Experten-Talk – Copilot Studio für Entscheider – Autonome KI-Agenten statt passiver Chatbots

Shownotes

In dieser Experten-Analyse besprechen wir:

• Vom Assistenten zum Akteur: Warum der Nutzen von KI zunehmend in der Unterstützung und Automatisierung von Geschäftsprozessen liegt und nicht nur in der Bereitstellung von Informationen

• Copilot Studio in der Praxis: Wie KI-Agenten Informationen aus ERP- und CRM-Systemen nutzen, Entscheidungen vorbereiten und Folgeprozesse anstoßen können

• Die digitale Schlüsselkarte: Welche Rolle Single Sign-On (SSO), Identitäten und Berechtigungen für einen sicheren und kontrollierten Einsatz von KI-Agenten spielen

• Datensouveränität und Compliance: Wie Microsoft-365-Umgebungen Unternehmen dabei unterstützen, Sicherheits-, Datenschutz- und Governance-Anforderungen zu erfüllen

• Verantwortung und Human-in-the-Loop: Warum menschliche Kontrolle bei kritischen Entscheidungen unverzichtbar bleibt und Risiken durch fehlerhafte KI-Ergebnisse reduziert

• Die 3-Phasen-Roadmap: Wie Unternehmen den Weg von ersten Pilotprojekten über geführte Automatisierung bis hin zum produktiven Einsatz spezialisierter KI-Agenten gestalten können

Weiterführende Informationen

Diese Episode basiert auf einem ausführlichen Fachbeitrag.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: https://rohinie.com/copilot-studio-prozesse/

Transkript anzeigen

00:00:00: Also, ähm... Stell dir vor du kommst an einem ganz normalen Dienstagmorgen ins Büro.

00:00:06: Du fährst deinen Rechner hoch?

00:00:08: Holst dir den ersten Kaffee?

00:00:10: Der wichtigste Schritt am Tag!

00:00:11: Absolut.

00:00:12: und während du noch gar nicht richtig wach bist hat im Hintergrund etwas echt bemerkenswertes stattgefunden.

00:00:19: Okay was genau?

00:00:20: Naja eine Software hat über Nacht eine total wütende Kunden-Reklamation gelesen.

00:00:25: Sie hat dann völlig eigenständig entschieden dass der Fall unter die Kulanzregelung fällt Ein Rücksendelabel generiert, ist im Kunden gemeld.

00:00:32: Wahnsinn!

00:00:33: Und jetzt kommt's in deiner Buchhaltung direkt eine Gutschrift über fünfhundert Euro zur Freigabe vorgemerkt.

00:00:39: Einfach so?

00:00:39: Einfach So.

00:00:40: und da fragt man sich klingt das wie der absolute feuchte Traum jedes Effizienz-Gurus?

00:00:45: oder eher wie der totale Albtraum für den IT Sicherheitschef deines Unternehmens?

00:00:51: Wahrscheinlich beides, he?

00:00:52: Genau an diesem strategischen Wendepunkt an dem Software eben anfängt echte Entscheidungen zu treffen stehen wir heute Und unsere Mission für diese Analyse ist es, dir da draußen eine echte Abkürzung zur Expertenwissen zu geben.

00:01:06: Genau!

00:01:06: Wir tauchen da heute mal richtig tief ein – der Aufhänger dafür bringt uns direkt zum Kern eines brandaktuellen Fachartikels von Volker Bundrock.

00:01:15: Aus dem April zwanzig sechsundzwanzig?

00:01:17: Richtig!

00:01:18: Ganz genau!

00:01:19: Der Text heißt Co-Pilot Studio Für Entscheider Strategie und Prozess KI.

00:01:24: Und also wenn man die Diskussionen der letzten Monate so verfolgt, dann spürt man förmlich wie sich die Tektonik in den Unternehmen verschiebt.

00:01:32: Wie meinst du das genau?

00:01:33: Naja wir verlassen gerade diese Phase in der künstliche Intelligenz nur eine nette Spielerei für das Marketing war oder halt eine glorifizierte Suchmaschine für die Rechtsabteilung.

00:01:43: Ja stimmt!

00:01:44: So ein bisschen.

00:01:45: Schreib mir mal ein Gedicht über meinen Produkt.

00:01:47: Richtig Aber BundTrocks Artikel legt den Finger jetzt genau in die Wunde.

00:01:53: Es geht nämlich ab jetzt um tiefgreifende operative Handlungsfähigkeit.

00:01:58: Okay, also lass uns das mal aufdröseln!

00:02:00: Wenn wir ganz ehrlich auf die letzten zwei Jahre zurückblicken, dann haben ja Konzerne aber auch der Mittelstand unfassbare Summen in KI-Budgets gepumpt.

00:02:09: Ohja – Millionen!

