit über deine gesamten Unternehmensdaten.

00:09:59: Also im Grunde funktioniert Dataverse wie ein routinierter Simultanübersetzer bei den Vereinten Nationen.

00:10:04: Das ist ein guter Vergleich.

00:10:06: ja Du

00:10:06: hast da lauter alte Diplomaten sitzen, also deine Legacy-Systeme Und jeder spricht seinen eigenen völlig veralteten Dialekt Den sonst keiner versteht.

00:10:17: Aber statt jetzt jedem einzelnen Diplomaten mühsam eine neue Sprache beizubringen, was ja das Rip and Replace wäre sitzt Dataverse einfach in der Mitte und übersetzt alles live in einer einheitliche moderne Sprache.

00:10:31: Das trifft es perfekt!

00:10:32: Und der entscheidende Punkt ist ja erst durch diese einheitlich Übersetzung werden deine Legacy-Daten plötzlich überhaupt KI fähig?

00:10:41: Ah weil die KI sonst nur Datenmüll sehen würde.

00:10:44: Exakt Eine moderne künstliche Intelligenz wie etwa ein Co-Pilot kann mit diesen ganzen fragmentierten Kürzeln aus einem dreißig Jahre alten ERP-System überhaupt nichts anfangen.

00:10:55: Die KI wäre komplett blind, wenn Dataverse die Daten aber harmonisiert hat.

00:11:02: Kannst du plötzlich predictive Analytics also vorausschauende Analysen über Jahrzehnte alte Unternehmensdaten laufen lassen?

00:11:10: Das ist ein gigantischer Wettbewerbsvorteil!

00:11:12: Das ergibt absolut Sinn, wenn man die Architektur mal so aus der Vogelperspektive betrachtet.

00:11:17: Aber lass uns mal vom kalten Serverraum weggehen!

00:11:19: Gerne!

00:11:20: Setzen wir uns mal an den Schreibtisch eines ganz normalen Sachbearbeiters – wie jemand, der seine acht Stunden am Tag mit diesem System arbeiten muss?

00:11:28: Was hat er denn ganz konkret davon, dass im Hintergrund jetzt so saubere übersetzte Daten

00:11:32: fließen?!

00:11:33: Für den Endanwender ändert sich durch diesen Ansatz buchstäblich die gesamte Arbeitswelt.

00:11:38: Wir sprechen hier über das Thema User Experience, kurz UX.

00:11:43: Bei alten Systemen ist die Benutzererfahrung oft einfach ein Albtraum.

00:11:47: Was genau meinst du da?

00:11:48: Sprechen wir von diesen klassischen Mainframe-Screens Also diese schwarzen Rohrenbildschirme mit der giftgrünen Schrift Die man noch aus alten Hackerfilmen der Achtziger kennt?

00:11:59: Genau diese Dinger!

00:12:00: Das sind Systeme die komplett Tastatur gesteuert sind

00:12:03: Ohne Maus.

00:12:05: Da musst du dir extrem kryptische Befehle merken, dreimal die Taptaste drücken dann F-Zwölf und dann Enter nur um mal eben die Lieferadresse eines Kunden zu aktualisieren.

00:12:16: Das klingt nach Streis!

00:12:17: Ist es auch?

00:12:18: Das erzeugt im Allteig eine enorme kognitive Belastung für die Mitarbeiter.

00:12:23: Es führt zuständigen Eingabefehlern Und vor allem zum massivsten Frust.

00:12:28: Die Analyse weist hier übrigens auf ein echtes strategisches Risiko hin.

00:12:32: Welches?

00:12:33: Das Employer Branding?

00:12:34: Oh ja Das kann ich mir gut vorstellen.

00:12:36: Wenn du heute eine junge Fachkraft einstellst, die mit intuitiven Smartphone-Apps aufgewachsen ist und dann setzt du dir an ihrem allerersten Arbeitstag vor so ne Dossähnliche Eingabemaske...

00:12:47: Dann isst ihr schneller wieder weg als du gucken kannst!

00:12:49: Die Wahrscheinlichkeit dass sie in der Probezeit kündigt dürfte echt extrem hoch sein.

