Quick-Briefing – Kulturwandel – Mensch und Governance im Fokus

Shownotes

In diesem Quick-Briefing besprechen wir:

• Die Kathedralen-Falle: Warum perfekt aufgebaute Cloud-Architekturen ohne Nutzerakzeptanz zur digitalen Stillleben-Ruine werden

• Angst vor Obsoleszenz: Wie Automatisierung bei Mitarbeitern Existenzängste auslösen kann und wie Führungskräfte dem entgegenwirken

• Betriebsrat & DSGVO als Enabler: Warum die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten Vertrauen schafft und Veränderungen erleichtert

• Der wahre ROI von Citizen Development: Wie Fachbereiche durch eigene Lösungen Zeit sparen und Prozesse kontinuierlich verbessern können

• Lego-Prinzip statt Spaghetticode: Wie ein Center of Excellence (CoE) durch Vorlagen, Standards und Governance Innovation ermöglicht, ohne Wildwuchs zu fördern

Weiterführende Informationen

Diese Episode basiert auf unserem Fachbeitrag.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: https://rohinie.com/kulturwandel-2026/

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und willkommen zu unserer heutigen Tiefenanalyse.

00:00:03: Wir knüpfen uns heute ein echt spannendes Phänomen vor...

00:00:07: Ja, absolut!

00:00:08: ...und zwar den IT-Kulturwandel im Jahr zwanzig sechsundzwanzig.

00:00:13: Unsere Quelle dafür ist ein Artikel von Volker Bundtrock der sich speziell mit der Microsoft Power Platform in der Dachregion beschäftigt.

00:00:20: Genau.

00:00:21: Und die Mission von unserer kleinen Session heute ist eigentlich herauszufinden warum selbst die Die brillanteste Technologie so oft an unserer puren menschlichen Gewohnheit scheitert.

00:00:32: Richtig, also stell dir mal vor du kommst am Montagmorgen ins Büro ne?

00:00:37: Deine IT-Abteilung hat eine markellose digitale Kathedrale gebaut.

00:00:41: Oh ja

00:00:42: das klassische Bild!

00:00:43: Alle Unternehmensdaten fließen ganz sauber in Starterverse.

00:00:46: Also die zentrale Datenbank und die SAP Konnektoren stehen.

00:00:50: Auf dem Papier ist es ein absoluter Traum.

00:00:53: Die Realität sieht an diesem besagten Montagmorgen aber leider ganz anders aus.

00:00:58: Du blickst auf das Dashboard mit den Nutzungsraten und siehst, ähm ja eine flache Linie.

00:01:04: TOTALE digitale Stille!

00:01:06: Niemand nutzt die neuen Werkzeuge.

00:01:08: Richtig – die Kollegen tippen weiterhin extrem mühsam Daten von einem Fenster ins andere ab und klammern sich an ihre alten fehleranfälligen Exelisten.

00:01:18: Lass uns das mal aufdröseln, warum tun wir das?

00:01:20: Wir haben diese gigantische Infrastruktur und ignorieren sie einfach.

00:01:24: Das liegt an der sogenannten Architekturfalle.

00:01:27: Viele Entscheider glauben an diese Illusionen, bau es einfach und Sie werden schon kommen!

00:01:32: Also die build it and they will come Mentalität.

00:01:35: Genau die.

00:01:36: Bundruck macht dem Text aber ganz klar dass das kein technisches sondern ein psychologisches Problem ist... ...das ist keine Faulheit der Leute

00:01:43: Sondern

00:01:44: Es ist eine Mischung aus kognitiver Überlastung durch neue Menüs und vor allem der tiefstitzenden Angst vor Obsoleszenz.

00:01:52: Obsolescenz heißt in dem Fall also, wenn ich jetzt einen manuellen Prozess habe, der mich jeden Tag drei Stunden kostet?

00:02:00: Und

00:02:01: plötzlich baut jemand für dich ein Flow, der diese drei Stunden Arbeit auf drei Sekunden reduziert!

00:02:06: Da müsste sich doch eigentlich Luftsprünge machen weil mir diese unfassbar nervige Tipparbeit erspart bleibt oder?

00:02:11: Logisch betrachtet ja Emotional passiert bei dem Mitarbeiter aber etwas völlig anderes.

00:02:17: Er fragt sich in diesem Moment schlichtweg, den ich jetzt überhaupt noch wertvoll für das Unternehmen?

00:02:21: Ah okay!

00:02:22: Und diese unterschwellige Angst blockiert dann jede Motivation die neuen Tools auch nur anzufassen.

00:02:27: Das ist ja im Grunde wie mit einem sündhaft teuren Werkzeugkasten Man gibt den Leuten einen absoluten Hightech-Bohrer Aber aus purer Angst sich auf die Finger zu schlagen drehen sie die Schrauben lieber weiter mühsam per Hand rein.