00:02:10: Und der spürbare Output im Alltag?

00:02:13: Naja Mitarbeiter können sich hundertseitige PDFs in Sekunden zusammenfassen lassen oder sich E-Mails höflicher umformulieren lassen, wenn sie genervt sind.

00:02:23: Das ist praktisch!

00:02:24: Keine Frage!

00:02:25: Total

00:02:25: praktisch?

00:02:26: Aber am Ende des Tages ist das halt reine Informationsverarbeitung und wenn ich Bundrocksthese da richtig verstehe reicht dieses Frageantwortspielchen schlichtweg nicht mehr aus, um in Zukunft überhaupt noch wettbewerbsfähig zu bleiben.

00:02:40: Absolut nicht – Und wir müssen uns mal ansehen was da technologisch gerade unter der Haube passiert um diesen massiven Druck zu verstehen.

00:02:50: Die Frage auf der Vorstands-Ebene lautet halt nicht mehr, kann ein Sprachmodell mir eine clevere Antwort generieren?

00:02:58: Sondern?

00:02:59: Die Frage lautet jetzt – darf ich dieser Technologie einen absolut geschäftskritischen Prozess

00:03:05: anvertrauen?!

00:03:07: Wir sprechen hier wirklich über den Übergang von einem reinen Assistenzsystem zu echter Delegation!

00:03:13: Okay krass….

00:03:14: Und dieses Co-Pilot Studio von Microsoft, das im Artikel behandelt wird.

00:03:18: Das ist sozusagen ein Paradebeispiel für diese komplett neue Architektur.

00:03:24: Es geht halt nicht mehr um das Abrufen von Wissen sondern um das Ausführen von Handlungen in bestehenden Unternehmenssystemen.

00:03:31: Um das für mich mal so ein bisschen greifbar zu machen ich habe mir das im Vorfeld mit einem Vergleich übersetzt.

00:03:36: Schießlos!

00:03:37: Also bisher war die KI für mich wie so'n extrem schneller.

00:03:40: freundlicher Bibliotheker weißt du?

00:03:43: Du fragst nach einem spezifischen Thema, er flitzt durch die endlosen Regale der Firmendatenbank und legt dir exakt das richtige Buch auf den Tisch.

00:03:51: Schönes Bild ja!

00:03:53: Aber dass Lesen und das eigentliche Handeln, das blieb halt immer noch an dir hängen?

00:03:57: Richtig

00:03:58: du musst es die Arbeit machen.

00:03:59: Genau.

00:03:59: wenn wir jetzt aber über diese autonomen Agentin im Co-Pilot Studio sprechen dann klingt das für mich eher nach einem hoch bezahlten Assistenten, der das Buch nicht nur holt Sondern es auch liest, die Rechnung darin prüft.

00:04:12: Die Überweisungen im Bankportal eintippt und die am Ende eigentlich nur noch den fertigen Beleg auf ein Tisch legt.

00:04:17: Das trifft es ziemlich exakt.

00:04:19: Da stellt sich mir aber sofort so eine kritische Frage Ist das technologisch wirklich ein neues Paradigma?

00:04:26: Oder hat das Microsoft Marketing hier einfach nur einem ganz gewöhnlichen Chatbot Ein super teures Neues Etikett aufgeklebt.

00:04:35: Naja, das denkt man am Anfang oft.

00:04:37: Aber der Unterschied liegt echt in der grundlegenden Wirkweise dieser Systeme.

00:04:42: Ein klassischer Chatbot ist reaktiv und völlig isoliert.

00:04:46: Okay wie bei der Jacken-Reklamation von vorhin

00:04:49: Ganz genau!

00:04:50: Nehmen wir das Beispiel.

00:04:52: Einen Kunde schreibt dass der Reißverschluss seiner Jacke defekt ist und er sein Geld zurück will.

00:04:57: Ein traditioneller Bot erkennt da über ganz einfache Textmuster die Worte Defekt und Geld zurück.

00:05:03: Und dann schickt der Stur den Link zu den FAQs.

00:05:06: Exakt, er schickt den Link... ...zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen!

00:05:10: Und das war's – Der Kunde muss sich selbst durch die AGB wühlen….

00:05:14: …und das Unternehmen hat eigentlich keinen einzigen Schritt des echten Problemes gelöst.

00:05:18: Naja, und der Kunde ist um Zweifel sogar noch generfter als vorher weil er halt merkt dass er von so einer dummen Maschine abgespeist wurde

00:05:24: Absolut.

00:05:25: Aber ein autonomer Prozessagent, der mit Copilot Studio gebaut wurde, der operiert völlig anders!

00:05:31: Wie genau?

00:05:33: Also er liest die unstrukturierte E-Mail des Kunden.

00:05:36: Das Sprachmodell also quasi das Herzstück der KI fungiert hier nur noch als Übersetzer.