00:12:53: Das ist ein handfestes Problem im Fachkräftemangel.

00:12:56: Niemand will mehr mit Werkzeugen aus dem letzten Jahrtausend arbeiten.

00:12:59: Und genau hier kommt der nächste Baustein der Plattform ins Spiel die sogenannten Power Apps.

00:13:04: Okay, was machen die anders?

00:13:06: Anstatt das alte System auszutauschen baust du mit Power Apps eine moderne völlig intuitive Oberfläche gerne auch direkt für Smartphone oder Tablet und diese App legst Du dann wie einem maske schneiderte hübsche Maske einfach über das alte system.

00:13:21: der clue an der sache ist dass diese apps rollen basiert sind.

00:13:24: Rollenbasiert heißt, ich sehe nicht mehr das gesamte monströse Menü des alten ERP-Systems.

00:13:30: Sondern wirklich nur noch das was sich für meinen spezifischen Job brauche.

00:13:34: Exakt!

00:13:35: Nehmen wir den Mitarbeiter am Lager.

00:13:37: Der sieht auf seinem Tablet nur noch drei große Buttons und ein großes Scanfeld für den Barcode.

00:13:42: Das ist alles!

00:13:44: Keine Taptasten mehr.

00:13:45: Keine Tabtasten.

00:13:46: Er sieht das alte System im Hintergrund überhaupt nicht mehr obwohl es weiterhin die kompletten Daten verarbeitet.

00:13:53: Gut, die Mitarbeiter sind glücklicher und die Augen werden geschont.

00:13:56: Aber wenn ich jetzt mal den Anwalt des Teufels spiele.

00:13:59: eine hübsche App zahlt keine Gehälter?

00:14:01: Nein tut sie nicht!

00:14:02: Bringt uns diese neue Oberfläche auch harte messbare wirtschaftliche Vorteile?

00:14:07: oder ist das reines Wohlfühlmanagement für die Belegschaft?

00:14:11: Oh es geht hier um knallharte wirtschaftlichen Metriken.

00:14:14: Eine schlechte User Experience kostet Unternehmen nämlich jeden Tag bares Geld

00:14:19: Wie das.

00:14:20: Wenn wir die Power-Apps über das alte System legen, sehen wir massive Produktivitätsgewinne.

00:14:26: Erstens sinken die Einarbeitungszeiten für neue Mitarbeiter drastisch.

00:14:31: Ah klar!

00:14:32: Du musst niemandem mehr wochenlang auf ein kryptisches Menü schulen – Die App erklärt sich im Grunde von selbst.

00:14:37: Das

00:14:37: spart natürlich enorm Zeit.

00:14:39: Zweitens gehen die Fehlerraten massiv zurück.

00:14:42: Wenn die App dich ganz klar durch einen Prozess führt und unlogische Eingaben sofort blockiert, hast du am Ende des Tages keine fehlerhaften Datensätze mehr im Backend.

00:14:51: Datensetze,

00:14:52: die dann jemand in der Buchhaltung mühsam wieder händisch korrigieren müsste.

00:14:55: Genau das!

00:14:57: All das führt in der Summe zu viel schnelleren Prozessdurchläufen – das Unternehmen wird messbar schneller.

00:15:02: Weniger Zeitverschwendung?

00:15:04: Weniger Fehlerkorrektur?

00:15:06: Das ist ein klares Argument….

00:15:08: aber ähm... Lass uns mal über den Elefanten im Raum sprechen.

00:15:12: Da gibt es einen?

00:15:13: Ja, absolut!

00:15:15: Alles was wir bisher diskutiert haben Dataverse Power Apps intelligente Schichten das erfordert ja eine Verbindung in die Cloud und ich kenne die Geschäftsführer und Vorstände im Dachraum ganz gut sobald in einer Besprechung.

00:15:28: das Wort cloud im Zusammenhang mit den Kernunternehmens Daten fällt gehen da sofort alle Rolleiden runter.

00:15:34: Ja,

00:15:35: dann gibt es erstmal eine riesige Abwehrhaltung.

00:15:38: Wie sicher ist diese Brücke wirklich?