00:02:42: Um diese Angst zu nehmen und die Leute überhaupt mal auf die Autobahn zu bekommen, brauchen wir Governance.

00:02:47: Also klare Spielregeln!

00:02:49: Und hier nimmt der Text für den deutschsprachigen Raum ja eine ziemlich interessante Wendung...

00:02:55: Allerdings, denn wenn wir über Vertrauen sprechen landen wir direkt bei Themen wie Datenschutz und Betriebsrat.

00:03:00: Moment mal da muss ich jetzt kritisch einhaken!

00:03:03: Wenn ich Betriebesrat und DSGVO höre dann denke ich an endlose Prüfprozesse.

00:03:09: das sind in unseren Unternehmen doch klassischerweise die ultimativen Innovationsbremsen.

00:03:14: Das war vielleicht mal so aber im Jahr zwanzig sind sie die Lebensversicherung für genau diese Projekte Echt?

00:03:22: Wie

00:03:22: das?!

00:03:22: Wenn du sie von Tag eins an einbindest, schaffen Sie psychologische Sicherheit.

00:03:28: Governance darf eben kein Gefängnis sein – also keine Drei-Genehmigungsschleifen für einen simpten Prozess

00:03:35: Sondern eher wie Leitplanken auf der Autobahn.

00:03:39: Exakt!

00:03:40: Es braucht digitale Sandkästen.

00:03:42: Der Mitarbeiter weiß dann egal welche Knöpfe ich drücke.

00:03:45: Ich kann aus Versehen gar keine sensiblen Kundendaten liegen.

00:03:49: Ah, verstehe.

00:03:51: Das nimmt diese Bremsklötze im Kopf weg und macht die Leute vom Flaschenhals zum Turbo!

00:03:57: Hier wird es nämlich richtig interessant.

00:03:59: Ja, denn in den Leitplanken stehen werden aus passiven Anwendern auf einmal aktive Prozessgestalter – sogenannte Citizen-Developer.

00:04:07: Und der wahre ROI, also der Mehrwert misst sich dann gar nicht mehr nur an eingesparten IT-Tickets?

00:04:14: Nein, überhaupt nicht.

00:04:16: Überleg mal!

00:04:17: Wenn fünfhundert Mitarbeiter durch kleine selbstgebaute Power-Apps jeden Monat nur zwei Stunden sparen?

00:04:23: Wahnsinn – das sind dann ja, ja, Zehntausend wertschöpfende Stunden im Jahr die das Unternehmen einfach so zurück gewinnt.

00:04:31: Genau so ist es.

00:04:31: Das ist ein enormer Hebel.

00:04:33: Aber da muss ich direkt wieder die Gegenfrage stellen….

00:04:36: wird ein normaler Buchhalter wirklich über Nacht zum Cloudarchitekten?

00:04:40: Droht uns da nicht völliges IT-Chaos und ein riesiges Netz aus unlesbarem SpaghettiCode?

00:04:46: Die Gefahr besteht theoretisch ja.

00:04:48: Aber die Lösung nennt sich Center of Excellence, kurz QE kombiniert mit Micro Learning.

00:04:53: Okay also eine Art Wächtergremium im Hintergrund?

00:04:56: Eher ein Unterstützer!

00:04:58: Das QE verhindert diesen Spaghetti Code in dem es vorgegebene saubere Schablonen bereitstellt.

00:05:03: Ah also baut der Buchhalter gar nicht komplett frei sondern setzt eigentlich nur geprüfte digitale Legosteine

00:05:09: zusammen?!

00:05:10: Ganz genau.

00:05:11: Das verhindert, dass beim nächsten System-Update alles zusammenbricht und fördert gleichzeitig interne Communities.

00:05:17: Zusammenfassend kann man also sagen die Technik an sich ist austauschbar!

00:05:22: Der einzige wirklich uneinholbare Wettbewerbsvorteil in den Jahren ist eine Kultur, die innovationshungrig ist.

00:05:30: Richtig Sorg statt Druck.

00:05:32: Die Architektur ist eben nur das Fundament aber erst die Kultur füllt diese digitale Kathedrale mit Leben.

00:05:39: Ein perfektes Schlusswort.

00:05:41: Bevor wir dich für heute entlassen, möchten wir dir noch einen kurzen Gedanken mit auf den Weg geben.

00:05:45: Genau!

00:05:46: Etwas zum Selbstreflektieren.

00:05:48: Frag dich doch mal ertlich – welche ineffiziente Exelinsel verteidigst du eigentlich in deinem eigenen Arbeitsalltag gerade mit Händen und Füßen?

00:05:56: Einfach nur weil sie sich so schön vertraut anfühlt.

00:05:59: Denk mal drüber nach….

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.