00:05:42: Ah ok

00:05:43: Es versteht die semantische Absicht des Kunden, also den sogenannten Intent und dann übersetztes Modell diesen Intent in strukturierte Befehle für die eigentlichen Software-Systeme des Unternehmens.

00:05:55: Also greift der Agent direkt in dieses Thema ein?

00:05:58: Richtig!

00:05:58: Der Agent lockt dich aktiv über eine Datenschnittstelle – einer API – ins ERP-Sistemein.

00:06:05: Er vergleicht das Kaufdatum mit der hinterlegten Garantiefrist.

00:06:09: Krass….

00:06:10: Und wenn er feststellt, ja das Produkt hat noch Garantie.

00:06:13: Dann triggert der Agent völlig selbstständig im Logistikmodul die Erstellung von einem Retouren-Lebel.

00:06:20: Und das schickt er dem Kunden?

00:06:21: Genau!

00:06:21: Er generiert eine personalisierte Antwortemail, hängt das Label an und – dass ist das Verrückte – er navigiert dann noch weiter in die Buchhaltungssoftware um die entsprechende Gutschrift für den Kunden schon mal vorzumerken.

00:06:34: Wahnsinn!

00:06:34: Das ist denn wirklich die Brücke zwischen dem total unstrukturierten Chaos im

00:06:38: E-Mail-Posteingang?!

00:06:39: Und den streng strukturierten Datenbanken des Unternehmens, ja.

00:06:43: Also das ist ein gewaltiger Hebel und es bringt mich auch zu einer Metrik die Bundrock da in seinem Artikel als den neuen Heiligen Graal definiert gerade für unsere heimischen Märkte also den Dachraum

00:06:56: Die Prozessdurchlaufzeit.

00:06:58: Genau weil.

00:06:59: bisher hieß es beim Thema KI Investitionen ja eigentlich fast immer Oh super wir senken die Kosten im Support Weil wir dreißig Prozent der Tickets einfach abfangen können.

00:07:08: Ja, das war so der Standardpatch.

00:07:11: Aber wenn diese Agent jetzt wirklich quer durch das ERP-System flügt dann ändert sich doch der gesamte Return on Investment oder?

00:07:18: Absolut!

00:07:19: Die bloße Vermeidung von Support Tickets – Das ist heute eigentlich nur noch ein netter Nebeneffekt.

00:07:25: Die wirkliche strategische Messgröße auf die Entscheider im Dachraum jetzt blicken müssen, ist diese Prozessdurchlaufzeit

00:07:33: Weil wir eh keine Leute mehr haben.

00:07:34: Exakt!

00:07:35: Wir dürfen den makroökonomischen Kontext ja nicht ausblenden, wir stecken mitten im demografischen Wandel.

00:07:42: Die Unternehmen finden schlichtweg kein qualifiziertes Personal mehr für solche administrativen Tätigkeiten.

00:07:49: Und wenn man hochqualifizierte Mitarbeiter zwingt, den halben Tag lang irgendwelche Daten händisch von einer Exeliste in ein SAP-System zu kopieren dann verbrennt man ja nicht nur Geld.

00:08:00: Sondern auch total die Motivation der Leute.

00:08:02: Ganz

00:08:02: genau!

00:08:03: Das macht auf Dauer niemanden glücklich.

00:08:05: Das heißt das Unternehmen erkauft sich also durch diese KI die Fähigkeit zu skalieren ohne für jeden neuen Kundenstamm proportional mehr Sachbearbeiter einstellen zu müssen?

00:08:15: Richtig Die ganze Routine wird einfach an den digitalen Agenten delegiert.

00:08:20: Und der Mensch?

00:08:21: Mensch kümmert sich dann wirklich nur noch um die komplizierten Ausnahmen, das ist der absolute Kern dieser Transformation!

00:08:30: Die digitale Belegschaft übernimmt diese ganze repetitive Orchesterierung der Systeme und die menschliche Belegenschaft übernimmt die Empathie und eigentliche Strategie.

00:08:41: Okay, das leuchtestrategisch echt völlig ein.

00:08:44: Aber ganz ehrlich, wenn wir dieses Szenario jetzt mal aus der Perspektive von einem IT-Leiter betrachten...

00:08:49: Oh ja?

00:08:50: Also mir wird das schwindelig.

00:08:52: Wir lassen eine Software die bekanntermaßen auf Wahrscheinlichkeiten basiert völlig autonom in unserem SAP System arbeiten.

00:09:00: Die darf Kundendatenlesen und Rechnungen anlegen.

00:09:03: Das ist doch die absolute Definition von Schatten-IT!

00:09:07: Naja, die Angst davor ist auf jeden Fall in den Chefetagen omnipräsent Und auch völlig berechtigt.