00:15:40: Wie schützen wir das Kronjuwel des Unternehmens, also die Daten wenn wir das alte System plötzlich nach außen hin öffnen.

00:15:46: Diese Bedenken sind absolut real und sie sind auch völlig berechtigt.

00:15:50: Datensicherheit im Hybridbetrieb bei dieser Verbindung von lokalen Servern und der Cloud – Das ist ein ganz zentrales Kapitel in Bundtrocks Analyse!

00:15:59: Das dachte ich mir...

00:16:00: Das wird von Microsoft nicht blauäugig angegangen.

00:16:03: Ein absoluter Grundpfeiler der Sicherheit ist hier Microsoft EntraID.

00:16:07: Genau, das ist das Identitäts- und Zugriffsmanagement.

00:16:12: Es sorgt im ersten Schritt mal dafür, dass wirklich nur streng verifizierte Personen überhaupt in die Nähe der Apps

00:16:18: kommen.".

00:16:19: Okay, also quasi die Türsteherfunktion?

00:16:22: Richtig!

00:16:23: Aber NCRID arbeitet ja auch mit Conditional Access oder?

00:16:27: Das ist so ein Begriff den man auf Konferenzen oft als Buzzword um die Ohren gehauen bekommt – was bedeutet das in der Praxis für unseren Mitarbeiter an der PowerApp?

00:16:34: Conditional Access, also bedingter Zugriff bedeutet das ein einfaches Passwort heute einfach nicht mehr reicht.

00:16:40: Das System prüft den gesamten Kontext.

00:16:43: Was für einen Kontext?

00:16:44: Es fragt zum Beispiel von wo greift der Mitarbeiter geradezu?

00:16:48: Ist das ein bekanntes vom Unternehmen verwaltetes Tablet im Firmennetzwerk oder ist es ein privates Handy dass irgendwo in ungesicherten Wlan eines Cafés eingelockt ist.

00:16:58: Ah verstehe Wenn der Kontext nicht stimmt.

00:17:01: Also wenn das Risiko zu hoch ist wird der Zugriff auf sensible Legacy-Daten knallhart blockiert.

00:17:07: Selbst wenn das Passwort völlig richtig ist!

00:17:10: Okay, das ist der Schutz vor unbefugten Zugriffs von außen... Aber was ist denn mit den Daten selbst?

00:17:16: Wie meinst

00:17:16: du?!

00:17:17: Naja wie verhindere ich dass ein berechtigter Mitarbeiter aus versehen oder vielleicht sogar absichtlich eine komplette Kundenliste aus dem alten ERP System zieht und sie dann über die Cloud irgendwo ganz anders hoch lädt?

00:17:29: Sehr guter Punkt!

00:17:31: Dafür gibt es die Data Loss Prevention Kurz

00:17:34: DLP.

00:17:35: Das sind extrem feingranulare Richtlinien, die den Datenfluss direkt auf der Ebene der Konnektoren überwachen.

00:17:42: Wie sieht das konkret aus?

00:17:43: Du kannst als Unternehmen wirklich knallhart definieren, Daten, die über dem Konektor unseres alten SAP-Systems fließen dürfen oft gar keinen Fall an den Twitterkonektor oder an eine private Dropbox weiter gereicht werden.

00:17:56: Das System blockiert diesen Versuch dann vollautomatisch im Hintergrund.

00:17:59: Okay,

00:18:00: das beruhigt schon mal!

00:18:01: Aber die kritischste Frage für viele IT-Sicherheitsbeauftragte bleibt doch, die physische Verbindung an sich.

00:18:07: Die Netzwerkebene?

00:18:08: Genau!

00:18:09: Wenn meine alten Server bei mir sicher im Keller stehen, muss ich dann ein riesiges Loch in meine Firewall bohren damit die Cloud überhaupt auf meine Daten zugreifen kann?

00:18:17: Weil das wäre ja ein absoluter Albtraum für jeden Admin.

00:18:20: Ja und genau deshalb funktioniert es glücklicherweise so nicht.

00:18:23: Die technische Antwort auf dieses konkrete Problem ist das On-Premises Data Gateway.

00:18:28: Gateway?

