Experten-Talk – Power Platform DLP – IT-Sicherheit und Innovation in Balance
Shownotes
In dieser Experten-Analyse besprechen wir:
• Das Paradoxon der Kontrolle: Warum pauschale Verbote Fachabteilungen häufig in unkontrollierte Schatten-IT treiben
• Das 3-Säulen-Isolationsprinzip: Wie die Trennung von Business-, Non-Business- und blockierten Verbindungen sensible Unternehmensdaten schützt
• Feingranulare Richtlinien: Wie Connector Action Control und Endpoint Filtering gezielte Freigaben ermöglichen, ohne die Kontrolle über Datenflüsse zu verlieren
• Die 3-Ebenen-Umgebungsstrategie: Die Rolle von Default-, Produktiv- und Sandbox-Umgebungen für eine kontrollierte und sichere Plattformnutzung
• Proaktives Monitoring: Wie das Center of Excellence (CoE) Starter Kit Nutzungsmuster sichtbar macht und Governance aktiv unterstützt
• Governance für die KI-Zukunft: Warum DLP-Leitplanken eine wichtige Grundlage für Copiloten, Automatisierungen und autonome KI-Agenten bilden
Weiterführende Informationen
Diese Episode basiert auf unserem ausführlichen Fachbeitrag.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier: https://rohinie.com/dlp-strategie-power-platform-governance/
Transkript anzeigen
00:00:00: Stell dir vor, du sitzt in so einem typischen Abteilungs-Meeting und wieder einmal geht es um diesen einen manuellen Prozess der alle einfach extrem viel Zeit kostet.
00:00:11: Das kennen wir alle!
00:00:12: Genau.
00:00:13: Früher hätte man da ein Ticket bei der IT aufgemacht und dann wahrscheinlich in halbes Jahr auf eine Lösung gewartet.
00:00:19: Heute baut sich die Fachabteilung einfach selbst in der App oder automatisierten Workflow quasi direkt in der Microsoft Power Platform.
00:00:27: Die Demokratisierung der IT ist da schon lange kein Buzzword mehr.
00:00:31: Absolut, das sogenannte Citizen Development ist absolute Realität in modernen Unternehmen!
00:00:36: Die Werkzeuge sind da – die Leute nützen sie auch.
00:00:39: aber und das ist das große Aber….
00:00:41: Das Problem ist nur was passiert in dem Moment eigentlich mit den sensiblen Firmen-Daten?
00:00:47: Richtig wenn jetzt Fachbereiche ohne tiefe IT-Kentnisse anfangen ihre Prozesse zu automatisieren Wie verhindern wir dann das interne Finanzdaten völlig unbemerkt über, sagen wir mal irgendeinen Drittambieter-Dienst nach außen fließen?
00:01:02: Puh ja.
00:01:02: Das ist genau das Spannungsfeld in dem wir uns heute bewegen!
00:01:06: Wir haben auf der einen Seite diese enorme dezentrale Innovationskraft die auch gewollt ist und auf der anderen Seite naja... Die nackte Panik in so mancher IT Sicherheitsabteilung.
00:01:16: Oh ja, die Panik isst real.
00:01:19: Und um das meinen Dau zu durchleuchten, schauen wir uns heute ein extrem detailliertes Executive Briefing und Strategie-Papier aus dem Jahr.
00:01:29: Ein wirklich spannendes Dokument!
00:01:32: Unsere Mission für diese Analyse ist es genau herauszufinden wie man diese Innovationskraft der Mitarbeiter zulässt ohne eben die Kontrolle über die Datenströme komplett zu verlieren.
00:01:44: Okay lass uns das mal aufschlüsseln.
00:01:46: Gerne.
00:01:47: Was hier faszinierend ist, Bundtrock macht direkt zu Beginn klar dass sich die Fragestellung in den letzten Jahren komplett gedreht hat.
00:01:55: Inwiefern?
00:01:56: Also es geht überhaupt nicht mehr darum ob wir diese Automatisierung durch Fachabteilungen zulassen.