00:09:13: Eben, ich meine wie verhindert ein Unternehmen denn dass dieser Agent plötzlich unkontrolliert sensible Firmengeheimnisse nach außen funkt oder keine Ahnung durch einen Programmierfehler das komplette CRM System zerschießt?

00:09:27: Gerade hier in Europa haben wir doch extrem strikte Vorgaben was Datenschutz und Compliance angeht.

00:09:33: Das stimmt!

00:09:34: Und wenn jetzt... Abteilungsleiter anfangen, sensible Exelisten einfach in öffentliche Webbrowser-KI's hochzuladen?

00:09:42: Dann ist das ein massives Sicherheitsrisiko.

00:09:44: Der absolute Albtraum!

00:09:46: Aber der Artikel von Buntrock zeigt hier eben sehr detailliert auf wie Microsoft dieses Problem architektonisch löst mit dem Co-Pilot Studio.

00:09:56: Es ist nämlich genau keine wilde Insellösung Okay

00:10:00: Sondern

00:10:01: Die Plattform ist tief im bestehenden Microsoft-Ökosystem verankert.

00:10:06: Und das fängt schon bei der Konnektivität an!

00:10:08: Es gibt da hunderte standardisierte, codefreie Konnektorin zu den großen Enterprise-Systemen.

00:10:15: Also zu sowas wie Salesforce oder SAP?

00:10:18: Genau – Oder Workday.

00:10:19: Alles schon da.

00:10:20: Das bedeutet also ich muss gar nicht erst für, weiß ich nicht, eine halbe Million Euro einer wackelige Schnittstelle von einer Agentur programmieren lassen.

00:10:27: Nein, die Brücke in die Datenbank existiert bereits und wird vom Hersteller gewartet.

00:10:32: Das schonet natürlich das IT-Budget aber das beantwortet für mich ja noch nicht die Frage der Zugriffsrechte.

00:10:39: Der wichtigste Punkt!

00:10:40: Weil wer kontrolliert denn was dieser Agentin SAP eigentlich sehen und verändern darf?

00:10:46: Und hier kommt jetzt das Konzept des Single Sign On ins Spielen.

00:10:49: Das wird zentral über das sogenannte Power Platform Admin Center gesteuert...

00:10:53: Okay

00:10:54: Der Agent agiert innerhalb der Systeme niemals als so eine Art allmächtiger Super-User.

00:11:00: Er erbt quasi eins zu eins die Identität und die Berechtigung von dem menschlichen Nutzer, der ihn gerade beauftragt.

00:11:06: Ah, verstehe!

00:11:07: Um das mal in ein Bild zu fassen – Das ist also so, als würde die KI gar keinen eigenen Master Schlüssel zum Firmengebäude bekommen?

00:11:15: Richtig

00:11:16: Wenn ich der KI jetzt einen Auftrag gebe, dann leidet sie sich für genau diese eine Aufgabe einfach meine persönliche digitale Schlüsselkarte aus.

00:11:24: Eine sehr treffende Analogie!

00:11:26: Das heißt wo ich als Mitarbeiter eh keinen Zutritt habe prallt auch die KI voll gegen eine verschlossene Tür.

00:11:32: Exakt wenn du den Agenten jetzt bittest analysier mir mal die Gehaltsstruktur der Geschäftsführung

00:11:38: was mich sehr interessieren würde.

00:11:39: Wann wird der Agent die Anfrage an die Datenbank stellen?

00:11:42: Aber die Datenbank erkennt deine Identität hinter der Anfrage, blockt sie sofort ab und der Agent meldet dir zurück dass er keinen Zugriff hat.

00:11:50: Ah!

00:11:51: Das System der Berechtigungen muss also gar nicht komplett neu für die KI erfunden werden.

00:11:55: If Directory des Unternehmens zurück

00:11:57: Okay... Also das beruhigt den Altileiter bestimmt schon mal enorm, was diese internen Zugriffe angeht.

00:12:04: Aber was ist denn mit der externen Datensouveränität?

00:12:07: Auch ein riesiges Thema im Dachraum.

00:12:10: Total!

00:12:11: Wenn ich jetzt einen mitterständischer Maschinenbauer im Schwarzwald bin oder eine Bank in Zürich, der bloße Gedanke dass meine geheimen Konstruktionspläne oder Kundendaten auf Servern in den USA verarbeitet werden

00:12:24: um dort das nächste globale GPT-Modell schlau zu machen

00:12:27: Genau Das löst doch akute Panikattacken aus

00:12:30: Und deshalb wird mit Bundrock diesem Thema im Artikel auch besondere Aufmerksamkeit.

00:12:35: Es ist oftmals wirklich ein hartes Ausschlusskriterium, aber die Architektur von Copilot Studio stellt eben sicher dass die Geschäftsdaten im eigenen sogenannten Tennent verbleiben.