00:18:29: Ja Das ist ein ganz kleines Stück Software, das lokal in deinem Netzwerk installiert wird.

00:18:36: Der entscheidende Mechanismus hierbei ist nämlich die Cloud.

00:18:39: greift hier niemals aktiv durch deine Firewall in dein lokales Netzwerk ein – das wäre fatal!

00:18:46: Wie kommen die Daten dann raus?

00:18:47: Das Gateway baut stattdessen von innen heraus eine verschlüsselte Verbindung zur Cloud auf….

00:18:53: Ah also eher wie an so einem Hochsicherheitsbankschalter.

00:18:57: Ich stehe als Kunde, also in den Fall als Cloud draußen vor der Scheibe und reiche einen Zettel mit einer Abfrage rein.

00:19:04: Der Mitarbeiter drinnen holt die Akte, schreibt die Antwort auf den Zetteln und reicht sie mir durch den kleinen Schlitz wieder raus.

00:19:09: Ein hervorragendes Bild!

00:19:11: Aber ich komme als Kinde niemals selbst in den Tresorraum rein...

00:19:15: Ganz genau so arbeitet das Gateway.

00:19:17: Es holt sich die Abfragen quasi aus der Cloud ab, führt sie lokal unten im Keller gegen das Legacy-System aus und schiebt nur die reinen Ergebnisse verschlüsselt wieder nach draußen.

00:19:28: Sehr elegant!

00:19:29: Und um das alles organisatorisch abzusichern etablieren erfolgreiche Unternehmen dann meistens ein sogenanntes Center of Excellence – ein COE.

00:19:37: Was machen die?

00:19:38: Das ist ein internes Team, das die Leitplanken definiert.

00:19:42: Die legen fest wer überhaupt welche Apps bauen darf und wie streng die Richtlinien für bestimmte Datenklassen

00:19:48: sind.".

00:19:53: Greifbare Beispiele.

00:19:55: Sehr

00:19:55: gern!

00:19:55: Wer macht das denn schon erfolgreich?

00:19:57: Reden wir nur über theoretische Microsoft-Konzepte oder gibt es Firmen im deutschsprachigen Raum, die diesen Weg bereits genauso gegangen sind?

00:20:03: Die Analyse nennt hier glücklicherweise mehrere sehr prägnante Praxisbeispiele – die zeigen super wie unaufgeregt und effektiv dass im echten Alltag funktioniert.

00:20:14: Ein Fallbeispiel ist ein süddeutsches Industrieunternehmen.

00:20:18: Okay...

00:20:18: ...die betreiben ihr Backend noch auf einer AS-Fürhundert.

00:20:22: Kurze Einordnung für alle, die das nicht kennen.

00:20:25: AS-Fürhundert – Das sind doch diese legendären kühlschrankgroßen IBM-Systeme oder?

00:20:30: Die seit den späten Achtzigern oder Neunzigern oft unangetastet in irgendwelchen Kellern durchlaufen.

00:20:35: Genau die!

00:20:36: Die laufen und laufen und sind extrem ausfallsicher.

00:20:39: ein echter Schiffsdiesel eben.

00:20:41: Aber die Prozesse drum herum bei diesem Unternehmen waren das Problem.

00:20:45: Was lief da schief?

00:20:46: Da lief die gesamte Rechnungsfreigabe auf Papier ab.

00:20:50: Da wurden Rechnungen ausgedruckt, in Unterschriftmappen durchs ganze Haus getragen – das dauerte oft tagelang.

00:20:59: Sie haben dann Power Automate genutzt um genau diesen Prozess zu digitalisieren!

00:21:03: Das alte AS-Fürhundertsystem bleibt weiterhin das führende System.

00:21:07: da wird nichts abgelöst?

00:21:09: Aber die Freigabe der Rechnungen passiert jetzt modern über Benachrichtigungen und Klicks auf dem Smartphone, der Abteilungsleiter.

00:21:17: Und das Resultat?

00:21:18: Die

00:21:19: Durchlaufzeit viel von mehreren Tagen auf wenige Stunden.

00:21:23: Das ist heftig!