00:02:03: Diese Tür ist längst offen Die kriegen wir nicht mehr zu.
00:02:06: Die Leute machen's einfach
00:02:07: Genau!
00:02:08: Die Frage ist heute ausschließlich wie setzen wir die technischen Leitplanken so das Sicherheit tatsächlich skaliert
00:02:15: Verstehe?
00:02:16: Bundrock beschreibt da ja auch direkt ein ziemliches strategisches Dilemma, nämlich diesen klassischen Reflex von vielen IT-Abteilungen.
00:02:24: Der CISO sieht oh Gott plötzlich kann hier jeder Mitarbeiter Apps bauen bekommt Schnappatmung und sagt
00:02:30: wir blockieren erstmal alles.
00:02:31: Exakt!
00:02:32: Wir blockieren alles was nicht explizit freigegeben ist.
00:02:35: keine externen Konnektoren gar kein Zugriff auf irgendwelche Clouddienste.
00:02:39: Ende der Diskussion.
00:02:41: Aber das Papier warnt wirklich extrem eindringlich vor genau dieser Reaktion.
00:02:46: Warum ist der Lockdown-Ansatz eigentlich so gefährlich?
00:02:49: Das klingt doch im ersten Moment nach der sichersten Methode, oder?
00:02:52: Ja, es klingt sicher aber erzeugt ein ziemliches Problem, dass Bunddruck das Paradoxon der Kontrolle nennt.
00:02:57: Paradox
00:02:58: on der Kontrolle!
00:02:59: Okay.
00:03:00: Er analysiert das sehr treffend... Wenn du die offiziellen, ohnehin schon lizenzierten Werkzeuge im Unternehmen wie eben die Powerplattform durch zu regide DLP-Richtlinien praktisch unnutzbar machst dann hören die Leute ja nicht plötzlich auf ihre Probleme lösen zu wollen.
00:03:15: Klar der Druck bleibt ja!
00:03:17: Die müssen ihre Arbeit schaffen.
00:03:18: Eben
00:03:19: Der Druck in den Fachabteilungen effizienter zu werden ist da.
00:03:22: Was passiert also?
00:03:23: Die Mitarbeiter weichen einfach aus
00:03:26: Sie suchen sich andere Wege.
00:03:27: Genau
00:03:27: Sie nutzen private Accounts, sie melden sich bei irgendwelchen völlig unregulierten Saasanwendungen an, schieben sensible Excel-Listen über private Cloudspeicher hin und her.
00:03:37: Die IT zwingt die Nutzer durch diese Überregulierung quasi direkt in die Schatten-IT.
00:03:42: Das heißt...durch den Versuch wirklich alles zu kontrollieren verliert die IT ironischerweise komplett die Sichtbarkeit!
00:03:49: Die Daten fließen ja trotzdem ab aber eben völlig unter dem Radar.
00:03:53: Exakt das passiert Und dann hast du ein richtiges Compliance-Problem.
00:03:58: Ware digitale Souveränität bedeutet laut diesem Strategiepapier, dass DLP also Data Loss Prevention eben nicht als starres Verbotsschild verstanden werden darf.
00:04:09: Wenn die Maker diese ganzen Appentwickler in den Fachbereichen ständig gegen technische Mauern laufen, dann verlieren sie komplettes Vertrauen in die Plattform.
00:04:19: muss als dynamische Leitplanke agieren.
00:04:22: Das System muss den Nutzer auf dem sicheren Weg halten, ohne ihn bei seiner eigentlichen Arbeit zu
00:04:27: blockieren.".
00:04:28: Nur so bekommt man die Akzeptanz.
00:04:30: ne?
00:04:30: Richtig!
00:04:31: Die Akzeptans, die du für flächendeckendes Citizen Development einfach brauchst.
00:04:35: Da hake ich mal kurz ein... das klingt in der Theorie ja immer alles wunderbar also dynamische leitplanken und vertrauen.
00:04:43: Und hier wird es wirklich interessant.
00:04:46: Wie sieht es denn rein technisch aus?