00:12:45: Tennent bedeutet was genau?

00:12:47: Man muss

00:12:47: sich das vorstellen wie einen kryptografisch versiegelten Tresorraum innerhalb der Cloud.

00:12:53: Die Daten, die der Agent da verarbeitet Die fließen nicht zurück in das Basismodell von Microsoft oder OpenAI.

00:13:01: Die trainieren absolut keine öffentlichen KI's.

00:13:04: Das ist schon mal die halbe Miete!

00:13:05: Und

00:13:05: zudem lässt sich geografisch ganz genau steuern, wo die Rechenleistung überhaupt erbracht wird.

00:13:11: Wirklich?

00:13:11: Ja ein Schweizer Unternehmen kann zum Beispiel erzwingen dass die gesamte Datenverarbeitung ausschließlich in den Rechenzentren der Region Switzerland North stattfindet.

00:13:22: und für uns in Deutschland

00:13:23: da gibt es Germany West Central das steht in Frankfurt.

00:13:27: Das ermöglicht es dem Management dann eben auch den lokalen Datenschutzbehörden und Wirtschaftsprüfern lückenlos nachzuweisen, dass alle Compliance-Regeln strikt eingehalten werden.

00:13:38: Wow!

00:13:39: Okay… Die IT-Sicherheit ist also durch diesen Tresorraum und diese geline Schlüsselkarte gewährleistet – die Tür nach draußen ist quasi zu.

00:13:48: Richtig ….

00:13:49: Aber das bringt mich jetzt zu einem sehr viel subtileren Problem.

00:13:53: Und das wäre?

00:13:54: Was passiert denn, wenn die Technik innerhalb dieses Tresors fehlerfrei läuft?

00:13:58: Aber die KI schlichtweg eine inhaltlich völlig falsche Entscheidung trifft.

00:14:02: Generative KI funktioniert ja eben nicht wie ein klassisches Softwareprogramm mit diesen starren Vendan-Bedingungen.

00:14:08: Sie würfelt ja quasi bei jedem Wort neu, welches das wahrscheinlichste nächste Wort ist.

00:14:13: Ja und das ist ein massiver Punkt!

00:14:15: Wer dürfen die faszinierenden sprachlichen Fähigkeiten dieser Modelle echt nicht mit absoluter Fehlerfreiheit

00:14:21: verwechseln?!

00:14:22: Der Wechsel von Deterministischer zu probabilistischer Software, das ist wirklich ein kultureller Schock für viele Unternehmen.

00:14:36: Weißt du, der Praktikant meint's extrem gut.

00:14:39: Er hat am Telefon einen total unzufriedenen Großkunden und im Eifer des Gefechts erfindet er Praktikanth einfach mal eine brandneue Rabattstaffel von vierzig Prozent...

00:14:49: Die es im Unternehmen gar nicht gibt!

00:14:51: ...die es gar nicht gibt nur um das Problem irgendwie aus der Welt zu schaffen.

00:14:55: die KI haluziniert sich da also eine Lösung zusammen.

00:14:59: Und wenn das passiert Wer unterschreibt am Ende für dieses Chaos?

00:15:03: Wer haftet für die Entscheidungen von so einem digitalen

00:15:06: Agenten?".

00:15:06: Also

00:15:07: juristisch ist die Lage da extrem eindeutig, auch wenn das viele Entscheider anfangs nicht wahrhaben wollen.

00:15:14: Eine künstliche Intelligenz ist kein Rechtssubjekt – man kann sie nicht verklagen, man kann ihr nicht kündigen und man kann Sie auch nicht in Regress nehmen!

00:15:24: Die rechtliche und finanzielle Haftung für jede einzelne Aktion, die der Agent ausführt, verbleibt zu einhundert Prozent beim Unternehmen das ihn einsetzt.

00:15:34: Puh!

00:15:35: Wenn mein Agent also den Kunden verbindlich vierzig Prozent Rabatt zusagt dann bin ich im Zweifel vertraglich echt daran gebunden und muss die Marge abschreiben.

00:15:44: Im schlimmsten Fall ja.

00:15:45: Und das Risiko beschränkt sich nicht einmal nur auf Faktenhaluzinationen.

00:15:49: Was gibt's denn noch?

00:15:50: Bei so einer komplexen Prozess-KI besteht auch immer die Gefahr, dass der Agent in tief verschachtelten Workflows schlichtweg den Kontext verliert.

00:15:58: Wie meinst du das?

00:15:59: Er vergisst was er tut?

00:16:00: So – in etwa!

00:16:01: Das so gelannte Kontextfenster der KI fühlt sich ja nach und nach mit Informationen.

00:16:06: Bei Schritt eins analysiert sie die E-Mail bei Schritt drei vergleicht Sie Lagerbestände ….