00:21:24: Das betrifft aber eher die klassischen Büroprozesse.

00:21:27: Was ist mit den Leuten draußen im Feld?

00:21:30: Ich stelle mir vor dass die Verbindung eines uralten Systems mit voll mobilen Mitarbeitern noch viel schwieriger ist

00:21:36: Absolut!

00:21:38: Und dazu passt das zweite Beispiel perfekt.

00:21:40: Ein österreichischer Wartungsdienstleister, deren Techniker mussten nach ihrer harten Schicht draußen bei den Anlagen abends immer noch ins Büro

00:21:48: fahren.

00:21:49: Doch dort saßen sie dann an veralteten PCs und mussten ihre handgeschriebenen Einsatzberichte mühsam in ein uraltes SQL-System abtippen.

00:22:01: und extrem fehleranfällig.

00:22:03: Wer kann schon seine eigene Handschrift nach acht Stunden Montage noch lesen?

00:22:07: Und das haben Sie mit PowerApps gelöst!

00:22:08: Ja, die Techniker haben jetzt alle Tablets mit einer maßgeschneuderten Power App dabei.

00:22:13: Sie tippen Ihre Berichte direkt vor Ort beim Kunden ein, sie können direkt Fotos vom Defekt anhängen und die Daten fließen über das Gateway sofort strukturiert in das alte SQL-System.

00:22:23: Keine

00:22:23: Zettelwirtschaft mehr... keine

00:22:24: Übertragungsfehler mehr durch unleserliche Handschriften.

00:22:28: Und ein ganz ähnliches Beispiel gibt es noch von einem Schweizer Logistikunternehmen.

00:22:32: Was haben die gemacht?

00:22:33: Die

00:22:33: hatten so einen klassischen Medienbruch, eine uralte Lagerverwaltung auf der einen Seite und endlose Exelisten auf der anderen.

00:22:41: Da haben Mitarbeiter den halben Tag manuell Status-Meldungen hin und her kopiert.

00:22:45: Copy & Paste als Jobbeschreibung?

00:22:47: Genau!

00:22:48: Durch intelligente Automatisierung konnten dort diese manuellen Handgriffe um sechzig Prozent reduziert werden.

00:22:54: Was mich an all diesen Beispielen fasziniert, ist echt ihre Bodenständigkeit!

00:22:58: Wie meinst du das?

00:22:59: Naja wir reden hier nicht von irgendeiner science-fiction KI die plötzlich autonom den ganzen Konzern steuert.

00:23:05: Wir reden schlicht darüber den ganz banalen alltäglichen Papier und Echselwahnsinn zu beenden der die Leute frustriert und extrem aufhält.

00:23:14: Ja das ist oft der größte Hebel

00:23:16: Aber gut...das klingt mir jetzt fast schon wieder zu reibungslos.

00:23:20: Wir müssen hier auch mal einen kleinen Realitätscheck machen, wo hakt es denn in der Praxis?

00:23:25: Was passiert wenn ich diese hochmoderne Brücke baue aber mein Fundament doch Risse

00:23:29: hat?".

00:23:30: Der Artikel verschweigt die Stolpersteine zum Glück nicht.

00:23:32: Der allergrößte Risikofaktor ist ganz eindeutig die Datenqualität.

00:23:36: Okay das alte Leid...

00:23:46: kreative Eingaben zugelassen.

00:23:48: Oh,

00:23:48: ich ahne Schlimmes!

00:23:50: Wenn es da früher kein Pflichtfeld gab steht die Telefonnummer plötzlich im Adressfeld oder in irgendwelchen Bemerkungsfeldern verbergen sich halbe Romane, die eigentlich instrukturierte Kategorien gehören würden.

00:24:00: Das heißt wenn ich jahrzehntelang meine Datenbasis nicht richtig gepflegt habe Ja.

00:24:05: Dann baut mir diese super schnelle moderne Plattform im schlimmsten Fall eigentlich nur eine Hochgeschwindigkeits-Pipeline, die mir den gesammelten Datenmüll von zwanzig Jahren noch viel schneller und automatisierter auf den Schreibtisch spuckt.

00:24:18: Ha ha!

00:24:18: Exakt.