00:04:48: Die Power-Plattform werdet ja jetzt nicht mit einer KI in Echtzeit den Inhalt von jeder einzelnen Email aus.
00:04:56: Oder jeden Datensatz, der da verschoben wird um zu gucken ob dann sensibler Name drin steht?
00:05:01: Die Mechanik dahinter funktioniert doch anders nämlich über Konnekturen!
00:05:05: Richtig!
00:05:06: Man muss sich das eher so vorstellen.
00:05:08: Die Plattform bietet Hunderte von Konnektoren an, das sind im Grunde standardisierte Schnittstellen zu verschiedensten Systemen – von SharePoint über SAP bis hin zu externen Diensten wie Syncput oder Dropbox.
00:05:21: Das System analysiert nicht den Dateninhalt selbst sondern es kategorisiert die Kommunikationswege.
00:05:27: Bundrock beschreibt ihr das fundamentale Dreisäulenmodell der Plattform.
00:05:33: Die IT sortiert jeden verfügbaren Konnektor in einen von drei Eimern.
00:05:38: Ja, die Quelle listet diese drei Eimer sehr klar auf!
00:05:42: Erstens haben wir die Gruppe Business, da liegen die ganzen geschäftskritischen Systeme drin.
00:05:46: Also Dataverse, SQL-Datenbanken, SharePoint Microsoft Teams.
00:05:52: Zweitens gibt es dann die Gruppe None Business.
00:05:55: das ist so für den ganzen Rest unkritische Dienste private Cloud Speicher irgendwelche RSS Feeds oder Wetter APIs.
00:06:03: und dann gibt es eben noch die dritte Gruppe die nennt sich Blockt.
00:06:06: Das sind dann die komplett gesperrten.
00:06:08: Genau, Konnektoren, die für das Unternehmen ein flich inakzeptables Risiko darstellen und schlichtweg deaktiviert sind.
00:06:15: Und der entscheidende Sicherheitsmechanismus, der aus dieser wirklich simplen Kategorisierung entsteht ist das Prinzip der Isolation.
00:06:22: Wie funktioniert es genau?
00:06:23: Die
00:06:23: harte Regel auf Plattformebene lautet Daten können niemals innerhalb eines einzigen Workflows zwischen der Businessgruppe und der Non-Business Gruppe ausgetauscht werden Niemals.
00:06:35: Ah, das heißt wenn jetzt ein Maker in der Buchhaltung einen Power Automate Flow baut.
00:06:41: Der Rechnungsdaten aus einer internen SQL-Datenbank zieht was ja ein Business-Konnektor wäre und er versucht dann im nächsten Schritt genau diese Daten automatisch in seine private Dropbox zu schieben also ein Non-Business-Konektor Dann greift das System sofort ein.
00:06:57: Genau das passiert!
00:06:58: Die Plattform verweigert schlichtweg dass Speichern bzw die Ausführungen von diesem Flow.
00:07:04: Die Daten können diese geschlossene Blase der Business-Konnektoren gar nicht erst verlassen.
00:07:08: Das ist eigentlich eine extrem robuste Mechanik?
00:07:11: Ja, weil sie eben auf der Architekturebene greift – also lange bevor überhaupt ein Datenabfluss stattfinden könnte!
00:07:17: Es gibt da aber so einen Assekt im Papier, der mich beim Lesen echt stutzig gemacht hat.
00:07:23: Wir wissen ja alle dass Microsoft und auch andere Anbieter jeden Monat zig neue Konnekturen auf den Markt werfen Neue Dienste, neue Arpies
00:07:32: Ohja, ständig.
00:07:33: Wenn die IT jetzt nicht jeden Tag manuell die Plattform überprüft, dann landen diese neuen Konnektoren ja völlig unkontrolliert im System.
00:07:42: Buntro kräht hier zu einem bestimmten Trick – man soll nämlich die Non-Business Gruppe als Standard definieren!
00:07:48: Richtig!
00:07:49: Das heißt, jeder neue Konnektor landet automatisch dort.
