Quick-Briefing – Copilot Studio – Wer kontrolliert eigentlich die KI?
Shownotes
In diesem Quick-Briefing sprechen wir über die Herausforderungen und Grenzen autonomer KI-Agenten mit Microsoft Copilot Studio im Unternehmensumfeld.
• Autonome Agenten im Praxistest: Warum geschäftskritische Prozesse klare Regeln, Kontrollen und Governance benötigen
• Kosten im Blick behalten: Welche Auswirkungen Sprachmodelle, Sitzungen und wiederholte Interaktionen auf die Wirtschaftlichkeit haben können
• Generative Orchestration und klassische Steuerung: Wann KI-Agenten frei agieren sollten und wann deterministische Prozesse die bessere Wahl sind
• Dataverse als Grundlage: Warum strukturierte Daten für zuverlässige Ergebnisse oft wichtiger sind als unstrukturierte Dokumentensammlungen
• RAG und Berechtigungskonzepte: Wie Unternehmenswissen kontrolliert bereitgestellt werden kann, ohne Daten für globale Modelle freizugeben
• Schrittweise Einführung: Warum viele Unternehmen zunächst mit klar definierten Anwendungsfällen starten und autonome Funktionen gezielt erweitern
Weiterführende Informationen
Diese Episode basiert auf unserem ausführlichen Fachbeitrag.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier:
Transkript anzeigen
00:00:00: Also stell dir mal vor, du sitzt in so einem brandneuen selbstfahrenden Auto.
00:00:05: Du fährst auf die Autobahn, drückst aufs Gaspedal lehnst dich ganz entspannt zurück Und merkst dann plötzlich, das Ding hat überhaupt kein funktionierendes Navigationssystem.
00:00:16: Ja!
00:00:16: Das ist dann quasi Blindflug bei Tempo-Hundertreißig?
00:00:19: Ganz genau und exakt.
00:00:21: dieses Bild zeichnet ein ziemlich aktueller Branchenbericht aus dem Jahr zwei tausend sechsundzwanzig über die Realität vieler Unternehmen, die Microsofts Co-Pilot Studio hier im Dachraum einsetzen.
00:00:33: Richtig
00:00:34: Und unsere Mission für diese ausführliche Analyse heute ist es mal herauszufinden, warum dieser gigantische Hype um voll autonome KI-Agenten im echten Unternehmensalltag oft so brutal gegen die Wand fährt.
00:00:45: Ja und natürlich wie du dieses Chaos für dein Unternehmen verhindern kannst!
00:00:49: Weil das Problem fängt ja scheinbar schon ganz tief unter der Motorhaube an oder?
00:00:54: Absolut.
00:00:55: Das Kernproblem ist nämlich dass diese Systeme von Haus aus rein Englisch denken.
00:01:02: Wenn du die jetzt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz einsetzt zahlst du sozusagen einen massiven Sprachaufschlag.
00:01:09: Okay Moment!
00:01:10: Wie genau meinst Du das mit Sprach-Aufschlag?
00:01:13: Naja KI-Modelle lesen ja nicht in ganzen Wörtern wie wir sondern sie zerteilen die Sprache in sogenannte Tokens.
00:01:20: Das sind im Grunde so kleine silben Häppchen.
00:01:23: Ah ich verstehe...das heißt so ein kurzes englisches Wort verbraucht vielleicht nur Ein Token, aber so ein richtig schönes deutsches Wort ungetümmt wird in, weiß ich nicht, zehn Teile zerschnitten.
00:01:36: Genau und kostet dann plötzlich das Zehnfache an Rechenleistung!
00:01:40: Und es ist ja nicht mal nur die reine Rechenleitung
00:01:43: Sondern?
00:01:44: Weil die KI bei komplexer deutscher Fachsprache oder auch bei So feinen Dialektunterschieden, viel öfter den Faden verliert muss sie beim Nutzern nachfragen um den Kontext überhaupt zu kapieren.