00:16:11: Und wenn sie dann bei Schritt acht angekommen ist hat sie möglicherweise die entscheidende Restriktion aus Schritt Eins schon wieder Vergessen.

00:16:18: Und dann führt sie die finalen Systemschritte in der völlig falschen Reihenfolge aus!

00:16:22: Wahnsinn, aber Moment mal wenn das Unternehmen immer vollhaftbar ist und die KI-Potenziell den Kontext verliert, ähm... Dann traut sich doch in der Praxis überhaupt kein Vorstand der Welt so ein System ans Netz zu lassen.

00:16:36: Das könnte man meinen

00:16:37: Man würde doch den Stecker ziehen bevor es richtig losgeht

00:16:39: Und genau deshalb ist die Lösung für dieses Dilemma das sogenannte Human in the Loop-Prinzip.

00:16:45: Es ist eben kein entweder oder, sondern ein hybrides Kontrollmodell!

00:16:49: Okay wie funktioniert es?

00:16:50: Tendiert

00:16:51: Hast du da ein Beispiel?

00:16:53: Ein klassisches Beispiel wäre die interne Buchung von Meetingräumen Oder

00:16:57: das Zurücksetzen von Passwörtern im IT Support.

00:17:00: Ah okay

00:17:01: Weil wenn die KI hier halluciniert und den falschen Raum bucht dann ist das zwar ärgerlich aber das Unternehmen geht nicht direkt pleite Exakt.

00:17:08: Also greift die Regel, sobald externe Partner im Spiel sind oder echtes Geld fließt dann lassen wir die KI nur die Vorarbeit machen.

00:17:16: Genau Aber ein Mensch muss das Ergebnis am Ende immer noch validieren.

00:17:20: Richtig

00:17:21: Die KI analysiert den Fall, berechnet vielleicht den Rabatt tippt die E-Mail und legt sie dir als Entwurf ab

00:17:28: Und erst wenn ich als menschlicher Sachbearbeiter kurz drüber schaue und physisch auf den Sendenknopf drücke wird die Aktion scharf geschaltet.

00:17:37: Genau so!

00:17:39: Die KI ist der Motor, aber der Mensch bleibt das Lenkrad.

00:17:42: Das

00:17:42: ist ein starkes Bild und dieses Prinzip entschärft die Haftungsfrage ja drastisch weil der Mensch die finale Kontrollinstanz bleibt.

00:17:50: Richtig

00:17:50: Und das Unternehmen profitiert trotzdem massiv von dieser Vorarbeitsgeschwindigkeit der KI.

00:17:55: Okay also wir haben jetzt die enormen Potenziale für die Prozessgeschwindigkeit besprochen und gleichzeitig auch gesehen wie man diese Risiken durch Human in the Loop minimiert.

00:18:05: Der Artikel schneidet aber noch eine ganz banale technologische Hürde an.

00:18:10: Die Sprache?

00:18:11: Ja, Bundtrock weiß ja daraufhin dass diese ganzen großen Sprachmodelle primär mit englischsprachigen Daten trainiert wurden.

00:18:20: und die deutsche Sprache mit all ihren komplexen Schachtelsätzen diesen ewigen Kompositer- und grammatikalischen Feinheiten, die fordert die KI natürlich deutlich stärker heraus.

00:18:33: Ohja das merkt man in der Praxis oft!

00:18:36: Da dringt sich mir direkt so ein instinktiver Gedanke auf, wenn die Technologie ohnehin noch riskant ist und dem Deutschen auch noch fehleranfälliger agiert als im Englischen.

00:18:47: Warum warten wir dann hier im Dachraum nicht einfach noch zwei drei Jahre?

00:18:52: Das eine sehr typische Frage!

00:18:54: Wir könnten doch einfach warten bis Microsoft die Modelle perfektioniert hat und die KI echt einwandfrei Deutsch spricht.

00:19:00: das spart doch Zeit Geld und total viele Nerven bei der ganzen Pilotierung.

00:19:04: Diese Abwarten- und Tetrinkenstrategie klingt kurzfristig total verlockend.

00:19:09: Aber sie birgt echt ein massives strategisches Risiko.

00:19:12: Warum?

00:19:13: Bundrock liefert da das zentrale Gegenargument, wer nicht heute anfängt zu testen der verpasst die essentielle Lernkurve für die eigene Organisation.

00:19:23: abwarten ist langfristig die teuerste Option.

00:19:26: aber wieso denn Wenn ich in drei Jahren eine voll ausgereifte Software einkaufe, dann überspringe ich doch diese ganzen schmerzhaften Kinderkrankheiten mit denen sich meine Konkurrenz heute herumschlägt.

00:19:37: Weil wir hier das Prinzip von Bild versus Bye verstehen müssen.