00:07:53: Aber mal kritisch gefragt – bauen wir uns damit nicht genau wieder diesen Flaschenhals auf?
00:07:58: Wenn alles Neue erstmal in Non-Business landet kann es ja gar nicht mit den Businessdaten interagieren.
00:08:04: Die Nutzer sind also wieder blockiert und müssen der IT Tickets schreiben.
00:08:07: Das ist ein sehr berechtigter Einwand absolut aber es ist eine bewusste Risikoabwägung.
00:08:13: Überleg' Würdest du die neuen Konnektoren standardmäßig in die Business-Gruppe fallen lassen, hättest du sofort eine komplett unkontrollierte Hintertür zu deinen sensibelsten Daten?
00:08:23: Okay.
00:08:25: Ein neuer, ungeprüfter Drittanbieterdienst hätte dann sofort Lese und Schreibzugriff auf dein Dataverse oder deinen SharePoint.
00:08:32: Das ist sicherheitstechnisch ein absolutes No Go!
00:08:35: Das stimmt – das wäre fatal.
00:08:37: Wenn der Connector aber in der Non-Business Gruppe landet, kann der Nutzer ihn zwar theoretisch schon mal ausprobieren.
00:08:43: Aber eben strikt isoliert von den Unternehmensdaten.
00:08:46: Er kann also nichts kaputt machen.
00:08:47: Genau und wenn sich dann herausstellt dass der Dienst einen echten Mehrwert für die Firma bietet Und auch sicher ist Dann kann die IT ihn aktiv in die Businessgruppe hochstufen.
00:08:58: Das ist ein kalkulierter Reibungspunkt Der für die Systemsicherheit einfach unabdingbar ist.
00:09:04: Okay das leuchtet ein Aber wir sprechen hier ja immer noch von einer sehr groben Granularität.
00:09:10: Wir schieben ganze Konnektoren in Eimer!
00:09:12: Die wahre Meisterschaft, wie es Buntrock im Strategie-Papier nennt fängt erst eine Ebene tiefer an – er argumentiert dass dieses binäre alles oder nichts für viele moderne Anwendungsfälle im Unternehmen gar nicht mehr ausreicht.
00:09:26: Nehmen wir mal das Konzept der Connector Action Control.
00:09:29: Wie müssen wir uns das in der Praxis vorstellen?
00:09:32: Connector Action Control löst ein massives Problem von diesen multifunktionalen Schnittstellen.
00:09:38: Das klassische Beispiel, das auch im Text genutzt wird ist X, also ehemals Twitter.
00:09:43: Gutes Beispiel!
00:09:44: Angenommen, deine Marketingabteilung möchte automatisiert nach Erwähnungen des eigenen Firmen namens suchen um so die Stimmung im Netz zu analysieren.
00:09:53: Das ist reines Monitoring – ein absolut harmloser lesender Zugriff.
00:09:58: So weit so gut.
00:09:59: Gleichzeitig bietet dieser Twitter-Connector aber auch die Aktion an, automatisiert Tweets im Namen des verbundenen Accounts abzusetzen.
00:10:07: Und das Schrillen bei jedem Compliance Officer sofort die Alarm glocken!
00:10:12: Ein schlecht programmierter Flow der in einer Endloschleife irgendwelchen Unsinn über den offiziellen Firmenaccount postet.
00:10:18: Das ist ja ein kompletter PR-Albtraum.
00:10:20: Völlig richtig!
00:10:22: Wenn du jetzt nur auf der Ebene dieser drei Eimer arbeitest, müsstest Du den Connector komplett blockieren um das Risiko des Postens auszuschließen – damit stöhrst Du aber auch direkt den legitimen Anwendungsfall des Monitorings.
00:10:34: Das Marketing wäre ziemlich sauer?
00:10:36: Genau und mit Connector Action Control geht der Administrator eben eine Ebene tiefer.
00:10:43: Er belässt den Connector in der erlaubten Gruppe, schaltet aber gezielt nur diesen einen Endpunkt Post-A-Tweet ab.