00:24:19: Genau das ist die Gefahr.

00:24:21: Das Prinzip garbage in, garbage out also Müll rein, Müll raus – das gilt bei Automatisierung einfach umso mehr.

00:24:28: Also muss man vorher aufräumen.

00:24:30: Zwingend Wer seine alten Datenbestände vor so einem Integrationsprojekt nicht konsequent bereinigt, wird scheitern.

00:24:38: Die Automatisierung verzeiht nämlich keine fehlerhaften Eingaben die ein menschlicher Sachbearbeiter früher vielleicht einfach ignoriert oder intuitiv im Kopf korrigiert hätte.

00:25:00: Was passiert denn, wenn da auf einmal fünfhundert mobile Apps im Sekundentakt Daten in Echtzeit abfragen wollen?

00:25:06: Säuft mir das alte System da unten im Keller dann nicht gnadenlos

00:25:10: ab.

00:25:10: Das ist eine Superbeobachtung!

00:25:17: Alte Systeme, insbesondere klassische Mainframes waren oft darauf ausgelegt Daten in großen Stapelläufen über Nacht zu verarbeiten.

00:25:25: Das sogenannte Batch Processing

00:25:27: Ja nach zum Dreiläuft der Job durch.

00:25:29: Genau!

00:25:30: Sie sind schlichtweg nicht für tausende gleichzeitig Synchrone Echtzeitabfragen gebaut.

00:25:35: Wenn man das in der neuen Architektur nicht bedenkt Zwingt man das Backend genadenlos in die Knie.

00:25:40: Es krässt einfach.

00:25:42: Und wie löst man das dann technisch ohne am Ende doch wieder alles neu bauen zu müssen?

00:25:46: Über Cachingmechanismen und Asynchroneprozesse.

00:25:49: Kannst

00:25:49: du das kurz übersetzen?

00:25:50: Irvernach.

00:25:51: Sondern...

00:25:52: Stattdessen zieht sich die Plattform regelmäßig einen Zwischenspeicher, den Cash der wichtigsten Daten und arbeitet primär damit.

00:26:00: Ah, klug!

00:26:01: Und wenn neue Daten ins alte System geschrieben werden sollen, passiert das Asynchron.

00:26:06: Die App sagt dem Nutzer auf dem Tablet sofort erfolgreich gespeichert – aber im Hintergrund wird die Anfrage erstmal in eine Warteschlange gestellt und dann ganz schonend im Takt des alten Systems verarbeitet.

00:26:18: Man muss die Abfragen also klug puffern!

00:26:21: Okay… Das ergibt Sinn … und dann gibt es wahrscheinlich noch den Faktor Mensch oder?

00:26:26: Ich denke da an Dieter.

00:26:28: Wer ist

00:26:28: Dieter?!

00:26:29: Naja, in fast jedem Unternehmen das ein dreißig Jahre altes System nutzt gibt es diesen einen Mitarbeiter, nennen wir ihn mal Dieter.

00:26:36: Der als einziger im ganzen Haus noch ganz genau weiß warum eine bestimmte Buchungsschleife im alten Code damals exakt so gebaut wurde.

00:26:44: Oh ja!

00:26:44: Den Dieter gibt es überall?

00:26:46: Wenn Dieter nicht mitmacht oder nächstes Jahr ein Rente geht hat man ein riesiges Problem, oder?

00:26:51: Der menschliche Faktor ist immens wichtig,

00:26:53: ja?!

00:26:54: Change Management ist hier absolut kritisch.

00:26:56: Die Technologie ist am Ende des Tages oft das viel kleinere Problem.

00:27:00: Wirklich?

00:27:00: Ja!

00:27:01: Man muss diese ganzen Wissensträger wie deinen Dieter sehr frühzeitig in das Projekt einbinden, man muss versuchen ihr implizites Wissen in die neuen Power-Apps zu übertragen bevor sie das Unternehmen für immer verlassen.

00:27:14: und eine letzte sehr wichtige Warnung aus der Analyse ist noch die Überschätzung des Automatisierungspotenzials.

00:27:20: Was

00:27:21: meint Bundruck damit?