00:01:56: Und diese Nachfragen das sind dann die berühmten Turns von denen im Bericht die Rede ist richtig?
00:02:01: Exakt!
00:02:02: Das sind diese Gesprächschleifen und Co-Pilot Studio rechnet dein Budget aber genau auf Basis von diesen Sessionmetriken ab also zum Beispiel nach vierundzwanzig Stunden oder eben zweihundert Turns
00:02:13: Warte mal kurz.
00:02:14: heißt es jetzt im Ernst dass das IT-Budget ausblutet, nur weil ein Mitarbeiter Urlaubsantragsformular statt PTO Request in den Chat tippt.
00:02:24: Wenn man richtig pech hat ja!
00:02:26: Und dazu kommt dann noch der AI-Bilder, der da im Hintergrund läuft.
00:02:30: Der durchsucht ja Dokumente und verbrennt dafür dynamisch sogenannte Credits.
00:02:34: Ach du meine Güte!
00:02:36: Ja wenn die KI wegen diesen Sprachhürden dann unkontrolliert in riesigen deutschen Handbüchern nach Antworten sucht... ist das IT-Budget für das ganze Jahr oft schon im ersten Quartal komplett weg.
00:02:47: Wahnsinn!
00:02:49: Aber wenn die KI durch solche Verwirrungen das Geldbuch stäblich verbrennt, dann wäre doch der logischste Schritt dass man ihr extrem strengere Regeln vorgibt oder?
00:02:58: Würde man denken ja... aber der Bericht warnt paradoxerweise genau davor, dass Microsofts neues Interface den Entwicklern diese Kontrolle jetzt eigentlich wegnimmt.
00:03:07: Echt
00:03:08: jetzt?!
00:03:08: Warum machen sie das?
00:03:09: Das Stichwort da ist Generative Orchestration.
00:03:13: Also Microsoft verlangt jetzt von den Entwicklern, dass sie der KI nur noch beschreiben was sie tun soll.
00:03:18: Okay!
00:03:19: Statt wie früher wo man ja diese messerscharfen Trigger-Phrasen definiert hat also dieser harten Wenn Dann Regeln?
00:03:26: Genau und wenn das wegfällt entscheidet die KI halt völlig selbstständig welches Thema Sie wann aufruft.
00:03:33: Das führt im Business Alltag dann oft zu komplett unberechenbaren Sprüngen im Ablauf
00:03:38: Weil das Modell die Zusammenhänge einfach erräht statt einem klaren Fahrt zu folgen?
00:03:44: Richtig.
00:03:45: Um kritische Prozesse wirklich verlässlich abzusichern, muss man das System momentan aktiv austricksen und so einen versteckten Classic Mode reaktivieren.
00:03:54: Aber
00:03:56: ist dieser Schritt zurück in den Classic Mode nicht so als würde ich mir das Allerneueste Smartphone kaufen nur um dann absichtlich ausschließlich SMS zu schreiben?
00:04:04: Kastrieren wir die Kaida mit nicht total?
00:04:07: Ja ein!
00:04:07: Also wir geben ihr damit eigentlich nur überlebenswichtige Leitplanken.
00:04:11: Generative Freiheit ist ja brillant für kreatives Brainstorming, aber sie ist absolut katastrophal bei geschäftskritischen Workflows.
00:04:20: Klar!
00:04:21: Wenn es um Verträge oder Freigaben geht will man keine kreative Interpretation Eben.
00:04:26: Für präzise Abläufe braucht man deterministische Trigger also feste Vorgaben ohne Spielraum und man braucht vor allem strukturierte saubere Daten im Hintergrund
00:04:36: Was auch total Sinn ergibt, weil der Bericht warnt ja extrem eindringlich davor die KI einfach so auf unstrukturierte PDFs loszulassen.
00:04:45: Da verliert ihr sofort den Boden unter den Füßen und halluciniert wild herum!
00:04:49: Genau das passiert – Und die Lösung für dieses Problem, die dort genannt wird ist das sogenannte Dataverse.
00:04:56: Das Dataverse?