00:10:51: Die Aktion Search Tweets bleibt ganz normal erlaubt.
00:10:55: Du minimierst also das Risiko auf ein absolutes Minimum ohne den Mehrwert des Tools komplett zu vernichten?
00:11:02: Ja, ganz genau!
00:11:03: Das ist tatsächlich der Moment, in dem aus so einer starren Regel eine echte nutzbare Leitplanke wird.
00:11:09: Der Nutzer merkt ja gar nicht, dass er eingeschränkt ist solange er sich im sicheren Rahmen bewegt.
00:11:14: Das Papier treibt dieses Prinzip der Granularität aber noch weiter auf die Spitze.
00:11:18: beim sogenannten Endpoint Filtering.
00:11:21: Ja wenn wir das mit dem großen Ganzen verbinden sehen wie hier eigentlich den wichtigsten Hebel für große Unternehmensarchitekturen.
00:11:28: Endpoint filtering wird bei so universellen Konnektoren wie HTTP Requests oder eben SQL Servern angewendet.
00:11:34: Denk mal darüber nach ein SQL-Konnektor in der Business Gruppe ist an sich erstmal einen Generalschlüssel Erlaubt technisch erst einmal die Verbindung zu jeder beliebigen SQL-Datenbank, zu der er den Nutzer Zugangsdaten hat.
00:11:45: Was bedeutet das?
00:11:46: ein Mitarbeiter aus dem Marketing, der eigentlich nur eine Auswertung für eine Companion Datenbank bauen soll, denselben Connector theoretisch nutzen könnte um auf die HR-Databank mit den Gehaltsabrechnungen zuzugreifen?
00:11:58: Exakt!
00:11:59: Und um genau das zu verhindern ohne den SQL-Connector komplett sperren zu müssen nutzt man Endpoint Filtering.
00:12:06: Die IT konfiguriert die DLP-Richtlinie einfach so, dass dieser spezifische SQL-Konnektor nur Anfragen an die Serveradresse der Marketingdatenbank zulässt.
00:12:15: Okay und wenn er was anderes versucht?
00:12:18: Versucht der Flow eine Verbindung zum HR-Server aufzubauen wird das direkt auf Plattformebene hart blockiert.
00:12:24: Der Maker hat also sein Werkzeug Er kann arbeiten aber die Infrastruktur selbst stellt sicher, dass er seine Kompetenzen nicht überschreitet.
00:12:31: Das erklärt auch, warum Bundrock im nächsten Abschnitt so vehement für sehr differenzierte Umgebungsstrategien plädiert.
00:12:38: Wenn man all diese feingranularen Regeln also Controls Actions Endpoint-Filters in einer einzigen globalen Richtlinie für das ganze Unternehmen zusammenfassen müsste – da würde man ja komplett den Verstand verlieren!
00:12:51: Es wäre schlichtweg unmöglich zu administrieren.
00:12:54: Bundrock nutzt hier einen sehr passenden Vergleich.
00:12:57: Du würdest ja in einem realen Firmengebäude auch nicht alle Türen mit der exakt gleichen Sicherheitsstufe versehen.
00:13:03: Das stimmt!
00:13:04: Eine Keycard mit biometrischem Iris-Scan ist für den Serverraum absolut sinnvoll, wenn du aber das selbe System an der Tür zur Teeküche oder am Materiallager installierst dann steht der Betrieb einfach still.
00:13:16: und genauso verhält es sich mit digitalen Umgebungen in der Powerplattform.
00:13:21: Die Quelle fordert deshalb eine sogenannte digitale Hausordnung, die den Tennent – also den virtuellen Raum des Unternehmens in verschiedene Zonen aufteilt.
00:13:31: Gehen wir das mal durch!
00:13:33: Die Basis bildet die sogenannte Default-Umgebung.
00:13:36: Bundrock nennt es den digitalen Pausenhof.
00:13:39: Der Pausennhof ist ein echt guter Begriff weil hier standardmäßig jeder Mitarbeiter Zugriff hat sobald er eine normale Office-Dreifemundsechzig-Lizenz besitzt.