00:27:23: Man sollte nicht jeden manuellen, fehleranfälligen Prozess einfach komplett blind automatisieren wollen.

00:27:30: Manche komplexen Einzelfallentscheidungen im Unternehmen brauchen zwingend die menschliche Intuition – da bringt KI nichts!

00:27:37: Man muss also klug auswählen.

00:27:39: Richtig.

00:27:39: Man muss ganz genau hinschauen, wo die Automatisierung wirklich einen messbaren Mehrwert bringt und wo der Mensch besser entscheidet….

00:27:48: Das ist echt ein sehr differenziertes Bild, das er da zeichnet.

00:27:51: Wir haben heute gelernt wie man den wertvollen Kernalter-IT-Systeme bewahrt?

00:27:56: Wie man eine moderne KI-fähige Schicht darüber legt und wo eben auch die handwerklichen Herausforderungen liegen?

00:28:02: Genau!

00:28:03: Lass uns das für heute mal zusammenfassen – was is denn die absolute Kernbotschaft, die wir aus Bundrocks Analyse mitnehmen

00:28:09: sollten?!

00:28:09: Die zentrale Erkenntnis es eigentlich… Ein echter Paradigmenwechsel.

00:28:18: Also dieses, entweder Cloud First und wir reißen alles ab oder wie hiegeln uns für immer in unsere alten Legacy-Welt ein.

00:28:25: Genau das!

00:28:26: Diese intelligente Evolution hat sich ganz klar als überlegen gegenüber der riskanten Revolution des Rip and Replace erwiesen.

00:28:34: Für den Mittelstand im Dachraum bietet die Microsoft Power Platform heute genau diese architektonische Brücke

00:28:40: Um das alte mit dem neuen zu verbinden?

00:28:42: Ja

00:28:43: Sie ermöglicht es, die unersetzbare Stabilität der Vergangenheit zu schützen und gleichzeitig sofort die Agilität und die Innovationskraft der Zukunft zu nutzen.

00:28:52: Es ist im Grunde der klügste Weg Geld, Nerven und wahnsinnig viel wertvolles Wissen zu schonen.

00:28:58: Absolut!

00:28:59: Bevor wir diesen Diebdai für heute schließen möchte ich dir unserem Hörer noch einen kleinen Gedanken mitgeben etwas das mir bei unserer Diskussion gerade in den Sinn gekommen ist und dass vielleicht noch etwas weiter in die Zukunft blickt.

00:29:13: Ich bin gespannt.

00:29:13: Wir

00:29:15: haben heute extrem viel darüber gesprochen, wie elegant wir diese Brücke bauen können.

00:29:20: Wir nehmen Software die teilweise dreißig Jahre alt ist und verbinden sie nahtlos mit modernster künstlicher Intelligenz – das funktioniert wunderbar!

00:29:29: Ja...

00:29:30: Aber wenn wir das jetzt so perfekt beherrschen?

00:29:32: Was bedeutet der Begriff Legacy also Altlast in der Zukunft überhaupt noch?

00:29:38: Oh, das is eine philosophische Frage.

00:29:43: Ja, überleg mal.

00:29:44: Werden diese extrem flexiblen, bunten Power-Apps die wir uns heute im Jahr zwanzig so agil zusammenklicken?

00:29:52: Werden sie im Jahr zweitausendfünfzig für die nächste Generation nicht selbst zu einem starren Altsystem geworden sein, dass Sie dann wieder extrem mühsam einkapseln und integrieren müssen?

00:30:04: Ein ewiger Kreislauf!

00:30:06: Oder erleben wir hier gerade den Aufbau einer fundamental neuen IT-Architektur, die gar nicht mehr in dem klassischen Sinne altert.

00:30:14: Eine Architektuhr, die sich einfach Schicht für Schicht immer wieder neu heutet und anpasst – ohne dass wir das Fundament je wieder anfassen müssen!

00:30:22: Ein sehr spannender Gedanke.

00:30:23: zum Schluss

00:30:24: Denk mal darüber nach Und damit verabschieden wir uns heute aus diesem Deep Dive.

00:30:29: Bis zum nächsten Mal.

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