00:04:57: Das fungiert dann quasi als deinen Wissensanker mit echten harten Fakten oder?
00:05:01: Exakt Anstatt in so einem endlosen Ozean aus PDF-Fliestext rumzurazen, greift der Agent im Dataverse auf klar definierte Tabellen zu.
00:05:11: Und das löft direkt noch ein viel größeres Problem.
00:05:14: Lass mich raten!
00:05:15: Compliance und Datenschutz.
00:05:16: Ganz genau.
00:05:17: Da kommt dann dieses Rollenkonzept ins Spiel – also RBAC?
00:05:21: Das Dataverse ist im Grunde wie so einen extrem gut informierter Türsteher, der ganz genau weiß wer auf die geheime VIP-Gästeliste schauen darf und wer eben draußen bleiben muss….
00:05:31: Schöner Vergleicher.
00:05:33: Das verhindert dann nämlich effektiv, dass die KI dem Praktikanten versehentlich die Gehaltsliste vom Vorstand aus plaudert.
00:05:39: Wir auch ziemlich peinlich!
00:05:40: Und dieser Türsteher sorgt dann über diese Reg-Methode also Retrieval Augmented Generation – auch dafür das die KI nur Antworten aus euren eigenen Dokumenten zieht.
00:05:51: Richtig, das ist wie bei so einem Open Book Test in der Uni.
00:05:54: Die KI nutzt nicht ihr weltweites Gedächtnis sondern nur das was freigegeben.
00:05:59: Dadurch verlassen eure Firmendaten niemals euren Tennent, also eure isolierte Cloud-Umgebung.
00:06:04: Das
00:06:04: heißt ihr trainiert damit auch keine globalen Basismodelle der Anbieter mit was ja gerade für Enterprise Kunden wegen der DSGV absolut unverhändelbar ist?
00:06:14: Definitiv unverhandelbar!
00:06:15: Also
00:06:16: wenn wir das alles mal zusammennehmen ergibt sich daraus eine ziemlich logische Roadmap für den Einsatz im Unternom
00:06:21: Ja, im Grunde in drei aufeinander aufbauenden Phasen.
00:06:25: Phase eins ist der Bau von diesem deterministischen Kern über den Classic Mode für die ganz täglichen wichtigen Abfragen.
00:06:32: Und Phase zwei?
00:06:33: In Phase zwei nutzt man die generative KI dann nur noch als Fallback-Lösung, also wenn wirklich mal auf unstrukturierte Daten zugegriffen werden muss.
00:06:43: Verstehe und erst wenn das alles fehlerfrei und sicher läuft... zündet man dann in Phase drei diese voll autonome Prozessorgestrierung.
00:06:51: Ganz genau!
00:06:51: Wir bauen unserem Auto also erst einmal eine richtig sichere Straße mit starken Leitplanken, bevor wir das Navigationssystem einschalten und so richtig Gas geben.
00:07:02: Perfekt zusammengefasst
00:07:03: In dieser dritten Phase entwickelt sich der Agent ja dann vom simplen Chatbot zum aktiven Mitarbeiter, der Prozesse völlig selbstständig ausführt.
00:07:12: Und das bringt mich zu einem Gedanken, den du dir als Zuhörer vielleicht mal durch den Kopf gehen lassen solltest.
00:07:18: Oh jetzt bin ich gespannt!
00:07:20: Wenn digitale Agenten bald wie echte Mitarbeiter handeln – also Firmenkreditkarten belasten, Verträge prüfen und unsere Urlaubsanträge verwalten?
00:07:29: Ab wann brauchen wir eigentlich eine eigene HR-Abteilung nur für unsere KI's?
00:07:35: Puh gute Frage….
00:07:37: Ich fange am besten schonmal an den Kündigungsschutz für Algorithmen zu studieren.
00:07:41: Denkt mal drüber nach.
00:07:42: Wir hoffen, diese Analyse hat dir gefallen und wünschen dir noch viel Spaß beim Weiterforschen!
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