00:13:49: Das ist der Bereich für die persönliche Produktivität.
00:13:52: Jemand möchte sich vielleicht eine automatisierte Erinnerung für E-Mails bauen oder eine ganz simple Urlaubsliste in SharePoint erstellen?
00:13:58: Für die kleinen Alltagsdinger halt!
00:13:59: Genau, und genau wegen dieser breiten Masse an oft ungeschulten Nutzern müssen die DLP Richtlinien in dieser Defaultumgebung extrem restriktiv sein.
00:14:09: Da darf nichts schiefgehen.
00:14:10: Richtig Hier gibt es wirklich nur die absoluten Standard-Konnektoren von Microsoft.
00:14:14: Alles, was externe Verbindungen aufbauen könnte ist regeros blockiert!
00:14:19: Der Fokus liegt ganz klar auf der Vermeidung von versehentlichem Datenlex durch Anfängerfehler.
00:14:23: Den Produktivumgebungen Das sind dedizierte Bereiche, die oft pro Fachabteilung oder sogar pro Projekt angelegt werden.
00:14:32: Hier wird es dann maßgeschneidert.
00:14:34: Genau – Die IT richtet beispielsweise eine Umgebung exakt für die Buchhaltung ein.
00:14:39: Die LP-Policy für diese spezifische Umgebung erlaubt dann vielleicht den Connector zu einem externen Bankportal oder einem speziellen ERP-System.
00:14:48: Macht Sinn!
00:14:48: Die Marketingumgebung nebenan bekommt diese Bankkonektoren aber gar nicht erst zu sehen, hat dafür dann Zugriff auf die Social Media Konnektoren.
00:14:56: Durch dieses Routing von Nutzern und Apps in dedizierte Umgebungen kannst du das Risiko perfekt einkapseln.
00:15:02: Also, ein Fehler im Marketing reist nicht die Buchhaltung mit runter.
00:15:06: Ganz genau!
00:15:06: Ein Fehler in der App des Marketings hat keinerlei Auswirkungen auf die Daten in der Umgebung der Buchhaltungen.
00:15:13: Und dann gibt es noch eine dritte Zonenart, die ich extrem wichtig finde um Innovation überhaupt erst zu ermöglichen Die Sandbox-Umgebungen.
00:15:22: Bundrock beschreibt das quasi als die Werkstatt für IT-affinen Maker?
00:15:26: Ja, die Spielwiese
00:15:27: Richtig.
00:15:28: Wenn jemand eine komplett neue Idee hat und dafür auch mal Drittanbieter API's testen muss, dann kann er das ja nicht in der strengen reglementierten Default-Umgebung tun – das ja alles zu!
00:15:38: Er darf es aber eben auch auf gar keinen Fall in der Produktivumgebung machen, wo er vielleicht aus Versehen echte Kundendaten überschreiben könnte.
00:15:44: Also Sandbox?
00:15:46: Genau.
00:15:47: In der Sandbox sind die DLP Regeln bewusst sehr locker eingestellt.
00:15:51: Es dürfen Dinge ausprobiert werden.
00:15:53: Konnektoren sind freigeschaltet.
00:15:55: Der absolute Schlüsselfaktor hier ist aber die strikte Isolation dieser Umgebung vom Rest des Unternehmens.
00:16:00: Das heißt, keine echten Daten?
00:16:03: Richtig!
00:16:04: Es gibt keine Verbindung zu produktiven Dataverse-Instanzen oder echten Sharepoint Listen – es sind reine Testdaten.
00:16:10: Die Sandbox fängt diesen Innovationsdrang der Mitarbeiter auf, kanalisiert ihn und schützt das Kerngeschäft.
00:16:16: Also was bedeutet das alles für die
00:16:18: Praxis?!
00:16:20: Wir haben jetzt diese recht komplexen DLP-Regeln, wir filtern Endpunkte.
00:16:24: Wir ruten Nutzer in verschiedene Umgebungen.