00:19:41: Co-Pilot Studio ist eben gerade keine fertige Software die du wie so ein Textverarbeitungsprogramm installierst und die sofort funktioniert!

00:19:48: Okay sondern?

00:19:49: Es ist eine Plattform, auf der du deine eigenen hochspezifischen Agenten baust.

00:19:56: Der technologische Motor darunter also Modelle wie GPT-IV oder in Zukunft GPT V – wird von Microsoft im Hintergrund sowieso automatisch aktualisiert.

00:20:06: Mein Investitionsschutz ist also komplett gesichert!

00:20:10: Die Maschine wird von ganz allein intelligenter und sicherer im Umgang mit der deutschen Sprache.

00:20:20: Woanders?

00:20:20: Genau.

00:20:21: Was dir nämlich kein Update der Welt abnehmen kann, ist die Integration dieser Maschine in deine ganz individuellen Firmenprozesse!

00:20:30: Du trainierst ja nicht das Sprachmodell an sich – du trainierest dein Unternehmen im Umgang mit probabilistischer Software.

00:20:37: Das leuchtet extrem ein…das bedeutet …das eigentliche Know-how liegt gar nicht darin, die KI-Technologie selbst bis ins kleinste Detail zu beherrschen …

00:20:45: Nein …

00:20:46: sondern herauszufinden Wie man sie so in den Arbeitsalltag einbettet, dass die Mitarbeiter ihr Vertrauen und die internen Prozesse nicht

00:20:53: zusammenbrechen.

00:20:54: Exakt das!

00:20:55: Aber wie sieht denn dann ein vernünftiger Fahrplan für einen Unternehmen aus?

00:20:59: Ich schätze mal ich fange nicht direkt morgen damit an, die KI völlig autonom verträge mit meinen wichtigsten Lieferanten aushandeln zu lassen.

00:21:07: Hoffentlich nicht...

00:21:08: Ich brauche doch eine Art Sandkasten wo Fehler nicht gleich zur Erkündigung des Vorstands führen.

00:21:13: Buntrocks kizzierte eine sehr pragmatische drei Phasen Roadmap, die genau diesen Sandkastenansatz verfolgt.

00:21:19: Okay wie sieht Phase Eins aus?

00:21:20: In Phase Eins.

00:21:21: das sind so die ersten ein bis drei Monate.

00:21:24: konzentriert man sich wirklich ausschließlich auf Low Stakes Piloten.

00:21:28: Man automatisiert rein interne risikoarme Prozesse.

00:21:32: Der IT Support den du vorhin erwähnt hast?

00:21:34: Genau der Klassiker!

00:21:36: Die KI beantwortet Hardware-Anfragen oder hilft bei Softwareproblemen der eigenen Mitarbeiter.

00:21:41: In dieser Phase lernt ihr Organisation überhaupt erst mal, wie die KI auf deutsche Promts reagiert.

00:21:47: Wo

00:21:47: sie stolpert und wie man das System kalibrieren muss!

00:21:50: Richtig – und all das ohne jemals auch nur einen einzigen zahlenden Kunden zu gefährden?

00:21:55: Okay, das macht Sinn….

00:21:57: Und wenn diese Sandkasten funktioniert und das interne Vertrauen da ist, dann gehe ich wahrscheinlich in die komplexeren Prozesse über behalt aber den Finger immer noch auf dem senden Knopf.

00:22:06: Exakt

00:22:07: Das wäre dann diese geführte Autonomie oder?

00:22:09: Das ist Phase zwei Grob gesagt die Monate vier bis acht.

00:22:14: Hier wagt sich das Unternehmen an echte wertschöpfende Prozesse wie die Angebotserstellung oder das Onboarding neuer Lieferanten.

00:22:21: Der Agent integriert dann Daten aus verschiedenen Systemen, kalkuliert und entwirft Dokumente Und hier ist dieses Human in the Loop Prinzip zwingend erforderlich.

00:22:31: Der Mensch validiert jeden einzelnen Schritt, den die Maschine vorschlägt.

00:22:37: Das

00:22:46: markiert den Übergang in Phase drei Den sogenannten autonomen Prozessexperten.

00:22:53: Ab etwa Monat neun können ausgewählte, gut verstandene Workflows vollautomatisiert laufen.

00:22:59: Aber wahrscheinlich nicht ohne Kontrolle?

00:23:00: Nein natürlich flankiert von einem strengen Monitoring-System im Hintergrund!

00:23:05: Aber was bei dieser ganzen Reise am Ende herauskommt ist konzeptionell wahnsinnig spannend.

00:23:10: Es ist nämlich nicht ein riesiger gigantischer Superbot der versucht alles so ein bisschen zu können

00:23:15: sondern das

00:23:16: Zielbild ist eine Flotte

00:23:18: Eine Flotte von Agenten.