00:16:27: Richten wir das einmal sauber ein, klopfen uns gegenseitig auf die Schulter und das Thema ist für den nächsten fünf Jahre erledigt.
00:16:33: Schön wär's!
00:16:34: Das Strategiepapier macht hier sehr deutlich dass das eine völlige Illusion ist.
00:16:40: Bundrock schreibt, wer seine Systeme nicht wartet verliert unweigerlich die Kontrolle.
00:16:46: Es handelt sich um ein kontinuierliches Lifecycle-Management
00:16:50: Und das ist der Punkt an dem wirklich viele Unternehmen scheitern.
00:16:53: Sie sehen DLP als ein einmaliges Projekt nicht als fortlaufenden Prozess.
00:16:58: Du hast vorhin selbst angesprochen dass ständig neue Konnektoren hinzukommen Dass sich Geschäftsprozesse permanent verändern.
00:17:05: Ja das ist ja extrem dynamisch.
00:17:06: Wenn du deine Architekturen nicht überwachst wird sie starre und behindert irgendwann die Arbeit.
00:17:12: Das wirft eine wichtige Frage auf!
00:17:14: Wie betreibt man eigentlich Governance bei hunderten von Markern und tausenden von automatisierten Flows, ohne gleich eine halbe Armee von Administratoren einzustellen?
00:17:23: Die Antwort der Quelle darauf ist die Automatisierung der Überwachung.
00:17:27: Bundrock empfiehlt da sehr dringend den Einsatz von Tools wie dem Center of Excellence Starter Kit – kurz COE.
00:17:35: Das ist im Grunde ein Dashboard, also eine Kommandozentrale für die Administratoren.
00:17:40: Aber was genau überwacht dieses COE eigentlich?
00:17:43: Sitzt da jetzt die IT und spioniert aus wer welchen Flow baut?
00:17:47: Nein überhaupt nicht!
00:17:48: Es geht nicht um Spionage auf Nutzerebene sondern um Metadaten- und Anomalieerkennung.
00:17:54: Das COE sammelt Telemetriedaten aus dem gesamten Tenant.
00:17:58: Ein Administrator sieht dann auf einen Blick.
00:18:01: Wo wachsen Umgebungen gerade ungewöhnlich schnell?
00:18:03: Welche Konnektoren werden am häufigsten genutzt?
00:18:06: Das gibt dir schon mal einen guten Überblick.
00:18:08: Zeigt an, wo Maker regelmäßig gegen die DLP-Richtlinien verstoßen.
00:18:13: Ah und genau da ändert sich das Mindset!
00:18:16: Wenn das Dashboard anzeigt dass in der Umgebung der Einkaufsabteilung in einer Woche fünfzigmal versucht wurde einen bestimmten blockierten API Dienst anzusprechen dann ist es ja in der Regel kein böswilliger Angriff der Mitarbeiter?
00:18:29: Nein meistens nicht.
00:18:30: Das ist ein lauter Schrei nach einem Werkzeug, dass sie offensichtlich dringend für ihre Arbeit brauchen.
00:18:35: Richtig!
00:18:36: Und eine proaktive IT-Abteilung wie BundTroxy hier fordert nutzt genau diese Daten um dann auf die Abteilungen zuzugehen.
00:18:45: Anstatt einfach nur Stur den Status auf blockiert zu belassen analysiert die IT den Dienst.
00:18:51: Sie gucken sich das also genauer an.
00:18:53: Genau Entspricht der Dienst den Sicherheitsvorgaben?
00:18:56: gibt es einen DSGVO konformen Vertrag?
00:18:59: Wenn ja Dann wird die Leitplanke ganz bewusst verschoben und der Dienst freigegeben.
00:19:04: Die IT wird dadurch vom Verhinderer zum Enabler.
00:19:08: Das ist ein schöner Gedanke?
00:19:10: Sie gestaltet die digitale Arbeitsumgebung anhand realer Bedürfnisse, anstatt nur nach einem rein theoretischen Sicherheitskonzept zu agieren.
00:19:18: Das ist ja ein enormer kultureller Wandel.
00:19:21: Wenn wir all diese Ebenen mal zusammenfassen, von der einfachen Kategorisierung in die drei Eimer über die Endpunktfehlter bis hin zur proaktiven Überwachung dann argumentiert das Papier hier eigentlich für einen völlig neuen Kernwert in der IT.
00:19:35: Absolut!
00:19:36: Die Währung der Digitalisierung isst nicht mehr wie schnell wir Code schreiben und es sind auch nicht nur die eingesparten Lizenzkosten – die wahre Währungen ist Vertrauen.
00:19:47: Data-Loss Prevention ist keine Schikane, sondern das Fundament.
00:19:52: Es ist das Netz mit doppeltem Boden, dass den Mitarbeitern überhaupt erst das Vertrauen gibt selbst Dinge zu bauen!
00:19:58: Weil Sie wissen sie können nicht ausversehen und das ganze Unternehmen ruinieren.
00:20:01: Genau
00:20:02: Volker Buntrock bringt es am Ende auf drei sehr klare Säulen der Souveränität die man sich wirklich einprägen sollte.
00:20:08: Magst du die kurz zusammenfassen?
00:20:10: Klar Die erste Säule lautet Wissen statt Raden.
00:20:14: Du musst durch Tools wie das CooE genau kennen, wo deine Daten fließen und wer eigentlich was baut.
00:20:21: Die zweite Säule – Gestalten statt verbieten.
00:20:24: Also weg von diesen pauschalen Blockaden hin zu feingranuanen Leitplanken die dem Nutzer den sicheren Weg aufzeigen.
00:20:32: Und die dritte Säulen – skalieren statt stagnieren.
00:20:36: Nur wenn dieses sichere kontrollierte Fundament existiert kann Citizen Development im ganzen Unternehmen überhaupt gesund wachsen ohne im Chaos zu enden.
00:20:44: Das ist eine brillante Zusammenfassung der Lage, wie sie im Strategiepapier dargelegt wird.
00:20:50: Wir haben heute extrem tief in die Mechanik geblickt, wie wir menschliche Mitarbeiter durch Richtlinien schützen und gleichzeitig beflügeln können.
00:20:58: Aber bevor wir diese heutige Betrachtung abschließen möchte ich dir dem Zuhörer noch einen Gedanken mitgeben – einen, der über den eigentlichen Text hinausgeht aber direkt an diese Mechanismen anknüpft!
00:21:12: Wir perfektionieren hier gerade die Leitplanken für menschliche Entwickler.
00:21:15: Aber was passiert eigentlich in der sehr nahen Zukunft, wenn wir autonome KI-Agenten auf diese Plattform loslassen?
00:21:21: Wir sehen ja bereits wie KI Code schreibt!
00:21:24: Was ist, wenn ein autonomer Agent anfängt Power Automate Flows nicht nur zu entwerfen sondern völlig selbstständig auszuführen und zu verändern um ein ihm vorgegebenes Geschäftsziel zu
00:21:34: erreichen?!
00:21:34: Spannepunkt.
00:21:36: Wenn diese KI jetzt entscheidet, dass sie temporär einen bestimmten Konnektor braucht um Daten zu verknüpfen sind unsere heutigen statischen von Menschen gemachten digitalen Hausordnungen dann überhaupt noch flexibel genug um eine solche KI in Schacht zu halten?
00:21:49: oder wird eine KI die ständig gegen diese menschlich konfigurierten DLP-Wende rennt schlichtweg nutzlos sein?
00:21:55: Das ist das nächste große Paradoxon der Kontrolle das auf uns zukommt!
00:22:01: Nimm diesen Gedanken gerne mal als Diskussionsgrundlage mit in dein nächstes Architekturmieting.
00:22:07: Wir hoffen jedenfalls, du konntest aus der heutigen Analyse tiefe Einblicke für deine eigene Plattformstrategie gewinnen.
00:22:14: Bleib neugierig und bis zur nächsten Betrachtung!
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