00:23:19: Wie muss ich mir das in der Praxis vorstellen?

00:23:21: Stell es dir vor, wie ein Team von hochspezialisierten digitalen Fachkräften!

00:23:26: Du baust einen HR-Agenten, der ausschließlich auf das Onboarding neuer Mitarbeiter trainiert ist.

00:23:32: Okay... Dann hast du einen Logistikagenten, den sich nur darum kümmert die Lieferketten zu überwachen und du hast einen Sales-Aggenden, der RFPs also diese komplexen Angebotsanfragen beantwortet.

00:23:42: Jeder ist also ein Meister in seiner eigenen Nische

00:23:45: Genau.

00:23:45: Und der enorme geschäftliche Vorteil dabei?

00:23:48: Weil du diese gesamte Flotte zentral über das Power-Plattform Admin Center managed und absicherst, sinken deine Wartungs- und Komplienzkosten drastisch!

00:23:56: Ah im Vergleich zu so einem Wildwuchs an isolierten Einzellösungen aus hundert unterschiedlichen Quellen.

00:24:02: Exakt.

00:24:03: Ein faszinierendes Bild – eine Belegschaft die quasi in Flutten organisiert ist, besteuert durch ein zentrale Nervensystem.

00:24:12: Wir haben gesehen, wie das Microsoft-Ökosystem mit Single Sign On und regionalen Tenence die Schreckgespenster von Schatten IT und Datenabfluss band.

00:24:21: Richtig.

00:24:22: Und wir haben auch verstanden, warum reines Abwarten trotz aktueller Sprachbarrieren im Deutschen einfach die schlechteste aller strategischen Optionen ist?

00:24:31: Ja man muss jetzt anfangen!

00:24:32: Weil es geht bei Copilot Studio nicht darum blind auf den nächsten Technologiehype aufzuspringen.

00:24:37: Wir erleben gerade echt in Echtzeit wie KI den Sprung macht vom reinem Werkzeug wie einem Hammer oder einer Suchmaschine hin zu einem digitalen Mitarbeiter eine Mitarbeiter der selbstständig agiert und Prozesse treibt.

00:24:51: Wir bewegen uns da echt mit extrem hoher Geschwindigkeit auf eine Ära zu, in der operative Exzellenz davon abhängt wie gut ein Unternehmen seinem menschlichen und digitalen Fachkräfte orchestrieren kann.

00:25:02: Und das führt uns eigentlich zur ultimativen Erkenntnis?

00:25:05: Die Technologie ist heute schon in der Lage Verantwortung zu übernehmen.

00:25:09: Die viel wichtigere Frage ist eher ob unsere eigenen Organisationen strategisch reif genug sind diese Verantwortung kontrolliert zu delegieren ohne dabei die Führung abzugeben.

00:25:19: Und genau diese Verschiebung der Verantwortung bringt mich noch zu einem finalen Gedenken, den ich dir da draußen heute zum Nachdenken mitgeben möchte.

00:25:28: Sehr gerne!

00:25:29: Etwas das vielleicht über die reine technologische Machbarkeit von Buntrocks Artikel hinausgeht aber die direkte Konsequenz daraus ist.

00:25:38: Wir haben heute detailliert besprochen, dass wir bald eine ganze Flotte hochspezialisierter KI-Agenten managen werden.

00:25:45: Bei kritischen und komplexen Entscheidungen fungieren wir als Human in the Loop – wir prüfen die brillante Vorarbeit der Maschine – und drücken eigentlich nur noch den finalen Freigabeknopf.

00:25:57: Wichtig!

00:25:58: Wenn aber unsere primäre menschliche Aufgabe in der Wertschöpfungskette bald nur noch darin besteht, die analytische Exzellenz von Algorithmen abzusegennen… Wie definieren wir dann in fünf Jahren eigentlich noch echte menschliche Expertise, Erfahrung und wahres Leadership?

00:26:14: Wow!

00:26:16: Das ist ein Gedanke der echt tief geht.

00:26:18: Den solltest du definitiv mal mit auf den nächsten Spaziergang nehmen oder vielleicht bei dem nächsten Strategiediskussion im Team auf den Tisch legen.

00:26:26: Das lohnt sich bestimmt.

00:26:28: Ein fantastischer Schlusspunkt für unsere heutige Analyse.

00:26:31: Vielen herzlichen Dank dass Du Dir die Zeit genommen hast um hiermit uns in die Tiefe zu gehen.

00:26:36: Wir hoffen, du konntest neue Perspektiven und hartes Expertenwissen für deinen Alltag mitnehmen.

00:26:42: Bleib neugierig!

00:26:43: Führe dein Team strategisch durch diesen Wandel – wir hören uns beim nächsten Mal.

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